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15.06.2009

Ja, is' denn heut scho' Silvester?

Beim Feuerwerks-Festival "Pyro Games" suchen die besten Feuerwerker der Welt ihren Champion. Diesen Samstag kam die Tournee mit vier internationalen Feuerwerker-Teams an den Lech. Die Gruppen aus Deutschland, Polen, England und Australien tauchten den Himmel über dem Flugplatz Mühlhausen in ein spektakuläres Farbenmeer. Doch es konnte nur einen Gewinner geben.

Bevor es allerdings so weit war, sorgte ein buntes Rahmenprogramm dafür, dass das Warten auf die Dunkelheit nicht allzu schwer fiel. Mit "Purblind" und "BOF" standen gleich zwei Augsburger Bands auf der Bühne. Unterstützt wurden sie von der Berliner Combo "Stamping Feet". Durch den Abend leiteten Andre Kobow, der die Tournee als Moderator begleitet, rt1-Moderator Daniel Lutz und der Kabarettist und Moderator "Herr Braun" alias Roland Krabbe.

Die Feuerwerker legten bis zuletzt Hand an. Drei Tage hatte etwa der deutsche Teilnehmer Guido Rohr alleine für die Konzeption des Feuerwerks benötigt. Bereits am Freitag rückte dann sein drei Mann starkes Team an, um mit dem Aufbau zu beginnen. "Explosiv vorbereitet werden darf aber nur am Tag des Feuerwerks selbst", erklärte Rohr. Seit etwa einem Jahr verdient er sein Geld ausschließlich damit, Freudenfeuerwerke abzubrennen: "Ein geiler Job", wie er selber sagt. Die Zahl "wirklich guter" Feuerwerker schätzt er weltweit auf unter 50.

Professionelle Feuerwerke sind nicht nur Kunst, sie sind auch eine kostspielige Angelegenheit: Rohrs viertelstündige Show liegt "gut im fünfstelligen Eurobereich". Verschossen werden von den Profis keine Raketen, sondern Bomben, die aus Mörsern in die Nacht geballert werden. Das größte Kaliber, das Rohr verfeuerte, hatte 15 Zentimetern Durchmesser. Alles für das eine Ziel, ein möglichst effektvolles Bild an den Himmel zu werfen.

Ja, is' denn heut scho' Silvester?

Mehr als 10 000 Zuschauer geraten ins Staunen

Auch für Veranstalter Michael Wagener ist es wichtig, dass die Zuschauer begeistert nach Hause gehen. Im Gegensatz zu den Feuerwerkern war er am Samstagabend sehr entspannt. Er lobte die Zusammenarbeit mit dem Augsburger Flughafen und freute sich über das gute Wetter.

Seine angepeilte Zahl von 10 000 Zuschauern erreichte Wagener bis zum Feuerwerksbeginn spielend. Vor allem im Augsburger Norden machten es sich viele auch auf Dachterrassen und Balkonen bequem und umgingen damit den großen Stau rund um den Flugplatz.

Nach Einbruch der Dunkelheit stieg die Spannung. Während die letzten Gastrostände langsam ihre Lichter löschten, tauchte der Flugplatz immer tiefer in die Dunkelheit. Dann das Kommando: "Feuer frei!" Fast zwei Stunden lang brannte anschließend der Himmel über Augsburg: Feuerwerks-Bomben explodierten in die unterschiedlichen Farben und Formen.

Zu den Klängen von Robbie Williams oder den Beatles schossen Flammen in die Höhe und drehten sich Sonnenräder. Es knallte und krachte. Zu klassischer Musik schwebten funkelnd und spritzend Schwärmer zu Boden. Schon bald waberten Pulverdämpfe über den Feldern und reflektierten die Lichteffekte. Es roch nach Silvester.

Nach vier großen Feuerwerken wählten die Augsburger den deutschen Teilnehmer Guido Rohr zum klaren Sieger des Feuerwerk-Abends. Mit einer fulminanten Schlussoffensive und guter Synchronisation hatte er seine Gegner aus Polen, England und Australien auf die Plätze verwiesen.

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