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Zeitschrift

14.11.2016

In den Fußstapfen des Beatpoeten Charles Bukowski

Das neue Heft „Marotte“ bietet abgefahrene Literatur fernab des Mainstreams in anregender Illustration

Gemeinhin wird mit „Marotte“ eine schrullige Angewohnheit bezeichnet. Seit diesem Jahr ist die Marotte auch eine Neuerscheinung unter den Literaturzeitschriften aus dem Augsburger Maro Verlag. Die neue „Marotte“ hat gar nichts Schrulliges, der Titel gibt vielmehr direkt die Richtung vor für abgefahrene Prosa und Poesie von Erzählern und Dichtern fernab des Mainstreams. Diese Marotte ist ein „must have“ für jene Literaturfreunde, deren bevorzugte Auswahl in den Regalen der Buchhandlungen nicht in Griffhöhe zu finden sind.

Die Marotte beschränkt sich nicht allein auf Textinhalte mit Kurzgeschichten, Gedichten, Interviews und Songs, sondern der Name trifft auch auf das Erscheinungsbild zu, das Studierende der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Augsburg unter Federführung von Prof. Michael Wörgötter realisierten. Allein das schwarzgrundige Cover mit den hingekritzelten, danach durchgestrichenen Wörtern weckt Aufmerksamkeit, die auf 208 Seiten dann Kapitel für Kapitel dank einer gestalteten Collage aus Text, Typographie, Fotografie und Zeichnung, nicht nachlässt. Das ist nicht irritierend, sondern macht neugierig auf die Beiträge, zu denen die Verlegerin Barbara Kalender und Jörg Schröder (Melzer- und März-Verlag) den Introitus „Ein Konzept wird realisiert“ verfasst haben.

Ein Name ist vom Maro-Verlag nie zu trennen: Charles Bukowksi. Verleger Benno Käsmayr erzählt im Interview, wie ihm der Zufall Bukowski zugespielt hatte und wie 1974 der Band „Gedichte, die einer schrieb bevor er im 8. Stockwerk aus dem Fenster sprang“ zum Glücksfall für den Maro-Verlag werden sollte. Nacherzählt ist diese Story in „Charles Bukowski – die Ochsentour“. Von Bukowski ebenfalls nicht abzukoppeln ist Carl Weissner (1940–2012), ein Übersetzer der amerikanischen Beat-Autoren. Er war der erste, der den Dichter Charles Bukowski in Deutschland bekannt gemacht hat. „Beat Hotel“ ist einer von Weissner-Titeln, über die er in Marotte schreibt. Optisch in Szene gesetzt hat dieses Lisa Krischke.

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Alle Autoren und Gestalter lassen sich hier unmöglich aufzählen, deshalb seien jene Schriftsteller und Dichter mit einem direkten Augsburg-Bezug genannt. Zu ihnen gehört Andreas Nohl, der mit dem Vorwort zu seinem 2007 bei Maro erschienenen Band „Solidarismus“ über den Augsburger Erfinder Rudolf Diesel vertreten ist. Gestaltet hat den Beitrag Alina Mirwald.

Über zehn Seiten lesen wir Lydia Daher im Interview mit Schau ins Blau, einer Universitätszeitschrift für Literatur, Kunst und Musik, über ihre Arbeit „Kleine Satelliten“. Beschrieben wird darin Lydia Dahers Affinität zu dem Comic-Künstler Warren Craghead III, grafisch umgesetzt haben diese Annäherung Julia-Kristina Szigheti und Zeynep Todemir. Die in Marotte abgedruckten, im MaroVerlag bisher unveröffentlichten, auch wiederentdeckten Beiträge von 18 Autoren sind es wert gelesen und angesehen zu werden.

Marotte. Ein literarisches Magazin, Maro Verlag, 208 Seiten, 15 Euro

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