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World Paddle Awards

11.05.2015

Kanusportler feiern ihre Oscar-Nacht

Mit Sportredakteur Peter Deininger (links) und Fotograf Fred Schöllhorn erhielten auch zwei Mitarbeiter unserer Zeitung den erstmals vergebenen „World Paddle Award“.
Bild: Ruth Plössel

Bei großer Gala im Goldenen Saal des Rathauses schreiten die weltbesten Kanusportler und ihre Förderer über den roten Teppich. Auch zwei Augsburger Journalisten wurden ausgezeichnet

Roter Teppich, lange Abendroben, klassische Musik, gleißendes Scheinwerferlicht und prominente Gäste – der Goldene Saal des Augsburger Rathauses erstrahlte bei den ersten „World Paddle Awards“ als große Bühne für die besten Kanusportler aus aller Welt. Erstmals wurden die Auszeichnungen, gewissermaßen die „Oscars“ des Kanusports, in neun Kategorien vergeben. Akademie-Direktor Rob van Bommel aus Australien hatte Weitsicht beweisen, die Premiere der Awards nach Augsburg zu vergeben – in die Heimatstadt von fünf Olympiasiegern aus dem Paddelsport.

„Der Goldene Saal ist wirklich eine Symbolik für die vielen goldenen Momente, die Augsburger Kanuten schon erbracht haben“, würdigte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), den glanzvollen Rahmen der Ehrung. Als Laudator übergab er den Preis an Anu Shrestha aus Nepal und Katyoom aus dem Iran. Die beiden Frauen nahmen den Preis entgegen für das Team Expand&Extend, das weibliche Paddlerinnen in Ländern fördert, in denen sie bei der Sportausübung noch weitestgehend ausgeschlossen sind. Von den 500 geladenen Gästen gab es stehende Ovationen im Gedenken an Shresthas nepalesische Landsleute, die unter den Folgen des verheerenden Erdbebens leiden.

Die einzige deutsche Sportlerin, die an diesem Abend einen Preis entgegennehmen durfte, war die Ausdauer-Kanutin Freya Hoffmeister. Statt aber in Wettkampfdisziplinen anzutreten, beeindruckte Hoffmeister die Jury durch ihre abenteuerlichen Einzelfahrten über die Ozeane der Welt. So hat sie erst vergangene Woche eine mehrjährige Reise abgeschlossen, bei der sie nach Island, Neuseeland und Australien auch Südamerika umrundete. 27000 Kilometer allein auf hoher See, allein in einem Kanu. Tag und Nacht. „Ich danke Gott, dass ich noch lebe. Es gab Momente, da hätte es anders sein können“, sagte die bewegte Hoffmeister, als sie ihren Preis auf dem Podium entgegennahm. Haie, ein durch die Wellen aufgeplatztes Boot oder 60 Knoten starker Wind am Kap Hoorn hatten sie nicht aufgeben lassen.

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Ihre Auszeichnung verdankt sie vor allem ihrer Popularität im Internet, denn auch die Öffentlichkeit hatte bei der Vergabe mitentschieden. Zur Hälfte stimmten bei allen Awards die Akademiemitglieder ab, zur Hälfte wurden die Preisträger per Online-Abstimmung gewählt. Hoffmeister erreichte dabei das größte Publikumsvotum und setzte sich so vor die Slalomweltmeisterin im Kajak, Jessica Fox aus Australien, und vor die mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin Lisa Carrington aus Neuseeland. „An dieser Auszeichnung sieht man die Bedeutung des Kanusports in Deutschland. Zum einen der Spitzensport mit Weltklasseleistungen, aber auch Freya Hoffmeister mit ihrer herausragenden Leistung außerhalb jeglicher Wettkämpfe“, sagte DOSB-Präsident Hörmann.

Auch eine weitere Vertreterin des deutschen Spitzensports gab sich die Ehre. Birgit Fischer, achtfache Olympiasiegerin im Kanurennsport, überreichte den Preis in der Kategorie Bester Sportsmann an den Südafrikaner Hank McGregor, den viermaligen Langstrecken-Weltmeister im Kajak-Einer. Fischer selbst hatte ihren Aufenthalt in Augsburg zum Stadtbesuch und sogar für einen Abstecher an den Eiskanal genutzt und freute sich am Abend über das große, sportliche Engagement in dieser Stadt. „Ich habe die Planungen von Rob van Bommel jetzt ein Jahr lang begleitet und bin begeistert, was hier auf die Beine gestellt wurde. In Augsburg hatten wir alles, was wir brauchten, für die Preisverleihung. Ein großes Kanu-Team und jede Menge Helfer.“

Für die Unterstützung, die der Kanusport in Augsburg erhält, gab es von der Akademie den Sonderpreis. Den erhielten neben der Stadt Augsburg und Werbe-Designer Peter Bulach auch zwei Mitarbeiter unserer Zeitung. Sportredakteur Peter Deininger und Fotograf Fred Schöllhorn begleiten seit vielen Jahren in Wort und Bild die Entwicklung des Kanusports und die Erfolge der Sportler in Augsburg und aller Welt.

Organisiert von Horst Woppowa und Karl-Heinz Englet und unterstützt von Kanu Schwaben Augsburg und Augsburger Kajak Verein gelang ein international geprägter Festabend, den Anja Marks-Schilffarth eloquent zweisprachig moderierte – begleitet von einem grandiosen musikalischen Quartett um Sängerin Isabell Münsch mit Rita Marx am Klavier, Evgeniya Tkacheva an der Violine und Nargisa Yusupova am Violoncello.

Für die Gäste war klar, dass Augsburg an diesem Abend den Maßstab für die Preisverleihung im nächsten Jahr gesetzt hatte – die laut Akademiekreisen dann in Spanien, im Iran oder in Australien stattfinden könnte.

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