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A cappella

25.04.2015

Intelligenter Witz, makelloser Gesang

Maybebop unterstreichen mit ihrem neuen Programm das eigene Können

Fragt man den durchschnittlichen Musikfreund nach deutschen A-cappella-Gruppen, fällt oft der Name der Wise Guys, des Quintetts aus Köln. Wer es von den Texten her etwas tiefsinniger mag, ohne deshalb auf intelligenten Witz und makellose Gesangskunst sowie Perfektion in Choreografie verzichten zu wollen, schwört seit längerer Zeit auf Maybebop. Das sympathische Quartett aus Hannover, Hamburg und Berlin gastierte mit seinem neuen Programm „Das darf man nicht“ zum wiederholten Mal im fast ausverkauften Parktheater.

Was darf man denn nun alles nicht? Zumeist schildern die vier im Titelsong ihrer neusten CD kleine Sünden des Alltags, die meist unentdeckt bleiben, solange man es nicht übertreibt. Apropos übertreiben: Was so alles passieren kann, wenn man sich auf sein Smartphone verlässt, zeigen Maybebop auf herrliche Art in „Mein Handy weiß es“. Solist Sebastian Schröder (Bass) darf daher auch als Running Gag den ganzen Abend beim kleinsten Problem sein Mobiltelefon zurate ziehen.

Aber die Sänger von Maybebop kommunizieren nicht nur via Handy: Auch das Publikum wird stets mit einbezogen. Dieses Mal bot man einem mutigen Solisten aus dem Publikum an, einen Song nach dessen Wahl zu begleiten. Nach einigem Zögern meldete sich ein Max und die fünf sangen John Legends „All of me“ so souverän, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten. Auch auf Wünsche aus dem Publikum ging man ein und man brachte zwei Lieder aus früheren Alben: „Du zweite Wahl“ und die unter die Haut gehende Version der Ballade vom „Erlkönig“.

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Das Anfangs-Repertoire von Maybebop war von Cover-Versionen berühmter Popsongs geprägt. Dass man dies immer noch kann, zeigte die Gruppe mit David Guettas „Dangerous“ zur Eröffnung des zweiten Konzertteils. „Sex in der Ehe“ beschreibt in einer Mischung aus Ernst und Ironie die Situation der vier Sänger, die allesamt Familienväter sind: nicht mehr ganz jung, aber auch die Midlife-Crisis ist – wenn überhaupt – erst am Horizont zu ahnen.

In „Angst vor dem Tod“ zeigen Maybebop ihre ernste Seite, machen sich Gedanken um die letzten Dinge und die Rolle, die Religion in ihrem Leben spielt. Anklänge an den Gregorianischen Choral und Zitate aus dem „Dies irae“ der Requiem-Liturgie sorgen dafür, dass zumindest während dieses Liedes „Schluss mit lustig“ ist.

Auf das wunderbare Liebeslied „Ich seh’ dich“ folgte die nächste Publikumsrunde: Oliver Gies förderte mit dem Kanon „Ich bin hier im Konzert“ die sängerischen und gymnastischen Aktivitäten des Publikums. Nicht fehlen durfte die Improvisationsnummer: Gies schusterte aus zugerufenen Worten eine herrlich absurde Geschichte, von seinen Kollegen im Tangorhythmus begleitet. „Fluch gebucht“, ein Lied über den kreativen Umgang mit eigenen Aggressionen, beendete den offiziellen Teil. Abgeschlossen war der Abend allerdings erst nach zwei Bühnenzugaben („Fpaniff“, „Gummibaum“).

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