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Augsburg

21.01.2014

Kann der Kulturpark das Gaswerk zu neuem Leben erwecken?

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Das alte Gaswerk in Oberhausen ist ein Industriedenkmal. Lange Zeit war aber unklar, wie ihm neues Leben eingehaucht werden kann. Jetzt soll der Kulturpark West dorthin umziehen.
Bild: Foto: Fred Schöllhorn

In den nächsten Tagen verraten die Architekten, ob ein Umzug möglich ist und wie teuer er wäre. Noch ist aber unklar, was die Politik will

Einige Wochen schien es still um die Zukunft des Kulturparks West im Reese-Areal und einen möglichen Umzug auf das Gaswerkgelände geworden sein. Erst der Prozess um den Nacktauftritt des Augsburger Malers Siegfried Stiller rückte die Debatte wieder in den Vordergrund. Gegen die Verlagerung hatte der Künstler im vergangenen Juli nackt auf dem Rathausplatz protestiert. Seinen Auftritt wertete das Gericht als Kunst.

Ob sich das Gelände rund um den Gaskessel überhaupt für die Nutzung von Künstlern, Kreativen und Klub-Besuchern eignet, hatten in den vergangenen Monaten andere zu bewerten. Die Stadtwerke, die im Besitz des Geländes sind, hatten eine Machbarkeitsstudie beim holländischen Architekturbüro Dynamo in Auftrag gegeben. Sie sollten klären, welcher Aufwand betrieben werden müsste, um das Gelände kulturell nutzen zu können. „Dabei ging es beispielsweise um Altlastenbeseitigung, um Ertüchtigung der Statik oder um Schallschutz für musikalische Nutzung“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Claus Gebhardt.

Wieviel wird Sanierung und Umbau kosten?

Eine Frage war natürlich auch, wie viel die Sanierung und der Umbau des Geländes kosten würde. Darauf wird es bald eine Antwort geben: Ende Januar werden erst einmal im kleinen Kreis die Stadtwerke der Stadt die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorstellen. „Ich bin selber schon sehr gespannt. Denn ich habe zwar immer wieder einen Zwischenstand der Untersuchungen erfahren, ein Endergebnis kenne ich aber bislang nicht“, so Gebhardt. Die Stadtwerke hatten ausdrücklich „Ja“ gesagt, als die Stadt ihnen die Idee unterbreitete, wie es wäre, den Kupa auf das Gaswerk-Gelände zu verlagern. Claus Gebhardt: „Eine kulturelle Nutzung finde ich hier mehr als sinnvoll. Das passt wie der Schlüssel ins Schlüsselloch.“

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Ob diese Idee auch finanzierbar ist, wird sich mit Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie zeigen. Ob es der Wunsch der vielen Kulturschaffenden ist, ist wiederum eine andere Frage. Bei der Umsetzung der Machbarkeitsstudie haben die Stadtwerke eng mit der Kupa-Geschäftsführung zusammengearbeitet. „Das ist die Keimzelle. Es wird aber bei den Planungen niemand ausgeschlossen. Alle Interessierten können sich ebenfalls an den Planungen beteiligen und ansiedeln“, so Gebhardt. Der weitere Fahrplan ergebe sich aus der Machbarkeitsstudie. „Sobald wir wissen, mit was für Kosten zu rechnen ist, kann vorgefühlt werden, für was es Zuschüsse geben könnte.“

Was passiert nach 2017?

Mit Spannung werden die Ergebnisse auch bei der Stadt erwartet. „Wir haben uns frühzeitig Gedanken über Alternativen zum jetzigen Standort gemacht“, sagt Nicole Christ, Projektleiterin Konversionsflächen im Baureferat. 2017 endet die Nutzung auf dem Gelände der ehemaligen Reese-Kaserne. Rund 42000 Quadratmeter beansprucht derzeit dort der Kupa samt Exerzierplatz, der als Parkplatz genutzt wird. „Es war von Anfang an eine endliche Lösung. Unsere Aufgabe ist es, die Gebiete zu erschließen, mit Infrastruktur zu versehen und am Ende durch die Grundstücksverkäufe auf eine schwarze Null zu kommen“, so Nicole Christ.

Über die Zeit, was nach 2017 passiert, herrscht allerdings noch keine Einigkeit. Während CSU, CSM und Pro Augsburg eine Umsiedlung favorisieren, weil im Falle eines Verbleibens an Ort und Stelle mit Schadensersatzforderungen von Grundstückskäufern gerechnet werden müsste. Die SPD möchte, dass ein Teil des Kulturparks auf dem Reese-Gelände verbleibt. Die Grünen betrachten die Entwicklung des Gaswerkgeländes als Chance und sehen in einer Zukunftswerkstatt einen wichtigen Schritt nach der Machbarkeitsstudie.

Popkulturbeauftragter Stefan Schleifer steht in den Startlöchern. Er findet, dass in der städtebauchlichen Entwicklung des Gaswerk-Areals viel Potenzial steckt. So gebe es bereits eine höhere Nachfrage als ein Angebot an Räumen im Kupa. "Außerdem könnten dann weitere Akteure dazukommen", so Stefan Schleifer. Platz auf dem Gaswerk-Areal gebe es genug. Er würde gerne im März oder April die Zukunftswerkstätte durchführen, die er bereits vorbereitet und bei der sich alle Interessierten beteiligen können.

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