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Augsburg

29.03.2018

Kaputte Hessenbachstraße erzürnt Anwohner

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Hausmeister Willibald Spiegl (kniend) und Jens Wunderwald von der Bürgeraktion Pfersee (links neben der Frau im blauen Anorak) haben Anwohner der Hessenbachstraße zum Ortstermin zusammengetrommelt: Sie wünschen sich eine Sanierung, wollen dafür aber nicht zur Kasse gebeten werden.
Bild: Annette Zoepf

Seit langem ist die Straße marode. Dabei bleibt es auch vorerst bis auf den Bereich bei der Ackermannbrücke. Warum Anwohner ein Bürgerbegehren unterstützen.

Ob im Süden, Norden, Osten oder Westens Augsburg. Die Diskussion, ob und wie Bürger an der Sanierung maroder Straßen beteiligt werden sollen, versetzt Anwohner in Aufruhr.

Die bayerische CSU hat Anfang 2018 angekündigt, die Straßenausbaubeiträge (Strabs) abzuschaffen. Dessen ungeachtet läuft seit gut einem Jahr in Augsburg ein Bürgerbegehren für „eine gerechte Kostenverteilung bei der Straßensanierung“. Laut Mitinitiatorin Bettina Müller vom Verein „Für Bürger in Augsburg“ sind mittlerweile mehr als 11000 Unterschriften zusammengekommen. „Eigentlich hoffen wir, dass sich die CSU schnell zu einer Gesetzesänderung durchringen kann und unser Bürgerbegehren somit hinfällig wird.“, sagt Müller. Sollte es jedoch bis zur Sommerpause keine Gesetzesänderung zur Abschaffung der Strabs geben, so werde man die Unterschriften einreichen.

Deutliches Signal setzen

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Müller freut sich, dass die Initiative weiterhin volle Unterschriftenlisten zugeschickt kommt – etwa aus Pfersee. Die Bürgeraktion trommelte erst kürzlich vor dem Kaufhaus Konrad für das Bürgerbegehren. „Wir haben uns entschieden, es zu unterstützen, weil es für uns die wichtigste Form der Bürgerbeteiligung ist“, sagt Vorstandsmitglied Jens Wunderwald. In seiner Stimme schwingt ein gewisses Misstrauen mit gegen die Ankündigung der CSU mit, die Beiträge abzuschaffen. Darüber hinaus wolle die Bürgeraktion ein deutliches Signal setzen, dass beim Unterhalt der Straßen etwas geschehen muss. „Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass dafür die Steuern angeblich nicht mehr ausreichen. Die Stadt kommt hier ihrer Pflicht nicht nach.“

Anlage mit 200 Wohnungen

Was Wunderwald damit meint, wird in der Hessenbachstraße in Pfersee sichtbar, die von der Luitpoldbrücke in Richtung Norden verläuft. Die Fahrbahn besteht aus einem Flickerteppich mit Teerbatzen, Bodenwellen und Löchern. Von Flüsterasphalt können die Anwohner nur träumen. „Wenn der Bus hier durchfährt, ist die Hölle los“, sagt Willibald Spiegl. Er ist Hausmeister der Anlage Wertachpark mit 200 Wohnungen. Und das schon seit 35 Jahren. „Damals war die Anlage noch neu, die Hessenbachstraße sah aber schon genau so aus.“

Zum Ortstermin mit Wunderwald hat Spiegl fast 20 Anwohner der Hessenbachstraße zusammengetrommelt. Treffpunkt ist auf Höhe der Einmündung Zweibrückenstraße, ganz in der Nähe, wo die Goggelesbrücke über die Wertachbrücke stand. „Wenn wir schon die Brücke nicht mehr kriegen, dann wenigstens eine sanierte Straße“, sagt beispielsweise Alois Kiefer.

Ein Stückchen weiter, an der Bushaltestelle, weist ein Schild auf „Straßenschäden“ hin. Dass es vergilbt ist, wundert Katharina Häusler nicht. „Ich habe schon 1988 wegen des schlechten Zustands der Hessenbachstraße an die Stadt geschrieben“, sagt sie und schaut auf das Flickwerk zu ihren Füßen.

Fußweg in beide Richtungen

Dass aktuell tatsächlich Bauarbeiten laufen, könnte Häusler und ihre Nachbarn hoffnungsfroh stimmen. Es handelt sich dabei aber nur um Maßnahmen, die in Zusammenhang mit den Neubau der Ackermannbrücke stehen. Unter anderem müssen die Anschlüsse an der Rampe von der Hessenbachstraße endgültig hergestellt werden. Der Bereich direkt unter der Brücke ist dann im Sommer an der Reihe. Passanten bekommen dort künftig einen Fußweg in beide Richtungen. Zudem werden Parkbuchten für Autos gebaut, um parkende Lastwagen wegzubekommen.

Eine Sanierung der Hessenbachstraße auf ganzer Länge ist laut Bauverwaltung momentan nicht in Sicht. Dafür müsse erst klar sein, dass die Straßenbahnlinie 5 definitiv nicht durch die Hessenbachstraße fahren wird.

Lastwagen und Busse als Verursacher

Ganz aufgegeben scheinen die Anlieger die Hoffnung auf ein Ende der Holperpartie aber noch nicht zu haben. Gleichzeitig haben sie ihren Geldbeutel im Blick. Allein in der Anlage Wertachpark sammelte Hausmeister Spiegl deshalb 70 Unterschriften für das Bürgerbegehren „Bessere Straßen“ Klaus Schwarzstein zählt zu den Unterzeichnern, weil er nicht für die vor allem durch Busse und Lastwagen verursachten Schäden zur Kasse gebeten will. „Viele von uns sind hier zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, wir machen die Straße nicht kaputt“, sagt er.

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29.03.2018

>> ...weil er nicht für die vor allem durch Busse und Lastwagen verursachten Schäden zur Kasse gebeten will. <<

Aber die Anwohner der Hessenbachstraße wollen doch den Bus und nicht die Linie 5 ?!

Dann sollen Sie eben dafür zahlen !

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