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Augsburg

16.01.2019

In der Messerschmitt-Siedlung entstehen neue Wohnungen

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Häuser mit Satteldach prägen die Messerschmitt-Siedlung. Wie die neue Architektur aussehen könnte, sieht man am Beispiel des Studentenwohnheims (rechts).
Bild: Peter Fastl

In den nächsten Jahren sollen in dem Haunstetter Viertel neue Häuser gebaut und marode abgerissen und ersetzt werden. Auch ein Quartiersplatz ist geplant.

Die Messerschmitt-Siedlung in Haunstetten wird in den nächsten Jahren ein neues, moderneres Gesicht bekommen. Das Wohnungsunternehmen IGEWO will Teile der alten Siedlung abreißen und neu bauen, durch Wege und einen Quartiersplatz soll das Viertel aufgewertet werden. Der Stadtrat hat Ende des vergangenen Jahres noch den dazu notwendigen Bebauungsplan beschlossen.

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Das Areal zwischen der Flachsstraße im Norden, der Breitwiesenstraße im Osten, der Hofackerstraße im Süden und einem Grundstück westlich der Rechenstraße wurde als Teil der „Messerschmitt-Siedlung größtenteils in den 1940er-Jahren bebaut. Das komplette Areal gehört dem IGEWO Wohnungsunternehmen. Es baut und verwaltet seit über 65 Jahren in München und Augsburg – teils öffentlich geförderte – Wohnungen in München und Augsburg. Die „IGEWO-Siedlung“ in Haunstetten umfasst derzeit rund 670 Wohnungen in 150 Gebäuden. 2015 hat das Unternehmen auf dem Gelände zwei Studentenwohnheime errichtet.

Messerschmitt-Siedlung: Bereits seit 20 Jahren wird modernisiert

„Wir sind seit 20 Jahren dabei, den Bestand zu modernisieren“, sagt IGEWO-Geschäftsführerin Birgit Eckert-Gmell. Das Unternehmen hat zu diesem Zweck in Haunstetten einen eigenen Hausmeister-Betrieb mit 15 Handwerkern wie Maurern und Schreinern, mit denen die Häuser sukzessive saniert worden seien. So hätten viele Gebäude eine neue Wärmedämmung bekommen, an etlichen Häusern wurden Terrassen und Balkone angebracht. Allerdings sei der westliche Teil der Siedlung in so schlechtem Zustand, dass hier nur Neubauten infrage kämen.

In der Siedlung gibt es ein- bis zweigeschossige Wohngebäude mit Satteldach, die entlang der Flachsstraße eine zeilenartige Struktur aufweisen. Entlang der Erschließungsstraßen gibt es kleinere Wohnhäuser. „Die Häuser wurden einmal geplant und dann hundertfach in der gleichen Bauweise errichtet“, erklärt Architektin Eckert-Gmell. Zum Teil wurden die großzügigen Innenbereiche zwischen den Gebäuden in den 60er-Jahren mit viergeschossigen Wohnblöcken nachverdichtet, im Osten des Quartiers findet man dagegen zwischen der Wohnbebauung noch Schrebergärten, die die Mieter bislang kostenlos nutzen dürfen, wie Eckert-Gmell sagt. „Wir haben die Mieter bereits 2015 informiert, dass diese Bereiche bebaut werden“, so die Geschäftsführerin. Bei dem Projekt sollen 208 Wohnungen mit einer Durchschnittsgröße von 60 Quadratmetern in der Messerschmitt-Siedlung gebaut werden. Unter dem Strich werde der Bestand damit um 134 Wohnungen vergrößert, so Eckert-Gmell. Das Merkmal der Siedlung, die Reihung gleicher Baukörper in einem städtebaulichen Verbund, solle auch bei den Neubauten erhalten bleiben. 20 Prozent der Neubauwohnungen sollen als geförderter Wohnraum für einkommensschwache Mieter entstehen – derzeit sind die Häuser nicht mehr sozial gebunden.

In Ost-West-Richtung verläuft künftig ein Weg

Die Außenanlagen werden neu gestaltet. Wichtigstes Element soll ein in Ost-West-Richtung durch alle Baufelder verlaufender Weg werden, der auf einen neuen, gemeinschaftlichen Platz im Gebiet zwischen Star- und Rechenstraße führt. Das Haus am Quartiersplatz soll im Erdgeschoß eine gemeinschaftliche Nutzung erhalten – eventuell werde man mit einem sozialen Träger zusammenarbeiten, so Eckert-Gmell. Entlang dieser „Quartiersachse“ sind Spielplätze und Grünflächen vorgesehen. Auch ein gemeinsames Grabeland für alle Mieter ist angedacht, mit dem die wegfallenden Schrebergärten kompensiert werden sollen. Auch die Parksituation wird neu geregelt. Stellplätze sollen in Tiefgaragen, offenen Parkdecks und auf oberirdischen Plätzen entstehen. Insgesamt werde sich die Parksituation im Quartier verbessern, so Eckert-Gmell.

Wann welche Häuser abgerissen werden und wann mit dem Bauen angefangen wird, sei noch nicht klar, sagt sie. 2019 werde man mit den Planungen beginnen. Bis tatsächlich Bagger rollen, werden wohl noch zwei bis drei Jahre vergehen. Man habe es nicht eilig und wolle auch keine Mieter aus den Häusern werfen, betont Eckert-Gmell. So stünden einzelne Gebäude bereits leer und würden auch nicht wieder vermietet. „Wir werden nach der Planungsphase ganz genau analysieren, wo wir am verträglichsten beginnen können.“

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