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10.04.2018

In Vöhringen fehlen Kita-Plätze

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Die Stadt Vöhringen kann in diesem Jahr den Bedarf an Betreuungsplätzen nicht decken. 14 Buben und Mädchen stehen nach Auskunft der Verwaltung derzeit auf einer Warteliste für einen Platz in Kindergarten oder Krippe.

Erziehung Die Stadt kann den Bedarf im kommenden Kindergartenjahr nicht decken. In der Rappelkiste könnten die Kleinen übergangsweise in einem Container betreut werden

Vöhringen Was sich bereits vor Wochen abzeichnete, hat sich jetzt bestätigt: Die Stadt Vöhringen kann für das kommende Kindergartenjahr, das im September beginnt, nicht ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stellen. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses wurden die aktuellen Zahlen vorgestellt. Das Ergebnis: Im Kernstadtbereich stehen 14 Buben und Mädchen auf der Warteliste.

So stellt sich die Situation im Einzelnen dar: Das Kinderhaus Arche, 75 Plätze, ist bereits für das kommende Jahr mit elf Plätzen überbelegt. Auch die Kindertagesstätte St. Martin in Illerberg mit 75 Plätzen hat keine Kapazitäten mehr frei. Die Einrichtung St. Michael ist mit 100 Anmeldungen ausgebucht. Die Kita-Nord, 75 Plätze, ist voll ausgelastet. Der Engpass in der Rappelkiste, 48 Plätze, könnte mit einer Container-Lösung überbrückt werden, denn dort wird angebaut. Allenfalls die Kita Pusteblume in Illerzell könnte noch drei Plätze anbieten. Gastkinder können wegen der ausgereizten Unterbringungsmöglichkeiten nicht mehr aufgenommen werden, hieß es.

Wie Bürgermeister Karl Janson im Hauptausschuss sagte, ist daran gedacht, bei der Rappelkiste mit einem Container zu einer zeitnahen Übergangslösung zu kommen. Der Container könnte zu Beginn des Kita-Jahres im Herbst aufgestellt werden. Darin könnten eine Regelgruppe mit 25 Mädchen und Buben oder auch eine Integrativgruppe mit 15 Kindern untergebracht werden. Die Trägerschaft der Gruppe würde die Arbeiterwohlfahrt übernehmen. Die Gruppe soll nach Fertigstellung des Anbaus in die Rappelkiste integriert werden. Die Kosten für den Container mit den erforderlichen Arbeiten wie Montage und Einrichtung liegen nach Auskunft des Stadtbauamts bei rund 55000 Euro. Hinzu kommen Kosten für das Fundament und Anschlüsse für Wasser und Abwasser, für die noch einmal 15000 Euro fällig werden.

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Da Vöhringen als kinderfreundliche Stadt gelte und das auch so bleiben solle, wolle man in jedem Fall zügig zu einem Ergebnis kommen, so Janson. Die Entscheidung, wie weiter verfahren werden soll, soll in einer der kommenden Sitzungen fallen. „Es ist erfreulich, dass die Geburtenrate steigt, nicht zuletzt auch durch den Zuzug von Neubürgern. Aber die Erweiterungen kosten auch Geld“, sagte Janson. Es zeichne sich außerdem der Trend ab, dass junge Mütter ihre Kinder gerne schon mit einem Jahr in eine Betreuungseinrichtung geben. „Es muss aber auch bedacht werden, dass es ja nicht nur allein um die Errichtung, beziehungsweise Erweiterungen von Kindertagesstätten geht, sondern auch um die Folgekosten.“

In Anbetracht der fehlenden Kita-Plätze brachte Angelika Böck (CSU) den Vorschlag über die Einrichtung eines Waldkindergartens erneut zur Sprache. Unterstützung erhielt sie dabei von Wilfried Maier (SPD) und Hans Gutter (CSU). Kinder müsse man so bald wie möglich an die Natur heranführen, waren sich alle drei Sprecher einig. Bürgermeister Janson stimmte dem zwar grundsätzlich zu, aber ein Waldkindergarten könne nur eine Ergänzung sein. „Es geht aber im Augenblick um die Gesamtthematik.“

Die Verwaltung denkt zudem darüber nach, bei Bedarf eine neue Kindertagesstätte im Gebiet Vöhringen Nord-West vorzusehen. Denn dort werde sich kurz- oder auch mittelfristig ein weiterer Bedarf an Kita-Plätzen ergeben. Eine Entscheidung darüber gab es im Ausschuss nicht. Dieses Thema wird die Stadträte in einer der nächsten Sitzungen erneut beschäftigen.

Laut Verwaltung gebe es auch die Möglichkeit, Plätze in einer Großtagespflege bereit zu stellen. Denkbar wäre die Unterbringung übergangsweise im Knaur-Haus. Das müsste dann allerdings für diese Zwecke eingerichtet werden. Mittel sind bereits bei den Etatberatungen im Haushalt angesetzt worden, allerdings mit Sperrvermerk versehen. Acht Kinder könnten dort von Tagesmüttern betreut werden. Auf diesen Vorschlag wurde jedoch in der Sitzung nicht näher eingegangen. "Kommentar Seite 29

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