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Streiterei

01.09.2016

Investor kündigt Palladio-Wirt

Bild: Annette Zoepf

Bernhard Spielberger will das Lokal selbst übernehmen, doch der bisherige Pächter wehrt sich gegen den Rauswurf. Es ist nicht das erste Mal, dass der Bauunternehmer mit jemandem streitet

Von Andrea Baumann

Seit acht Jahren serviert Claudio Bagatella seinen Gästen im Restaurant Palladio italienische Spezialitäten. Wenn es nach dem Eigentümer der Immobilie geht, ist hier bald Schluss mit Pizza und Pasta. Bernhard Spielberger hat seinem Pächter gekündigt – „wegen Mietschulden“, wie er sagt. Auch die Kaution sei aufgebraucht. Einen neuen Betreiber für das Lokal hätte er bereits: „Ich möchte das Lokal selbst übernehmen.“

Der Anwalt ist eingeschaltet

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Doch Wirt Bagatella, der rund 20 Mitarbeiter in seinem Haus beschäftigt, will den Rauswurf nicht hinnehmen. Mithilfe eines Anwalts geht er gegen die Kündigung vor. Bevor der Streit nicht ausgefochten ist, möchte der Italiener keine Details nennen. Nur soviel: „Ich habe die Pacht wegen Baumängeln und fehlender Parkplätze gemindert.“ Dass er seinen Gästen in einem Lokal, das inklusive Saal und Terrasse mehrere hundert Sitzplätze bietet, nur 17 Parkplätze anbieten könne, sei doch ein Witz.

Nicht immer gab es für die Besucher des Palladio, das beim Wohngebiet Supply-Center an der Bürgermeister-Ackermann-Straße liegt, so wenige Stellplätze. Die Gäste konnten ihr Fahrzeug früher direkt nebenan auf einem unbefestigten Grundstück parken. Doch hier steht mittlerweile ein Gebäude, Haus Nummer 9 der Seniorenresidenz Albaretto. Spielberger plant hier ein Seniorenhotel mit Kurzzeitpflege, das im Herbst fertig sein soll. Einige Zimmer bieten Seeblick, den auch die Gäste des Palladio haben, wenn sie auf der Terrasse sitzen.

Mit dem Seniorenhotel fügt der Investor dem Albaretto-Projekt einen weiteren Mosaikstein hinzu. Wenige hundert Meter stadtauswärts leben nach Angaben Spielbergers rund 440 Menschen in den sieben weiteren Albaretto-Häusern. Die meisten sind im Betreuten Wohnen untergebracht. Haus 4 richtet sich an Pflegebedürftige. Mit dem Bau von Haus 8 würde Spielberger gerne beginnen. Doch dafür fehlt ihm noch die Genehmigung. Auch ein zehntes Gebäude mit Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen soll noch verwirklicht werden – wenn er das OK des Bauordnungsamtes bekommt.

Seit Jahren im Clinch mit der Stadt

Mit der Stadt liegt der Unternehmer seit Jahren im Clinch. Regelmäßig trifft er sich mit ihren Vertretern vor Gericht. Immer wieder verweigerte die Stadt wegen Verstößen gegen den Bebauungsplan die Genehmigung oder sie stellte den begonnenen Bau (zeitweise) ein. Das war auch beim jüngsten Hotelprojekt der Fall. Letztlich werden die Vorhaben doch verwirklicht, wenn auch wesentlich später als vom Investor erhofft. Spielberger rechnet einmal mit 550 Albaretto-Bewohnern auf dem Areal südlich der Ackermann-Straße.

Der Ursprung des Zwists mit der Stadt liegt mehr als zehn Jahre zurück. Der Unternehmer erwarb damals das Areal, das neben Grundstücken für Einfamilienhäuser zur Ackermann-Straße hin auch die ehemaligen PX-Gebäude der Amerikaner enthielt - dort befinden sich heute ein Aldi, eine Ladenzeile und Albaretto. Der Ärger begann aus Sicht der Stadt damit, dass Spielberger einen geplanten großen freien Platz zu Gunsten eines Parkplatzes immer kleiner machte. Im daneben liegenden Baugebiet „Östlich der Columbusstraße“ bei der Schule Centerville-Süd musste Spielberger 2006 die Erschließungsarbeiten einstellen. Weil weitergebaut wurde, verhängte die Stadt eine Veränderungssperre. 50 Familien waren damals sauer auf die Stadt, weil sie sich als Spielball im Streit mit dem Investor sahen.

Streitfall Kongresshallenparkhaus

Sauer sind aktuell manche Autofahrer, weil sie ihren Wagen nicht mehr im Kongressparkhaus abstellen können. Spielberger ließ dort 2013 einen großen Stein vor die Einfahrt legen, um den Großteil der Garage unbefahrbar zu machen. Hintergrund der Aktion ist wieder ein Streit, diesmal mit einem anderen Investor: Mehrheitseigner Spielberger will den Abriss des Parkhauses und eine Tiefgarage mit Wohnbebauung darüber. Immobilienunternehmer Anton Lotter, der auch Anteile am Parkhaus besitzt, will eine Sanierung. Eine Einigung steht aus.

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