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Augsburg

03.11.2017

In Oberhausen entsteht ein neues Viertel

Das historische Ofenhaus wird zur Spielstätte für das Theater Augsburg umgebaut.
Bild: Silvio Wyszengrad

Das Gaswerk-Areal in Oberhausen war für viele Bürger jahrelang eine abgeriegelte Brache. Ab 2018 soll dort Theater gespielt werden. Das ist nicht die einzige Veränderung.

Wer über das Gaswerk in Oberhausen spricht, denkt in erster Linie an den 80 Meter hohen Gaskessel. Er ist das weithin sichtbare Zeichen. Das Gaswerk soll künftig weitaus stärker ins Bewusstsein rücken. Die Stadtwerke, denen das Areal gehört, entwickeln es zusammen mit der Stadt zu einem Zentrum für Künstler, Theater, Kultur- und Kreativwirtschaft. Am Donnerstag fand das Richtfest für das Ofenhaus samt neuem Anbau statt. Der Rohbau ist fertiggestellt. In gut einem Jahr werden in dem imposanten historischen Gebäude Schauspiel- und Ballett-Aufführungen zu sehen sein – sofern der Zeitplan einzuhalten ist.

Mit der Entwicklung des Gaswerks steht zudem eine Aufwertung von Oberhausen im Fokus. „Hier werden andere Strukturen geschaffen, neues Publikum wird gewonnen“, sagt Bürgermeisterin Eva Weber. Die Bürger seien in die Planungen eingebunden. Es habe Workshops gegeben, bei denen gemeinsam Ideen entwickelt wurden. Erholungsmöglichkeiten im Grünen stehen oben auf der Wunschliste. Um das Gaswerk in den nächsten Jahren mit mehr Leben zu erfüllen, kommt der verkehrlichen Erschließung eine wichtige Rolle zu. Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza setzt hier auf den öffentlichen Nahverkehr. Einen klassischen Linienverkehr werde es anfangs nicht geben: „Wir überlegen das Modell eines bedarfsgerechten Verkehrs zum Oberhauser Bahnhof.“

Sechsstöckiger Neubau im historischen Gebäude

In ersten Bauphase wird für rund 20 Millionen Euro das sogenannte Ofenhaus umgebaut und erweitert. Bis Herbst 2018 entsteht in dem historischen Gebäude samt sechsstöckigem Neubau die Interimsspielstätte des Theaters. Während der sechsjährigen Umbauzeit des Theaters am Kennedy-Platz werden dort das Schauspiel und das Tanztheater einziehen. Neben einem Theater mit Platz für 240 Zuschauer gibt es einen Ballettsaal sowie Werkstätten und Büros auf insgesamt rund 5500 Quadratmetern.

Am Donnerstag fand das Richtfest für das Ofenhaus statt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Im Erdgeschoss im historischen Teil entsteht außerdem eine Gastronomie auf rund 650 Quadratmetern. Im Neubau sind auf einer Etage rund 700 Quadratmeter für Künstlerateliers vorgesehen. Die Räume werden großteils vom Theater genutzt. Werkstätten, Proberäume, Malsaal und Lagerräume sind vorgesehen. Die Stadt Augsburg die Flächen für das Theater und die Künstler von den Stadtwerken und betreibt diese in Eigenregie. Direkt neben dem Ofenhaus wird ein Parkhaus mit 380 Stellplätzen gebaut.

Die nächsten Bauabschnitte und Sanierungen auf dem Gelände sehen weitere Ateliers und Übungsräume für Künstler, Kreative und Musiker bis zu insgesamt 50.000 Quadratmeter vor. In weiteren Gebäuden werden Flächen für Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft angeboten. Das Spektrum reicht von Designern, Software-Entwicklern, Start-Ups oder Architekturbüros bis zu Handwerksbetrieben. Dafür entsteht nach gegenwärtiger Planung eine Reihe neuer Gebäude auf dem Areal entstehen. Stadtwerke-Geschäftsführer Alfred Müllner will ein „lebendiges Stadtquartier“ schaffen. Ein Musikklub könnte sich dabei ebenfalls auf dem Gelände ansiedeln, wie weitere Gastronomie. Mit Grünflächen und Einrichtungen für Freizeitaktivitäten soll das Gaswerk-Areal für alle Bürger eine hohe Aufenthaltsqualität bekommen, heißt es.

Historische Ofenhaus wird für Theater umgebaut

Ofenhaus Dieses historische Gebäude wird umgebaut. Von außen betrachtet wird sich am Haus nichts ändern, die Mauern bleiben. Im Innenbereich des 19 Meter hohen Gebäudes wird sich aber jede Menge ändern. Es sind zwei Gebäudeteile mit unterschiedlicher Nutzung. Eine Hälfte wird als Lokal hergerichtet, der zweite Gebäudekomplex bringt die Küche des Lokals unter und wird ab dem ersten Stockwerk, für das eine Zwischendecke eingezogen wird, zur Spielstätte für das Theater Augsburg.

Theater im Ofenhaus Die Brechtbühne, die momentan noch in der Innenstadt nahe dem Großen Haus angesiedelt ist, wird in groben Zügen im Gaswerk wiederaufgebaut. 240 Platze für Zuschauer stehen zur Verfugung. Der Spielbetrieb soll im November 2018 beginnen. Im Mai 2018 endet in der jetzigen Brechtbuhne die Spielzeit. In den verbleibenden Monaten soll der Umzug vollzogen werden. Ein Hingucker soll in diesem Gebäudeteil eine Galerie in vier Meter Höhe sein. Sie ermöglicht den Theatergängern den Blick von oben auf das benachbarte Restaurant.

Lokal im Ofenhaus Noch steht nicht fest, wer künftig als Pächter die Gastronomie betreibt. Die Gasträume bieten Platz für 140 Gäste, zudem gibt es eine Außengastronomie mit ebenfalls 140 Plätzen. Gespräche mit zwei Interessenten aus der Region würden geführt, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Müllner.

Kreativquartier Die Künstler, die künftig Ateliers auf dem Gaswerk-Areal beziehen werden, stammen zum Großteil aus dem Kulturpark West in Kriegshaber. Die beiden Häuser nahe des Kulturhauses Abraxas, in denen derzeit rund 70 Kreative beheimatet sind, werden langfristig abgerissen, um Platz für moderne Wohnungen zu schaffen. Die Stadt suchte deshalb nach einem Ausweichquartier. Die Künstler gingen zunächst wegen der Umsiedlung auf die Barrikaden. Sie befürchteten, dass sie am Gaskessel nicht mehr so frei würden agieren können. Die Stadt hat dem stets vehement widersprochen. Nun haben sich die Wogen etwas geglättet, ein Teil der Künstler wird wohl umziehen, ein anderer Teil will sich neue Ateliers suchen.

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03.11.2017

Werte Redaktion,

was genau will uns dieser Satz sagen?

Die Stadt Augsburg die Flächen für das Theater und die Künstler von den Stadtwerken und betreibt diese in Eigenregie

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