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04.02.2014

Internet verdrängt Uni-Buchladen

Gerda Krauss schließt ihren Buchladen an der Uni.
Bild: Julia Nimführ

Geschäft schließt nach über 20 Jahren

Vorlesungsskripte, die im Internet stehen und Bücherlisten ersetzt haben, und der Online-Versandhandel haben Gerda Krauss in den letzten Jahren zu schaffen gemacht. Das Geschäft lief nicht mehr. Jetzt hat sie den Schlussstrich gezogen und ihren Uni-Buchladen an der Tramhaltestelle Universität, in der Salomon-Idler-Straße, aufgegeben. Ende Februar ist ihr Geschäft „Mephisto“ zu – nach über 20 Jahren.

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Ihr Sortiment in dem Laden war vor allem auf Studenten gemünzt, mit Fachliteratur zu Mathematik, Wirtschaft, Jura, aber auch Sprache und Literatur. „Was für andere Buchläden das Weihnachtsgeschäft ist, war für mich der Beginn eines Semesters, wenn die Buchlisten für die Kurse standen.“ Durch die Umstellungen des Studiums von Buchlisten auf Skripte, die online zur Verfügung gestellt werden, sei dieser wichtige Bereich weggebrochen.

Krimis und Romane konnten keinen Ausgleich schaffen

Internet verdrängt  Uni-Buchladen

Am Anfang konnte sie das noch ausgleichen – andere Buchläden im direkten Umfeld schlossen vor ihr, sagt sie, die Kunden wechselten zu „Mephisto“. Doch der Umsatzrückgang sei nicht aufzuhalten. Mit Geschenkbüchern, Bestsellern, Krimis und Romanen könne sie keinen Ausgleich schaffen. „Klar kommen auch Anwohner, aber das reicht nicht. Und für ein zusätzliches Sortiment aus Teetassen oder Spielzeug ist der Laden ungeeignet.“

Zuletzt wollte die 59-Jährige eine geringere Miete aushandeln, doch der Freistaat als Vermieter sei nicht einverstanden gewesen. Im Oktober hat Krauss die Kündigung eingereicht. Der Laden ist seit Dezember ausgeschrieben. Die Bewerber sollen selbst angeben, wie viel sie an Miete zu zahlen bereit sind, steht in den Bedingungen.

„Wir stellen uns wieder einen Buchhandel oder ein Schreibwarengeschäft vor“, sagt Katharina Warzecha, die für die Vermietung zuständig ist. Grundsätzlich könne sich aber jeder bewerben – nur Gastronomie sei unerwünscht. Die Frist läuft bis 7. März. Student Ulrich Oertel bedauert schon jetzt, dass das Mephisto schließt. „Ich komme gern zum Stöbern. Schade.“ (juni)

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