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Kirche

19.02.2015

In Sakralbauten ging das Bistum kühn voran

Würdigen den Kirchenbau der fünfziger und sechziger Jahre im Bistum Augsburg als „Zeichen des Aufbruchs“: Referent Walter Zahner (links) und Diözesankonservator Michael Schmid beim Aschermittwoch der Künstler.
Bild: Annette Zoepf

Beim Aschermittwoch der Künstler im Haus St. Ulrich wird qualitätvolle Architektur seit 1945 gewürdigt

Bemerkenswerte Sakralarchitektur hat die Diözese Augsburg nach dem Zweiten Weltkrieg hervorgebracht. Er sehe „Beispiele von außerordentlicher Qualität“, sagte Walter Zahner, der Gesamtkurator des Kunstprojekts zum Konzilsjubiläum 2015 der Deutschen Bischofskonferenz, beim gestrigen Aschermittwoch der Künstler im Haus St. Ulrich. Zum Exempel die Kirche Don Bosco im jungen Augsburger Stadtteil Herrenbach, von Thomas Wechs sen. in den Jahren 1961/62 erbaut. Die elegante Rotunde war der erste Zentralbau mit dem Taufstein in der Mitte. Ursprünglich sollte sogar der Altar dort stehen, was damals in der katholischen Kirche aber noch nicht erlaubt war.

Zahner, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, betrachtete in seinem Vortrag vor rund 200 Künstlern den Kirchenbau im Licht des II. Vatikanums und seine Vorläufer, wozu der aufgeschlossene Augsburger Bischof Joseph Freundorfer in den 50er und frühen 60er Jahren eifrig beigetragen hatte. Schon beim Wiederaufbau zerstörter Kirche sei Großartiges geleistet worden, etwa von Dominikus Böhm in den Stadtkirchen St. Max und St. Moritz.

Unter den Neubauten erwähnte Zahner die Kirche Alexander von Brancas in Greifenberg am Ammersee – „eine klassische Basilika, sehr ruhig und schlicht“. Daneben, in Windach, entstand 1970/71 die zeltförmige Autobahnkirche Maria am Wege – „faszinierend und zugleich beunruhigend“. Ein gefaltetes Zeltdach setzte Josef Wiedemann auf die Kirche Zu den Heiligen Engeln in Landsberg, während der Schweizer Architekt Justus Dahinden in Königsbrunn, Zur Göttlichen Vorsehung, für die Trabantenstadt eine himmlische Stadt in Beton goss. Zu namhaften Kirchenbaumeistern trete im Bistum Augsburg eine künstlerische Ausstattung „in mindestens gleich hoher Konsequenz“, unterstrich Zahner den Stellenwert.

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Architektur des kirchlichen Aufbruchs werde das ganze Jahr über die Bildungsarbeit beschäftigen, kündigte Prälat Karlheinz Knebel, der Bischofsvikar für Kirche und Kultur, bei dem Künstlerempfang an. Zusammen mit Diözesankonservator Michael Schmid, dem Leiter der Stabsstelle Kirchliches Bauwesen und Kunst im Bischöflichen Ordinariat, präsentierte er im Haus St. Ulrich die Fotoausstellung „Zeichen des Aufbruchs“ mit herausragenden Beispielen des modernen Kirchenbaus im Bistum Augsburg.

Beim Künstlergottesdienst in der Basilika St. Ulrich und Afra deutete Bischof Konrad Zdarsa die beginnende Fastenzeit als einen „Aufruf zur Innerlichkeit“. Dabei bewege Christen „nicht magisches Einwirken-Wollen auf Gott, sondern Hingezogenheit zu Gott“. Und die Überzeugung, dass dieser Welt nicht anders geholfen werden kann. „Müssen nicht auch Künstler beseelt sein von einer Idee, bevor sie ans Werk gehen?“, fragte Zdarsa. Nachgereichte Erklärungen, womöglich mit biblischem Bezug, „bringen uns nicht weiter“. Innerlichkeit verleihe dem Glaubenden Wahrhaftigkeit und Authentizität.

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