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Augsburg-Stadt

08.11.2015

Jetzt sind die Radel-Rowdys dran

Fahrradfahrer, die sich in Lechhausen ihren Weg über den Gehsteig bahnen und Fußgänger in Bedrängnis bringen, wollen die städtischen Überwachungskräfte nun verstärkt ins Visier nehmen.
Bild: Annette Zoepf

Wie Stadt und Überwacher auf die Erkenntnisse vom Sag’s der AZ beim Lechhauser Marktsonntag reagieren. Warum mancher Vorschlag schwer zu realisieren ist.

Von Peter Köhler

So langsam wird Lechhausen fahrradfreundlicher. Zumindest bestätigten das viele Besucher bei „Sag’s der AZ“ zum Marktsonntag. Doch auf dem Weg zu einer „Insel der (Fahrrad-)Seligen“ liegen noch einige Stolpersteine. So entwickelten sich beim Radweg auf der Ostseite der Neuburger Straße einige massive, hauptsächlich von Autofahrern verursachte Gefahren. Auch die teils sehr engen Straßen in Alt-Lechhausen bereiten Radlern Probleme, hieß es.

Immer wieder beklagten Besucher Verstöße von Autofahrern und Radlern gleichermaßen. In der Neuburger Straße, wo auf dem östlichen Radweg parkende Autofahrer die Türen öffnen, ohne auf den von hinten herannahenden Radverkehr zu achten. Die Folge: Radler müssen auf die meist stark befahrene Autospur ausweichen und riskieren dabei Unfälle. Doch auch Radfahrer verursachen häufig gefährliche Situationen, wenn sie auf Geh- und Radwegen rasant unterwegs sind – oft sogar gegen die Fahrtrichtung.

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Verkehrsregeln werden missachtet

Der Fahrradbeauftragte der Stadt, Thomas Hertha, verweist auf die gesetzlichen Regelungen. Der Radweg sei gemäß den allgemein geltenden Regelwerken angelegt worden, sagt er. Grundlage dafür seien die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen sowie die Straßenverkehrsordnung. „Dort sind die Grundlagen für die Markierung der Radfahrstreifen vorgegeben. Zwischen dem Radfahrstreifen und dem Parkstreifen ist daher ein Sicherheitsraum von 50 Zentimeter abmarkiert. Die geschilderten Gefahren resultieren leider aus bewussten Missachtungen der Verkehrsregeln“, meint der Fahrradbeauftragte. Einem Fahrradweg auf der westlichen Straßenseite stehen einige Lechhauser skeptisch gegenüber. Der Platz sei – vor allem im Bereich der Haltestelle Lechbrücke – so knapp, dass für einen Radweg schlicht kein Platz vorhanden sei. Für die Westseite wurde laut Hertha eine Vorplanung erstellt, auf deren Grundlage derzeit die notwendigen Leistungsfähigkeitsuntersuchungen durchgeführt würden. Sobald diese abgeschlossen seien, könnten die Planung und das Ergebnis zur Diskussion vorgelegt werden.

Bereits jetzt gibt es laut Irmtraud und Josef Faig sowie anderen Ärger wegen der Verkehrsverhältnisse auf der Westseite. Sie beklagen, dass viele Radler mit hohem Tempo über den Gehweg fahren und dabei immer wieder Fußgänger gefährden. Es sei sogar schon zu Unfällen gekommen. Daher soll auf Wunsch von Anliegern häufiger kontrolliert werden. Dazu meint der Leiter des städtischen Ordnungsdienstes, Gerhard Paar: „Bezüglich der Neuburger Straße liegen uns derzeit keine konkreten Beschwerden vor.“ Er habe aber den Ordnungsdienst beauftragt, in nächster Zeit verstärkt Kontrollen auf der Neuburger Straße durchzuführen. Dabei sollen die Kräfte ein besonderes Augenmerk auf Radel-Rowdys richten.

Umwege für die Anwohner

Eine Mutter, die täglich ihre Kinder im Fahrradanhänger zur Kita bringt, hat angeregt, in der Lützowstraße eine Einbahnregelung einzuführen. Dort würden Radler oft zwischen parkende Fahrzeuge gedrängt, wenn sich zwei Pkw begegnen. Für die Straßenverkehrsbehörde ist das allerdings keine Lösung, so deren Leiter Reinhard Staudenmayer: „Einbahnregelungen führen erfahrungsgemäß zu einer Erhöhung der Fahrgeschwindigkeiten. Dies würde der Einhaltung der Tempo-30-Zonen-Regelung zuwiderlaufen. Außerdem würde eine Einbahnregelung auch unerwünschte Verkehrsverlagerungen sowie entsprechende Umwege etwa für die betroffenen Anwohner bedeuten. Zudem verkehren in der Schillstraße Buslinien in beiden Richtungen.“

Mit der Radwegverbindung in die Hammerschmiede sind Helga Lehmann und Hans-Jürgen Obst grundsätzlich zufrieden. Allerdings seien an der Kreuzung Neuburger-/ Hans-Böckler-Straße die Markierungen für Radler sowie das Warnschild für Autos total verwittert und kaum sichtbar. Daher komme es öfter zu gefährlichen Situationen. Dazu verspricht Hertha: Man werde an dieser Stelle die Markierung und Beschilderung überprüfen und gegebenenfalls erneuern.

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Die Diskussion ist geschlossen.

08.11.2015

»Sie beklagen, dass viele Radler mit hohem Tempo über den Gehweg fahren und dabei immer wieder Fußgänger gefährden.«

Und jetzt frage man sich mal: Warum zum Geier fahren die da ständig? Was ist ihr Motiv, nicht die Fahrbahn zu benutzen? Ich will dieses Verhalten keineswegs verteidigen. Aber man sollte sich wirklich mal die Frage nach dem Hintergrund stellen. Vielleicht kommen dann noch ganz andere Probleme wie die sprichwörtlichen Leichen im Keller zum Vorschein.

»Dabei sollen die Kräfte ein besonderes Augenmerk auf Radel-Rowdys richten.«

Und was ist hieraus geworden:

»Immer wieder beklagten Besucher Verstöße von Autofahrern und Radlern gleichermaßen. In der Neuburger Straße, wo auf dem östlichen Radweg parkende Autofahrer die Türen öffnen, ohne auf den von hinten herannahenden Radverkehr zu achten. Die Folge: Radler müssen auf die meist stark befahrene Autospur ausweichen und riskieren dabei Unfälle.«

Scheint ja nicht viel zu bringen, was bisher dagegen unternommen wird. Ich frage mich daher in dem Zusammenhang schon, warum man in der Überschrift mal wieder ostentativ nur auf eine Gruppe eingeht und warum auch das Ordnungsamt bei den einen angeblich eine besondere Notwendigkeit zu reagieren sieht, bei den anderen aber angeblich nicht. So liest sich das nämlich, wenn wieder nur auf die einen gezeigt werden soll. Im Artikel stehts ja eigentlich drin, dass da keiner auf den anderen zeigen braucht. Warum soll dann ausgerechnet das Ordnungsamt im Speziellen damit anfangen, schwarze Peter zu verteilen? Mir würde es tatsächlich schon langen, wenn die Leute vom OA mehr Personal bekämen und insgesamt einfach den Kontrolldruck erhöhen würden.

»Mit der Radwegverbindung in die Hammerschmiede sind Helga Lehmann und Hans-Jürgen Obst grundsätzlich zufrieden. Allerdings seien an der Kreuzung Neuburger-/ Hans-Böckler-Straße die Markierungen für Radler sowie das Warnschild für Autos total verwittert und kaum sichtbar. Daher komme es öfter zu gefährlichen Situationen.«

Schon putzig... Da ist ein Radweg, und man braucht trotzdem noch ein Warnschild? Ein Warnschild ist immer das Eingeständnis, dass jemand bei der Verkehrsplanung versagt hat.

»Man werde an dieser Stelle die Markierung und Beschilderung überprüfen und gegebenenfalls erneuern.«

Um das darunterliegende Problem zu beseitigen, wird es aber etwas mehr bedürfen, als ein paar neuer Schilder und eines bisschen Farbe.

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