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Augsburg

21.05.2015

Keine Fassade: Die SGL-Arena bleibt vorerst nackt

So zeigte sich das Augsburger Fußballstadion am gestrigen Mittwoch. Die Stadt lässt die Arena noch lange „nackt“.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Mehrheit der Stadträte will keine Fassade für die SGL-Arena, weil das Geld nicht da ist. Kritiker sagen: Die Stadt drückt sich.

Die Augsburger Fußballarena bleibt bis auf Weiteres „nackt“. Ob eine Fassade jemals kommt, steht in den Sternen. Die Stadt, die die Außenhülle errichten könnte, sieht sich gegenwärtig aus finanziellen Überlegungen nicht dazu in der Lage. Es gibt auch kein Geld für eine Planung. Die Fassade selbst würde wohl zwischen vier und sechs Millionen Euro kosten, hieß es gestern in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses. Mehrheitlich stimmten die Stadträte für den Kurs von Wirtschaftsreferentin Eva Weber ( CSU).

SGL-Arena: Wer zahlt die Fassade?

Es war eine kurze, leidenschaftlich geführte Debatte. Stefan Quarg ( SPD), der vom Abstimmungsverhalten seiner Fraktion abwich, Rudolf Holzapfel (Pro Augsburg), Volker Schafitel ( Freie Wähler) und Marc Zander ( AfD) machten sich aus unterschiedlichen Motiven für eine schnelle Umsetzung der Fassade stark. Sie unterlagen.

„Der FCA soll zahlen“, sagte Zander. „Dieser Zug ist abgefahren“, erwiderte Eva Weber. Hintergrund: Im Jahr 2011 hatte die Stadt den FCA aus einem Vertrag entlassen, die Fassade zu errichten. Die Stadt bekam damals das Recht, die Fassade zu errichten. „Das Stadion gehört dem FCA und wir würden die Fassade bauen“, erläuterte Weber: „Bevor wir aber nicht wissen, ob der FCA eine Stadionerweiterung macht, können wir auch keine Fassade planen.“ Ob die Entscheidung von 2011 richtig gewesen sei, darüber brauche man jetzt nicht mehr diskutieren, meinte Weber.

Laut Baurecht sei eine Fassade verpflichtend

Die Stadträte taten es aber doch. „Das mit dem Stadionausbau ist ein Totschlagsargument“, sagte Holzapfel, „die Stadt ist doch froh, dass sie sich jetzt drücken kann.“ SPD-Mann Quarg, ein Architekt, betonte, dass der damalige Beschluss „falsch gewesen ist“. Er sei immer ein Befürworter der Fassade gewesen und bleibe es: „Bei dem Thema bekomme ich immer einen dicken Hals.“

Die Wertigkeit des Stadions werde in der politischen Debatte kleingeredet, „es steht am Eingangstor im Süden der Stadt und ist für die Entwicklung Haunstettens wichtig“. Ein Stadion mit Fassade wirke ganz anders. Im übrigen sei es kein Problem, so Fachmann Quarg, dass Architekten eine Fassade planen könnten, die im Fall der Stadionerweiterung ausbaufähig sei. Architekt Volker Schafitel verwies auf geltendes Baurecht, wonach die Fassade verpflichtend sei. Dies wies Weber zurück. Darauf Schafitel: „Dann beenden wir das Kapitel.

Ich habe keine Lust mehr auf weitere Beschlussvorlagen zu diesem Thema.“ Andere Stadträte blieben gelassen. „Wenn das Stadion aufgestockt wird, können wir wieder über die Fassade reden“, meinte SPD-Fraktionschefin Margarete Heinrich. „Die Entwicklung im Süden der Stadt hängt nicht mit dem Stadion zusammen, es gibt für mich Wichtigeres zu finanzieren als eine Fassade“, so Claudia Haselmeier (CSU). Grünen-Stadtrat Christian Moravcik stimmte zu, „weil wir dafür kein Geld haben. Die eigentliche Entscheidung fiel 2011. Es war absehbar, dass es so kommt.“

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