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Augsburg

23.01.2019

In Oberhausen entstehen neue Wohnungen für 1500 Menschen

Die Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Firmengelände von Zeuna-Stärker in Oberhausen schreiten voran. Auf dem Areal sollen 700 Wohnungen gebaut werden.
Bild: Silvio Wyszengrad

In Augsburg-Oberhausen sollen auf einer Industriebrache in ein paar Jahren rund 1500 Menschen leben. Wie viel sozialer Wohnungsbau und Verkehr sind verträglich?

Auf dem ehemaligen Firmengelände von Zeuna-Stärker an der Äußeren Uferstraße in Oberhausen haben die Abbrucharbeiten an Fahrt aufgenommen. Auf der Industriebrache sollen in den kommenden Jahren um die 700 neue Wohnungen entstehen. Somit wäre mit etwa 1500 Bewohnern zu rechnen. Die Stadt wird demnächst das Bebauungsplan-Verfahren starten. In frühestens eineinhalb Jahren könnten auf dem elf Hektar großen Areal die Erschließungsarbeiten beginnen.

Wie berichtet ist auf dem ehemaligen Fabrikgelände und dem benachbarten Areal der früheren Autoverwertung Hafenecker ein Quartier mit Wohnen und Lofts/Ateliers geplant. Vorgesehen sind in der Regel vier- bis fünfgeschossige Gebäude. Einen besonderen Akzent soll ein zwölf Stockwerke hohes Hochhaus setzen. Geplant sind auch zwei Kindertagesstätten.

Areal in Augsburg-Oberhausen soll dicht bebaut werden

Insgesamt wird das Areal sehr dicht bebaut werden – in einigen Teilen will die Stadt über die in der Baunutzungsverordnung vorgesehenen Obergrenzen hinausgehen. Eine Beschattungsstudie habe nachgewiesen, dass auch die Wohnungen im Erdgeschoss noch genug Luft und Licht bekämen, so die Stadt. Der Bauausschuss des Stadtrates verabschiedete nun die zwischen dem Investor, der Firma Solidas, und der Bauverwaltung ausgehandelte Vorplanung einstimmig. Sie muss nun im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens konkretisiert werden. Vor allem, dass neue Wohnungen entstehen, wird von den Stadträten begrüßt. Diskussionen gab es bei der Frage, wie hoch der Anteil an gefördertem Wohnbau sein soll.

Bei diesem Modell wird – je nach Einkommensklasse – ein Teil der Miete vom Staat als Zuschuss bezahlt. Auf einen Vorschlag von Stadtrat Volker Schafitel (FW) verständigten sich Ausschuss und Baureferent Gerd Merkle (CSU) darauf, dass mit Solidas ein Anteil zwischen 20 und 30 Prozent ausgehandelt werden soll. Die von der Verwaltung gewählte Formulierung von „bis zu 30 Prozent“ war einigen Stadträten zu unkonkret gewesen. Merkle verwies darauf, dass man dem Investor auch noch den Bau anderer sozialer Nutzungen wie den beiden Kitas und einem Generationenwohnen zur Vorschrift machen wolle. Diese Verpflichtungen und eine 30-Prozent-Quote bei geförderten Wohnungen seien nicht machbar.

Wie berichtet will die Stadt im Lauf des Jahres einen Vorschlag vorlegen, wie das Thema geförderter Wohnungsbau generell mit Investoren verhandelt werden soll. Andere Städte wie z.B. München haben verbindliche Regeln, wie viel Prozent von neu geschaffenen Wohnungen in einem Viertel gefördert werden müssen. Unter anderem die SPD fordert eine 30-Prozent-Quote für Augsburg.

Wie viel Platz für Autos ist geplant?

Zu Diskussionen führte auch das Thema Verkehr. Die Stadt will in dem Quartier den üblichen Stellplatzschlüssel von 1,1 Parkplätzen pro Wohnungen ansetzen. Die Parkplätze sollen vor allem in Tiefgaragen entstehen. Die Grünen fordern ein „autoreduziertes Quartier“. „Der Verkehr stellt sich bei der Nachverdichtung als Problem heraus“, so Stadträtin Eva Leipprand. Es sei an der Zeit, jetzt Farbe zu bekennen und weniger Parkplätze zu bauen. Andere Stadträte prophezeiten für diesen Fall ein Park-Chaos im Quartier. „Nur weil wir es so wollen, sind die Autos ja nicht auf einmal weg. 1,1 Stellplätze sind ein Minimum“, so Schafitel.

Baureferent Merkle sagte, dass das Quartier Standort für eine der neuen geplanten Mobilitätsstationen der Stadtwerke sein könne, wo Leihräder, Carsharing und Nahverkehr gebündelt werden. „Nur wenn das Alternativangebot da ist, bringe ich die Leute dazu, aufs Auto zu verzichten.“ Eine Reduzierung von Stellplätzen, die durchaus auch für einzelne Bebauungspläne beschlossen werden könne, müsse aber von der Öffentlichkeit mitgetragen werden.

Denkbar sei, überschüssige Tiefgaragenkapazitäten im neuen Quartier für Bewohner von Alt-Oberhausen zur Verfügung zu stellen. Das Viertel Links der Wertach entstand zu einer Zeit, also noch keine Stellplätze beim Bau von Häusern erforderlich waren. Die Bewohner parken ihre Autos meist am Straßenrand, wobei die Kapazitäten inzwischen zu gering sind. Allerdings, schränkte Merkle selbst ein, seien 80 Euro Stellplatzmiete für manchen Bewohner des Bestandsviertels wohl nicht finanzierbar.

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.01.2019

In welcher Phantasiewelt leben die Grünen eigentlich, dass sie glauben weniger Parkplätze führen zu weniger Autos?

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23.01.2019

Eine sehr gute Nachricht. Ein gutes Vorhaben. Volle Unterstützung und Zustimmung.

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