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A8 bei Augsburg

20.05.2019

Junger Mann stellt Warndreieck auf - und wird überfahren

Nicht nur die Sicht ist durch die Gischt getrübt, bei Starkregen und Wasserfilm auf der Straße droht Aquaplaning.
Bild: Conny Kurz/Tüv Süd, dpa (Symbolbild)

Auf der A8 ist am Sonntagabend ein 23-Jähriger überfahren und lebensgefährlich verletzt worden. Er hatte ein Warndreieck aufgestellt - und wurde von einem Auto erfasst.

Aquaplaning ist am späten Sonntagabend auf der A8 bei Augsburg gleich zwei jungen Autofahrern zum Verhängnis geworden. Ein 23-jähriger Autofahrer hatte gegen halb zehn Uhr abends auf Höhe der Anschlussstelle Augsburg-West auf der linken Spur bei regennasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto verloren. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, schleuderte der Wagen gegen eine Betonschutzwand und blieb auf dem Seitenstreifen liegen.

Junger Mann stellt auf A8 Warndreieck auf und wird von Auto erfasst

Während sein Beifahrer zunächst im Auto sitzen blieb, um den Abschleppdienst zu verständigen, stieg der 23-jährige Fahrer aus und stellte ein Warndreieck auf. Er war gerade auf dem Rückweg zum Auto, als er von einem herannahenden Wagen erfasst wurde.

Auf der mittleren Spur hatte nämlich ein 24-jähriger Autofahrer ebenfalls aufgrund von Aquaplaning die Kontrolle verloren. Auch sein Auto schleuderte zunächst nach links gegen die Betonschutzwand. Dann schlitterte der Wagen über den rechten Fahrstreifen bis zum Fahrbahnrand des Seitenstreifens und erfasste den 23-Jährigen, der auf dem Rückweg zu seinem Wagen war.

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Der Fußgänger wurde lebensbedrohlich verletzt und ins Klinikum Augsburg eingeliefert. Der 24-Jährige wurde in seinem Auto eingeklemmt und mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Zur Räumung der Unfallstelle war die A8 an der Anschlussstelle Augsburg-West in Richtung München am frühen Montagmorgen bis 2.30 Uhr gesperrt. Zur Klärung der Unfallursache wurde von der Staatsanwaltschaft Augsburg ein Gutachter beauftragt.

Wie Sie sich bei Unfällen und als Ersthelfer auf Autobahnen verhalten

Der Doppel-Unfall mit zwei schwerstverletzten Autofahrern auf der A8 wirft Fragen auf. Hätte sich der 23-Jährige, der zuerst einen Unfall hatte, beim Aufstellen des Warndreiecks besser schützen können? Hätte er lieber in seinem Wagen bleiben sollen? So pauschal sei das nicht zu beantworten, sagt Alexander Zink, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. "Jede Unfallsituation ist anders, man muss immer den Einzelfall betrachten."

Grundsätzlich sei es wichtig, im Falle eines Unfalls die Ruhe zu bewahren und sich nicht selbst in Gefahr zu bringen, erklärt Zink: "Ist das Auto noch fahrbereit, fährt man möglichst auf den Standstreifen auf der rechten Seite, steigt dann aus und begibt sich hinter die Leitplanken jenseits der Autobahn."

Für zusätzliche Gefahr hat bei dem Unfall am Sonntagabend aber auch das Wetter gesorgt. Ein starker Platzregen hatte die Fahrbahn auf der A8 bei Augsburg erheblich unter Wasser gesetzt. Sobald es zu regnen beginnt, sollten Autofahrer ihre Geschwindigkeit drosseln - gerade bei starken Unwettern, sagt Zink und mahnt: "Wer mit mehr als 100 Stundenkilometern im Regen fährt, muss damit rechnen, die Bodenhaftung zu verlieren." Schon bei der Fahrt durch einzelne Pfützen können Autos ins Schleudern geraten. So, wie es am Sonntagabend gleich zwei Fahrern passiert ist.

Ein Unfall auf der Autobahn ist aufgrund der hohen Geschwindigkeiten besonders gefährlich. Es drohen weitere Fahrzeuge, die ungebremst heranrasen. Wie Sie sich in dieser Ausnahmesituation richtig verhalten, lesen Sie hier.

Auch Ersthelfer sind sehr gefährdet, auf der Autobahn selbst zu verunglücken. Was Sie als Ersthelfer beachten müssen, lesen Sie hier.

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20.05.2019

120 km/h .... aber in Deutschland wird du geredet ....

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20.05.2019

Herr M.S. da hilft auch keine 120 er Geschwindikkeitsbegrenzung, da kannst mit 50 oder noch weniger fahren, bei solch einem Wetter und Fahrbahn. Zu schnell gefahren sind da wohl Alle, sonst hätte es dies Unfälle nicht gegeben.

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20.05.2019

hallo Herr Peter G. natürlich habe Sie Recht....aber trotzdem, die Geschwindigkeit auf den Autobahnen muss begrenzt werden, wie in Polen, Österreich etc. ....

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20.05.2019

Ist natürlich hier der richtige Rahmen für die Diskussion. Sie hätten Politiker werden sollen...

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