Newsticker

US-Forscher: Weltweit eine Million Corona-Tote seit Beginn der Pandemie

05.06.2009

Ins Innerste geblickt

20 000 Tickets sind übers Internet bereits verkauft, weiß Ufuk Aykut, Marketing Manager der umstrittenen "Körperwelten". Dabei laufe die Werbemaschinerie erst an. 500 000 Euro sind eingeplant, um die Augsburger Schau bekannt zu machen. In dieses Bild passen die vielen Journalisten, die gestern zur Pressekonferenz kamen, um einen ersten Blick auf die 200 Exponate in der Schwabenhalle zu werfen.

Auf dem Podium Dr. Gunther von Hagens, der die Provokation liebt. So nennt der Anatom seine Schau einen "postmortalen Schönheitssalon". Die Ausstellung startet heute, sie dauert hundert Tage. Das Motto: "Eine Herzenssache". Schließlich steht der Muskel, den die Menschheit gerne als Sitz des Gefühls sieht, im Mittelpunkt. Vor allem Dr. Angelina Whalley, Ausstellungskuratorin und Hagens Ehefrau, betont in ihren Statements immer wieder die gesundheitliche Komponente der Schau.

Philosophieprofessor Franz Josef Wetz hat den Part des Aufklärers und spricht von der "Illusion der Menschenwürde" nach dem Ableben. Seiner Meinung nach werden Begriffe wie Totenruhe vor allem von der Kirche überstrapaziert, da der Körper in der Erde bekanntlich verfaule. Nicht so die Leichen der "Körperwelten". Da trifft man auf den "Schwätzer" mit dem Handy, den "Denker" mit einem Totenkopf und den "Sänger", der erst 2009 als Ganzkörperplastinat fertig wurde. Zwischen 40 000 und 50 000 Euro koste es, eine Leiche in ein Plastinat zu verwandeln, erzählt Dr. Angelina Whalley. Natürlich besitzen auch sie und Ehemann von Hagens einen Körperspendeausweis. Wie auch Vera Wonneberger. Die 44-jährige Königsbrunnerin ist zur Pressekonferenz gekommen, um sich den Fragen der Journalisten zu stellen. Vor zehn Jahren hat sie sich entschlossen, ihre Leiche Gunther von Hagens zu überlassen. Der lebt mit Kritik, seit er 1997 erstmals seine "Körperwelten" zeigte. Auch in Augsburg gibt es Gegner. So protestiert der Augsburger Diözesanrat der Katholiken gegen die Schau und erinnert daran, dass auch Tote eine Würde haben. (lim) "Bayern, S. 5

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren