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Augsburg

14.02.2020

Keine Neuauflage fürs Wertachbrucker Thorfest - kommt ein Fuggerfestival?

Im Sommer sollte am Wertachbrucker Tor gefeiert werden, die Stadt müsste aber einen Zuschuss gewähren. Daraus wird nichts.
Bild: Peter Fastl (Archiv)

Plus Im Sommer sollte am Wertachbrucker Tor gefeiert werden, die Stadt müsste aber einen Zuschuss gewähren. Daraus wird nichts. Aber es gibt eine neue Idee.

Auch in diesem Jahr wird es in Augsburg kein Mittelalterfest geben. Die Interessensgemeinschaft (IG) Historisches Augsburg, die mit Christian Nägele von der Agentur „Der Pate“ ein Konzept für eine Wiederauflage des Wertachbrucker Thorfests noch dieses Jahr vorgelegt hatte, ruderte nun im Allgemeinen Ausschuss des Stadtrats zurück. Dies stellt die Stadt vor eine neue schwierige Entscheidung.

Letztes Mittelalterfest in Augsburg war vor drei Jahren

Vor drei Jahren gab es in Augsburg zum letzten Mal ein Mittelalterfest. Es fand 2017 in den Wallanlagen am Roten Tor statt. Die Veranstalter machten damals ein hohes Minus; weil das Wetter während des Veranstaltungszeitraums schlecht war, kamen vergleichsweise wenig Besucher, die IG Historisches Augsburg blieb teilweise auf ihren Kosten sitzen. Danach war erst einmal Schluss mit Feiern: Weder 2018 noch 2019 gab es eine entsprechende Veranstaltung.

Das neue Konzept setzt nun genau bei den Finanzen an: Wolle man künftig wieder historische Feste haben, müsse sich die Stadt mit 100.000 Euro an den Kosten beteiligen, so Anton Nowak von der IG. Andernfalls sehen Verein und Agentur keine Chance für eine Neuauflage. Sie sei wirtschaftlich zu riskant.

Keine Neuauflage fürs Wertachbrucker Thorfest - kommt ein Fuggerfestival?

Schlechter Termin wegen des Plärrers?

Im Allgemeinen Ausschuss kam das neue Konzept nicht gut an. Zwar wollen die Kommunalpolitiker grundsätzlich wieder historische Feste haben. Stadtrat Leo Dietz (CSU), selbst auch im Eventbereich tätig, argumentierte jedoch mit dem Zeitfaktor: „Jetzt noch ein Fest dieser Größe für den Sommer umzusetzen halte ich nicht für machbar.“ Ende August sei aufgrund des Plärrers auch ein schlechter Zeitpunkt für eine weitere Großveranstaltung. Eine Neuauflage des Mittelalterspektakels müsse, so Dietz, durchdachter geplant sein. Das jetzige Konzept entspreche außerdem nicht dem Antrag, den die CSU-Fraktion vergangenen Juni gestellt hatte. Er sah vor, künftig stärker das Kulturreferat sowie die Stadtmarketinggesellschaft Augsburg Marketing einzubinden.

Wegen der historischen Feste greift die CSU den SPD-Ordnungsreferenten Dirk Wurm an. 
Bild: Alexander Kaya (Archiv)


Christian Nägele und Anton Nowak gaben im Ausschuss schließlich selbst zu bedenken, dass der Zeitrahmen für eine Neuauflage im Sommer inzwischen eng gesteckt sei. Sie hätten ursprünglich mit einer Rückmeldung der Stadt im Dezember gerechnet. Eine Aussage, die wiederum Ordungsreferent Dirk Wurm (SPD) verärgerte: „Herr Nägele wusste aus unseren Gesprächen im Dezember, dass das Konzept erst im Februar im Ausschuss thematisiert wird.“ Wurm war deshalb entsprechend irritiert über die plötzliche Kehrtwende der Veranstalter.

Neue Idee: Fuggerfestival in Augsburg

Unklar ist, wie es nun weitergehen soll. Denn das Konzept von Nowak und Nägele sah nicht nur ein Wertachbrucker Thorfest im Jahr 2020 vor, sondern auch ein Bürgerfest im kommenden Jahr. Arbeitstitel: Fuggerfestival. Dieses Fest soll eingebunden sein in die Feiern zum 500-jährigen Bestehen der Fuggerei, das 2021 ansteht. Beide Feste – das am Wertachbrucker Tor und das zum Fuggerei-Jubiläum – sollten mit einem vergleichbaren Etat bewirtschaftet werden. So zumindest hatten es die Veranstalter in ihrem Konzept festgehalten.

Käme das Event kommendes Jahr zustande, wäre es dem Vernehmen nach weitaus größer als das Wertachbrucker Thorfest. Nowak und Nägele können sich als Veranstaltungszone das Areal rund um den Jakobsplatz in der Jakobervorstadt vorstellen, es soll zudem Stationen bis hin zum Roten Tor geben. An verschieden Orten könnten verschiedene Gruppe auftreten. Konkreter dürften diese Planungen aber wohl erst im Lauf des Jahres werden, zumal Stadt und Fugger’sche Stiftungen mit eingebunden werden müssen.

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