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Freilichtbühne

28.06.2013

Jeder Abend ein Happening

Die Hippies kommen: Manfred Weiß, Regisseur des Broadway-Musicals „Hair“, in der farbenfrohen Kulisse der Freilichtbühne.
Bild: Fred Schöllhorn

Das Musical „Hair“ hat morgen Premiere. Für Regisseur Manfred Weiß ist das Stück immer noch aktuell

Schon als Zehnjähriger hat Manfred Weiß die größten Hits aus dem Musical „Hair“ rauf und runter gehört. „So lange, bis die Schallplatte durchgenudelt war“, verrät der Regisseur und lacht. Hunderte Male habe er den Tonarm über die Platte gleiten lassen.

Jetzt inszeniert Weiß das Kult-Musical aus dem Jahr 1968 auf der Augsburger Freilichtbühne – und bekommt bei Hits wie „Aquarius“ oder „Let the Sunshine in“ immer noch Gänsehaut. „,Hair‘ behandelt alles, was mit dem Mythos um die 68er zusammenhängt. Aber auf so utopisch-frohe, fast naive Art, dass es einem das Herz erwärmt“, sagt der Regisseur, der nach der Fußball-Revue „Die Abseitsfalle“ aus dem Jahr 2011 zum zweiten Mal auf der Freilichtbühne Regie führt.

Etwa 110 Mitwirkende – 70 auf und etwa 40 hinter der Bühne – hören derzeit auf Weiß’ Anweisungen, bereiten sich in täglichen Proben auf das Saisonfinale des Theaters vor. Morgen ist Premiere: Dann werden die Hippies um ihren selbstbewussten Anführer Berger (Andy Kuntz) dem angehenden Soldaten Claude (Ulrich Rechenbach) ihre Vision von Gesellschaft und Frieden vermitteln – und den Besuchern gleich mit. „Wir wollen jeden Abend zu einem Happening machen, an dem das Publikum seinen Anteil hat“, sagt Weiß. „Das Stück soll die Besucher bewegen, die Geschichte soll sie ansprechen und ihnen Spaß bereiten.“

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Vorverkauf läuft gut trotz Konkurrenz in Ulm

Viele haben sich ihr Ticket für einen der mehr als 2100 Plätze pro Abend trotz der unsicheren Witterung in diesem Sommer schon gesichert: Der Vorverkauf für die insgesamt 21 Aufführungstermine laufe gut, bestätigt Pressesprecher Philipp Peters. Dass am Theaterstandort Ulm dieses Jahr auch „Hair“ unter freien Himmel gespielt wird (wir berichteten), bremse den Augsburger Ticketverkauf nicht im Geringsten. Tatsächlich unterscheiden sich beide Inszenierungen in wesentlichen Aspekten: Anders als die Ulmer Version bezieht sich „Hair“ in Augsburg nicht auf die Verfilmung aus dem Jahr 1979, sondern auf das Broadway-Musical von 1968.

Zudem hat sich Regisseur Manfred Weiß dazu entschieden, die Handlung im Zeitgeist der später Sechziger zu belassen. „Die Energie und die Aufbruchsstimmung der Zeit sind auf so tolle Art und Weise eingefangen, das funktioniert immer noch.“ Die zentralen Themen des Musicals – Frieden und Bürgerrechte etwa – würden heute wie damals diskutiert: „Die Aktualität liegt auf der Hand.“

Wer so kurz vor der Premiere an der Freilichtbühne entlangläuft, kann das Lager der Hippies schon sehen. Vor der alten Wehranlage am Roten Tor haben sie ihre Zelte aufgeschlagen. Die ehemalige Stadtbefestigung im Hintergrund der Bühne war für Okarina Peter und Timo Dentler ein Glücksfall. Im Team verantwortlich für Bühnenbild und Kostüme, haben sie den alten Bau als Hinweis auf den Anti-Kriegs-Aspekt der Handlung ins Stück integriert.

„Wir wollen zwei Lebensmodelle – das der Militärs und das der Hippies – ganz klar gegeneinander abgrenzen“, erklärt Okarina Peter. Flower-Power trifft Tarnanzug – eben nicht nur bei den Kostümen: Vier Wochen lang ziert die Wehranlage am Roten Tor ein vielfarbiger Regenbogen – das Zeichen der Hippies, die Claude im Verlauf des Stücks für ihre Ideale gewinnen wollen. Ein Passant habe dieses – natürlich abwaschbare – Graffiti im Vorbeigehen übrigens für ein echtes gehalten, erinnert sich Timo Dentler: „Da wussten wir, dass alles authentisch wirkt.“

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