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Hochablass

27.01.2012

Keine Pläne für ein Bürgerbegehren

Die Kraftwerksgegner reagieren enttäuscht auf den Beschluss des Stadtrates und widersprechen dem OB.

Die Gegner des Wasserkraftwerks im Hochablass sind doppelt enttäuscht, sagt Willi Reisser. Zum einen enttäuscht darüber, dass der Stadtrat am Donnerstag den Weg für den Bau der Anlage am Lech freigemacht hat. „Davon muss man jetzt ausgehen“, sagt der Vorsitzende der Bürgerinitiative. Sie sind aber auch über das Vorgehen enttäuscht: „Wir hätten erwartet, dass der Stadtrat erst entscheidet, wenn alle Informationen offengelegt sind“, sagt Reisser. Die BI lädt am 15. Februar zu einem runden Tisch.

So lange wollte die Mehrheit im Stadtrat nicht warten. Nachdem zunächst der Plan des Oberbürgermeisters gescheitert war, per Ratsbegehren die Bürger abstimmen zu lassen, ging es schnell. Der Vorschlag von SPD und Grünen, den runden Tisch abzuwarten, fand keine Mehrheit. Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung beschlossen die Räte dann, dass die Stadtwerke den Hochablass für das Kraftwerk nutzen dürfen; es gab nur vier Gegenstimmen. Alle anderen Genehmigungen lagen bereits vor.

Worüber die Gegner nicht enttäuscht sind, ist, dass kein Ratsbegehren zustande kam: „Wir wollten kein Rats- und auch kein Bürgerbegehren“, sagt Reisser. Die Initiative habe nicht geplant, das Kraftwerk mit Unterschriften zu verzögern, bis es sich nicht mehr lohnt. Dies hatte OB Kurt Gribl als einen der Gründe für Ratsbegehren genannt – er wolle schnell Planungssicherheit für die Stadtwerke erreichen. Die Gegner widersprechen: „Ich weiß nicht, wie er darauf kommt“, sagt Reisser. Sie hätten nur Bürgerbriefe entworfen, die Gegner dann an den OB schicken können. Auch nach der Entscheidung planten sie kein Bürgerbegehren.

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Weiter Zweifel an der Wirtschaftlichkeit

Obwohl dem Bau des Kraftwerks jetzt nichts mehr entgegenzustehen scheint, will die Bürgerinitiative nicht klein beigeben. „Wir werden weiter sachlich informieren“, kündigt Reisser an – unter anderem am runden Tisch Mitte Februar, an dem auch Stadt und Stadtwerke sitzen werden. Sie planen im bestehenden Hochablasswehr ein Wasserkraftwerk für rund 10,9 Millionen Euro und wollen damit nach eigenen Worten 3900 Augsburger Haushalte versorgen (insgesamt 11 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr).

Die Gegner zweifeln weiter an der Wirtschaftlichkeit und wollen demnächst eigene Berechnungen vorstellen. Sie fordern ein Gesamtkonzept für den Lech zwischen der Staustufe 23 und dem Hochablass und wollen wissen, wie sich der Fluss nördlich des Kraftwerks verändern wird.

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