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Augsburg

04.01.2019

Jetzt ist klar, warum das Cortina schloss

Das Eiscafé Cortina in der Karolinenstraße war eine Institution. Nach 59 Jahren hat es jetzt plötzlich geschlossen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Seit Ende 2018 ist das Cortina in der Karolinenstraße dicht. Es ist ein Schritt, den viele Augsburger bedauern. Doch es gab wohl keine andere Möglichkeit.

Am Fenster der Eingangsfront des Eiscafés Cortina hängt noch eine Speisekarte. Salate ab vier Euro, Pasta für 6,80, Pizza ab 5,50 Euro. „Haben Sie Ihren großen Hunger dabei? Dann hätten wir da was für Sie!“, heißt es auf einem Zettel. Wer großen oder auch kleinen Hunger hat, sei es auf Pizza oder Eis, ist beim Cortina in der Karolinenstraße allerdings mittlerweile an der falschen Adresse. Seit Ende vergangenen Jahres ist das Kult-Lokal geschlossen. Aus „betrieblichen Gründen“, wie es in einem Aushang hieß.

Es war ein Schritt, den viele Augsburger bedauerten. 59 Jahre hatte sich das Lokal der Inhaber-Familie Bez an dem Standort gehalten: Da kamen bei vielen Gästen Wehmut auf, als sie von der Schließung erfuhren. Kindheitserinnerungen an spezielle Sorten Eis etwa, für das der Chef Ennio Bez persönlich sorgte.

59 Jahre lang war das „Cortina“ in der Karolinenstraße ein fester Faktor in der Innenstadt. Nun ist das Kult-Lokal geschlossen. Die GmbH hinter dem Eiscafé hat Insolvenz anmelden müssen.
Bild:  Silvio Wyszengrad

Das Cortina musste Insolvenz anmelden

Mittlerweile ist klar, was hinter den „betrieblichen Gründen“ steht, die zur Schließung führten. Die „Cortina Gastronomiebetriebe GmbH“ hat Insolvenz anmelden müssen.

Hinter der Insolvenz stecke eine längere Geschichte, sagt Anwalt Josef Zanker, der die Inhaberfamilie im Insolvenzverfahren vertritt. Erste Probleme habe es mit der Eröffnung der City-Galerie gegeben, also bereits 2001. Seither habe das Besucherinteresse am Cortina nachgelassen, hinzu seien weitere Faktoren gekommen: Mietsteigerungen, eine Baustelle 2014, Schließungen in unmittelbarer Nähe, die den Standort weniger attraktiv machten. Auch spiele eine Rolle, dass es heute erheblich mehr Angebote für Mittagstisch gebe als früher.

Hätte der Betrieb beim Cortina weiterlaufen können?

Rechtsanwalt Holger Tinnesz, der zuständige Sachbearbeiter des Insolvenzverwalters, sagt, man habe durchaus überlegt, ob „eine Fortführung möglich ist“. Angesichts der Ertragslage mache dies allerdings keinen Sinn. Über die Jahre seien Kundschaft und damit Umsatz weniger geworden; Mietrückstände und ein gekündigter Mietvertrag seien letztlich der finale Auslöser der Schließung gewesen. Er habe zwar auch ein Gespräch mit einem Interessenten geführt, ob dieser die Räume übernehmen wolle im Rahmen einer übertragenden Sanierung, dies habe sich aber zerschlagen. Nun werde das Inventar veräußert. Das „Cortina“ wird geschlossen bleiben. Was stattdessen an den Standort kommen könnte, scheint noch nicht festzustehen.

Josef Zanker sagt, die Schließung nehme seinen Mandanten unheimlich mit. Die mittlerweile über 70-jährigen Betreiber hätten immer wieder Nachfolger gesucht, aber keine gefunden. Ihr 60. Betriebsjubiläum hätten sie gerne noch geschafft. Im Juli wäre es soweit gewesen.

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