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Trauerfeier im Augsburger Dom

07.11.2011

Kerzen und Kränze für den ermordeten Polizisten

Im Augsburger Dom kamen am Montagnachmittag knapp 2000 Menschen zusammen, um nach dem Polizistenmord dem getöteten Beamten zu gedenken.
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Im Augsburger Dom kamen am Montagnachmittag knapp 2000 Menschen zusammen, um nach dem Polizistenmord dem getöteten Beamten zu gedenken.

Knapp 2000 Menschen haben sich am Montag zu der Trauerfeier für den ermordeten Polizisten im Augsburger Dom versammelt.

Das große Bild des ermordeten Polizisten ist gleich neben dem Altar aufgestellt. Es zeigt einen fröhlichen Mann mit blauen Augen und einem Lächeln im Gesicht. Zwei Polizistinnen stehen während der zweistündigen Trauerfeier regungslos daneben und erweisen ihrem Kollegen die letzte Ehre - zusammen mit knapp 2000 Trauergästen, die am Montagnachmittag in den Augsburger Mariendom gekommen sind. Vor dem Bild liegen zahlreiche Kränze und Gestecke, ein paar Meter weiter erinnert eine brennende Kerze an den tapferen Beamten. "Ein Stern, der deinen Namen trägt", ist darauf zu lesen.

Schon vor dem Gottesdienst stauen sich die Busse vor dem Mariendom. Immer mehr Polizisten steigen aus und suchen sich einen Platz in der Kirche. Mehr als tausend Beamte aus ganz Deutschland seien nach Augsburg gekommen, sagt ein Sprecher der Polizei.

Doch auch viele Menschen aus der Bevölkerung nehmen bei dem Gottesdienst Anteil. "Der war so beliebt, der Mann", sagt eine Passantin. Eine andere Frau ist zusammen mit ihrer Nachbarin gekommen. "Ich habe ihn persönlich nicht gekannt, aber das hat ja alle hier betroffen", sagt die pensionierte Beamtin vor dem Gottesdienst.

Innenminister Joachim Herrmann ( CSU) und Landespolizeipräsident Waldemar Kindler sind ebenfalls unter den Trauergästen. Nach der Predigt von Bischof Konrad Zdarsa wendet sich Herrmann an die Trauergemeinde: "Noch immer stehen wir diesem schrecklichen Ereignis fassungslos gegenüber." Der Verstorbene sei ein "wichtiger Mentor" für jüngere Kollegen gewesen. Den Angehörigen sprach Herrmann sein Beileid aus: "Ganz Bayern trauert mit Ihnen." Bischof Zdarsa sagte, man stünde "fassungslos und ohnmächtig vor einer solchen Tat".

"Wir bemühen uns, wieder in den Alltag zurückzukehren", sagt Augsburgs Polizeipräsident Gerhard Schlögl in seiner Ansprache im Mariendom. Auch Herrmann weist auf die psychische Belastung hin. Angesichts des riskanten Berufs warnt er jedoch zugleich vor zu viel Misstrauen und Angst im Polizeidienst. Man dürfe selbst nach dieser Tat nicht in jedem Menschen einen Verbrecher sehen.

Ob das Verbrechen aufgeklärt werden kann, ob die Trauernden Antworten auf ihre vielen Fragen erhalten, ist bislang noch völlig unklar. Denn die Sonderkommission der Kripo hat noch keine heiße Spur. Der 41 Jahre alte Hauptkommissar war am 28. Oktober nach einer Routinekontrolle und anschließenden Verfolgungsjagd erschossen worden. Er hinterließ eine Frau und zwei Söhne.

Seine 30 Jahre alte Kollegin erlitt bei der Schießerei eine Verletzung an der Hüfte. Die unbekannten Täter sind seitdem auf der Flucht. Die Polizei prüft derzeit DNA-Spuren, die am Tatort sichergestellt werden konnten. Ein Abgleich mit bundesweiten Daten brachte aber keinen Treffer. Hoffnungen setzen die Ermittler auch auf Tipps aus der Bevölkerung. Die Belohnung für entscheidende Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens wurde unterdessen auf 55 000 Euro erhöht. An diesem Mittwoch (20.15 Uhr) wird der Fall in derr ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" behandelt.

DNA-Abgleich ergab keinen Treffer

Die Ermittler haben mittlerweile am Tatort gefundene genetische Spuren mit der DNA-Datenbank der Polizei abgeglichen, bundesweit aber keinen Treffer erzielt. Die Suche solle nun auf Europa ausgeweitet werden. Der Augsburger Polizist Vieth war am vorvergangenen Freitag erschossen worden, als  er zusammen mit einer Kollegin zwei verdächtige Motorradfahrer verfolgte. Die Unbekannten  waren vor einer Routinekontrolle geflüchtet und auf der Flucht im Siebentischwald gestürzt.

Als sich Mathias Vieth und seine Kollegin den beiden näherten, eröffnete einer der Täter das Feuer und traf Mathias Vieth tödlich. Seine Kollegin kam mit einem Streifschuss und einem schweren Schock davon. Die Täter sind seither auf der Flucht.

Das Verbrechen an dem Beamten und Familienvater hat viele Menschen erschüttert. Sowohl am Tatort im Siebentischwald, als auch vor der Augsburger Polizeidirektion brennen seitdem Kerzen, haben Menschen Blumen oder Karten abgelegt.

Mathias Vieth wurde vergangene Woche in Königsbrunn  bestattet. Es sollte eine Feier im kleinen Familienkreis werden - letztlich kamen doch 300 Trauergäste. Beim Spiel des FC Augsburg gegen Bayern München am Sonntagabend hatten beide Vereine der Polizei ihre uneingeschränkte Solidarität versichert und sich gegen jede Form von Gewalt ausgesprochen. Beide Mannschaften und die 30.000 Zuschauer gedachten dem ermordeten Beamten dann in einer Trauerminute.

. AZ/dpa

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