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15.06.2009

In eine bess're Welt entrückt

Die Uhr drehte sich bei diesem Konzert zurück. Auf Schloss Schorn kam es zu so etwas wie der Wiederbelebung des romantischen Salons: Ein außergewöhnlicher Ort, an dem außergewöhnliche, junge Musiker, im Programm der "Mozartiade" als "junge Elite" angekündigt, einen in Schönklang-Besetzung (Gesang und Harfe) zeitlich zurückversetzten.

Das Programm der Interpreten fügte sich nahtlos in das Idyll. Beide Künstlerinnen, die Minsker Mezzosopranistin Anna Lapkovskaja und die Augsburger Harfenistin Feodora-Johanna Gabler, umschmeichelten das Ohr. Bewegend schön waren die Werke. So die schwärmerischen Lieder von Tschaikowsky und Rimsky-Korsakov oder die drei intensiven Momentaufnahmen aus den "Spanischen Liedern" von de Falla. Hier gelang der Harfenistin ihr folkloristisch geprägter Part besonders überzeugend und nahe am Klavier-original. Auch die übrigen Lieder begleitete sie perfekt - etwaige Einwände, etwa bei Mozart, gelten eher dem Instrument.

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Mit historisch kundiger Stimmführung

Besondere Klangraffinesse neben ihrem leuchtenden Ton und der fehlerfreien Meisterschaft entfaltete die 24-Jährige in Soli wie dem Impromptu von Fauré. Gleiches galt für Anna Lapkovskaja: Ihr gerundeter, wohltuend warmer und sopran-naher Mezzo betörte rückhaltlos, auch durch ihre fast akzentfreie und plastische Aussprache, durch hörbar historisch kundige Stimmführung und -gestaltung, wie die goldrichtige Vibrato-Dosierung und das gekonnt samtige Legato. "Hast mich in eine bess're Welt entrückt", hieß es in der Zugabe "An die Musik" von Schubert. Wie wahr!

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