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30.10.2012

Jugendfrisch und abgeklärt

Symphonieorchester in Heilig-Kreuz

Jugendfrisches Sendungsbewusstsein traf auf abgeklärte Souveränität: Aus diesem Spannungsfeld zwischen Dirigenten und Konzertmeister gewinnt das Symphonieorchester Stadtbergen in der evangelischen Heilig-Kreuz-Kirche in Augsburg Kontur und Qualität, ja Tristan Uths Impetus und Leonid Rubinovs Besonnenheit am ersten Geigenpult korrelieren bestens.

Fein getroffen in Tonfall und Gangart war Schuberts „Unvollendete“: Uths Begeisterung für die kreisende Thematik, für Schuberts goldene Mitte zwischen klassischer Hochsprache und Wiener-Ländler-Idiom führte zu einer vitalen Interpretation: Schubert lebte. Deutlich wurden so die kantablen Anläufe aus dem Stillen heraus, die dramatisch und jäh gebrochen wurden. Sinfonisch geerdet zeigte das Orchester seine beste Seite: Natürlich klangen die Streicher nicht durchweg homogen – bei Amateur-Orchestern ist das zu billigen – das Klangbild jedoch war ausgewogen, selbst im Echo-Effekt entfalteten A-Klarinette, Oboe und Flöte Leuchtkraft, voll integriert war das „Blech“.

Bestens fügte sich das Solistenquartett ein

Vom Überschwang gepackt, verlor Uth in Dvoraks D-Dur-Messe mitunter die Balance. Es gilt Chor, Solisten und Orchester auf einen Nenner zu bringen, hat doch Dvorak das Original für großen und kleinen Chor auf Klangfülle getrimmt. Entwickelte das Orchester Präsenz, war das Vocalensemble „Cantio Augusta“ gefährdet. Nur mit Kraft konnte sich der Chor behaupten, im Allegro vivo und der „Cum sancto spirito“-Fuge des Glorias geriet man ins Hintertreffen, es fehlte die Transparenz. Anders die Situation im originellen Credo: Feinfühlig lösten sich die dramatisch zugespitzten Hammerschläge des „Crucifixus“ im „passus et sepultus“ harmonisch auf. Ein Höhepunkt! Bestens fügte sich das Solistenquartett ein: Tenor Benedikt Bader, Sabine Facklers Altfülle, Sopran Cordula Ostertag und Tobias Peschanels Basspräsenz entfalteten nicht nur im Agnus Dei veritable Kanon-Dichte, sondern brachten auch solistische Wechselwirkungen ins Spiel. Dankbarer Applaus!

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