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Augsburg

27.04.2015

Jugendliche tappen oft in die Facebook-Falle

Augen auf bei der Nutzung sozialer Netzwerke im Internet. Gerade auf Facebook werden häufig zu viele persönliche Daten preisgegeben, was drastische Folgen haben kann.
Bild: Anne Wall

Immer häufiger müssen sich Gerichte und Polizei mit den Auswüchsen im sozialen Netzwerk beschäftigen. Doch die Ermittler kommen oft bei den Anbietern nicht weiter.

Facebook bedeutet nicht nur Daumen nach oben: „Gefällt mir.“ Facebook kann in vielen Fällen auch Menschen beleidigen und verletzen, sogar gefährden. Immer öfter müssen sich Polizei und Gericht mit dem sozialen Netzwerk und seinen Auswüchsen beschäftigen. Zum Beispiel vergangene Woche im Amtsgericht Augsburg.

Da musste sich ein Mann verantworten, weil er seine ehemalige Lebensgefährtin, die schwerbehindert ist, auf Facebook beleidigt hatte. Er hatte in den guten Zeiten ihrer Beziehung das Profil für sie angelegt. Als es mit der Liebe vorbei war, loggte er sich unerlaubt in ihren Facebookaccount ein, stellte ihren Status auf „krank“ und versah ihr Profilfoto mit einem Bild von Adolf Hitler.

Ein anderer Fall: Ein Mann beschimpfte einen Polizeibeamten namentlich wüst mit Schimpfworten auf seinem Profil und wurde angezeigt. In anderen Fällen schickten junge Mädchen den Jungs, in die sie verliebt waren, Video-Filmchen von sich und ihren Rundungen. Als sie nicht weitergehen wollten, drohten die Angebeteten damit, die Filme auf Facebook zu stellen. Alle Fälle sind in Augsburg passiert.

„Die Internetnutzer und vor allem die jüngeren Menschen gehen sehr leichtfertig damit um“, weiß Richter Walter Hell. In vielen Situationen würden sie geradezu „naiv“ reagieren, sich keine Sekunde über die Konsequenzen Gedanken machen. Dabei ist für Richter Hell klar: „Facebook ist öffentlich.“

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum

Und es ist kein rechtsfreier Raum, wo Beleidigungen und Bedrohungen ungeahndet bleiben. Auch andere Kanäle werden dafür missbraucht. „Ehrverletzungen und sexuelle Belästigungen sind bei Jugendlichen bei Whats App an der Tagesordnung“, bestätigt Richter Michael Nißl, Sprecher der Strafabteilung des Amtsgerichts.

Vielfach würden junge Menschen Bestätigung im Internet suchen, sich erst geschmeichelt und umgarnt fühlen und schließlich bitter enttäuscht werden. So schnell und unüberlegt Straftaten in Facebook verübt werden, so schwierig ist es oftmals, ihnen beizukommen. „Facebook gibt keine Nutzerdaten heraus. Da müssen schon schwerwiegende Straftaten im Raum stehen“, so Polizeisprecher Siegfried Hartmann. Deshalb sei es umso wichtiger, dass Regeln eingehalten werden.

So sollten nicht zu viele persönliche Daten für jedermann zugänglich gemacht werden, jugendliche Nutzer sollten beleidigende und bedrohende Mails und Facebook-Posts nicht tolerieren und auch nicht selber darauf reagieren, sondern Eltern und andere Vertrauenspersonen mit einbeziehen. „Verbote bringen nichts. Man muss das den Kindern und Jugendlichen auch erklären, warum sie bestimmte Sachen nicht dürfen“, sagt Hartmann.

Ein Präventions-Team des Polizeipräsidium Schwabens, das über „Sicherheit im Netz“ informiert, sei oft in Schulen unterwegs und kläre Schüler, Lehrer und Eltern auf. Aber auch zu Hause müssten Spielregeln eingehalten werden. So hat beispielsweise der elfjährige Sohn von Siegfried Hartmann keinen Zugang zu einem Computer in seinem eigenen Zimmer. „Er besucht eine iPad-Klasse und benutzt es in der Schule und für seine Hausaufgaben zu Hause“, sagt er. Doch er könne nicht selber Apps daraufspielen oder selber etwas herunterladen. „Den Code haben wir für das iPad. Wir möchten schließlich wissen, was er damit spielt und wohin er surft“, betont er. Liebe Eltern, so begleiten Sie Ihr Kind richtig durchs Netz

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