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Augsburg

28.03.2015

Kampagne: "Und jetzt kommst du" - falls du nicht im Stau stehst

Die Idee hinter der Kampagne "Und jetzt kommst du" ist gut - doch es gibt einige Probleme.
Bild: Anne Wall

Mit der Kampagne "Und jetzt kommst du" will Augsburg seine modernisierte Innenstadt bewerben. Doch Baustellen und Parkplatz-Chaos bremsen die gute Idee aus - ein Kommentar.

Wir sind die neue Augsburger Innenstadt – so heißt das Leitmotiv einer groß angelegten Kampagne. Das Motto, das dafür gefunden wurde, ist wirklich pfiffig und keineswegs kleinkariert. Die Werbebotschaft "Und jetzt kommst du", mit der in den nächsten Wochen und Monaten auf Plakaten, in Anzeigen und mit Radiospots geworben wird, überzeugt.

Sie macht Appetit auf Augsburg, das sich als attraktive Einkaufsstadt vor allem den Kunden aus dem Umland präsentieren möchte. Shoppen, Genießen und Verweilen – dieses Lebensgefühl will die Innenstadt nach dem jahrelangen Umbau vermitteln.

Voraussetzungen in der modernisierten Innenstadt sind gut

Die Voraussetzungen sind gegeben. Die schön gestalteten Plätze, ein umfangreiches Angebot an Geschäften, auch wenn nicht jeder zu hundert Prozent damit glücklich ist, und eine positive Grundstimmung der handelnden Akteure vor Ort sind ein Plus. Wer Augsburg kennt und gerade die Entwicklung der Innenstadt in den zurückliegenden zwei, drei Jahren intensiv begleitet hat, weiß um die nachhaltigen Verbesserungen. Die Innenstadt ist schön geworden. Viel schöner als früher.

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Doch für die Augsburger Bürger allein ist der Umbau nicht geschehen. Ziel ist, die Bedeutung Augsburg viel stärker als bislang in der Region geltend zu machen. Das Publikum wäre vorhanden. So umfasst das für den Einzelhandel relevante Marktgebiet der Stadt Augsburg annähernd eine Million Menschen.

Im Westen Günzburg, im Norden Donauwörth, im Osten Schrobenhausen und im Süden Landsberg begrenzen das Gebiet, das mit der Kampagne "Und jetzt kommst du" besonders beworben wird. Und je weiter die Menschen von Augsburg entfernt wohnen, desto mehr setzen sie auf das Auto, um nach Augsburg zu gelangen. Zumal wenn es den ländlich geprägten Raum betrifft. Auf der Autobahn A8 läuft der Verkehr immer besser in Richtung Augsburg.

Baustelle auf der B17 wird zum Problem

Zum großen Problem der nächsten Monate wird dagegen eine andere Verkehrsader, die als Nord-Süd-Achse für Augsburg zentrale Bedeutung hat. Die Bundesstraße B17 wird wegen der laufenden Bauarbeiten zur Staufalle. Wer von außerhalb nach langer Zeit mal wieder Lust auf einen Augsburg-Besuch verspürt, mag schnell genervt sein, wenn er auf der B17 nicht vorwärtskommt.

Es ist auch kein Wunder, dass am Tag der großen Innenstadtfeier am Marktsonntag, 3. Mai, das komplette Wochenende zur "baustellenfreien Zone" gemacht wird. Es ist das Eingeständnis, dass natürlich ein erhöhtes Staurisiko eine positive Wahrnehmung der Einkaufsstadt Augsburg nicht fördert.

Unser Liveticker zur B17-Sanierung  

Umso mehr kommt es gerade jetzt darauf an, dass auswärtige Autofahrer gut nach Augsburg gelotst werden. Die jetzige Situation ist miserabel. 85 neue Verkehrsschilder weisen zumindest bald den Weg in die Innenstadt. Es ist eine Minimallösung, die den Charme einer Kleinstadt versprüht. Es ist aber mehr als nichts. Momentan ist nämlich nichts vorhanden. Ein Parkleitsystem, das funktioniert, ist überfällig.

Es ist die zwingende Antwort, wie eine Großstadt in einer technisch immer ausgereifteren Welt auf Bedürfnisse ihrer Besucher reagiert. Parkplatzsuche via Smartphone, so muss sich eine moderne Einkaufsstadt darstellen. Gerade hier hat Augsburg noch erheblichen Nachholbedarf.

Augsburg: Das große Verkehrschaos bleibt aus. In den nächsten Wochen wird es aber wohl öfters zu langen Staus kommen.
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