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Augsburg

03.09.2016

Kibo, Erdmännchen und Co.: Welche Tiere wir im Augsburger Zoo lieben

Nashorn Kibo ist jetzt ein halbes Jahr alt.
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Nashorn Kibo ist jetzt ein halbes Jahr alt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Augsburger Zoo hat viele Attraktionen. Ob Tiere oder Abenteuerspielplatz – es gibt viele Gründe, ihn zu besuchen. In einem Punkt schweißt er die Augsburger gerade zusammen.

Bei Tieren scheiden sich oft die Geister: Der eine mag Hunde und mag aber keine Katzen, der nächste hält sich in seinem Terrarium eine Schlange, was wiederum den Großteil der Bevölkerung an den Rande des Nervenzusammenbruchs führen würde.

Im Zoo ist es nicht anders. Da hat jeder Besucher sein Lieblingstier. Meins ist seit einigen Monaten Kibo. Es macht einfach Freude, dem kleinen quietschfidelen Nashornbullen zuzusehen, wie er über das Afrika-Panorama wetzt. Bei meinem letzten Besuch suhlte er sich zunächst genussvoll in einer Pfütze und stapfte dann – von Kopf bis Fuß mit Schlamm beschmiert – glücklich an mir vorbei.

Gerne begleite ich meine Freundinnen mit ihren Kindern, die den Zoo mit ganz anderen Augen sehen. Sie könnten stundenlang bei den Erdmännchen verweilen und würdigen dagegen ein Großtier wie Löwe oder Elefant keines Blickes. Sie verfolgen mit Freude, wie sich die Affen durch ihr Gehege jagen und können mit dem Biber, der einfach in seinem Bau ruht, weniger anfangen.

Kibo, Erdmännchen und Co.: Welche Tiere wir im Augsburger Zoo lieben

Andere wiederum schlagen am Eingang nicht den Rundweg ein, der die Besucher zunächst am Seehundebecken, an der Vogelvoliere und der Katta-Anlage vorbeiführt, sondern gehen gleich links: zum Abenteuerspielplatz. Der ist für manches Kind wohl mit die größte Attraktion – mal vom obligatorischen Eis abgesehen.

Freundeskreis des Augsburger Zoos engagiert sich sehr

Ob die Elefanten die nun allerallergrößte Attraktion im Augsburger Zoo sind, wird jeder anders sehen. Grundsätzlich ist die Großtierhaltung in Tierparks strittig. Dass das derzeitige Areal allerdings dringend saniert werden müsste, ist unübersehbar. Letztlich auch wegen der Informationsstände des Freundeskreises des Augsburger Zoos, die die Besucher auf das bislang ungelöste Problem aufmerksam machen. Sie sind derzeit wieder engagiert bei der Sache und bitten um finanzielle Unterstützung. Diese Arbeit ist wichtig: Seit seiner Gründung vor 20 Jahren hat der Freundeskreis Gehege und Anlagen im Wert von rund 3 Millionen Euro finanziert. Ohne diese Hilfe hätte der Augsburger Zoo einige Attraktionen weniger.

Und viele Augsburger helfen mit. Die Großbäckerei Ihle hat 10.000 Elefantenkekse gebacken, die im Zoo gegen eine Spende von 5 Euro verkauft werden. Häftlinge des Aichacher Frauengefängnisses haben ein Zebra gebastelt, das versteigert wird. Der Erlös soll zum Bau des neuen Elefantenhauses beitragen. Ein anderes Beispiel ist die Stadtsparkasse Augsburg. Sie unterstützte die Fotoaktion „Es rappelt in der Kiste!“ Teilnehmer konnten sich in einer Kiste fotografieren lassen und das Bild einschicken. Die Stadtsparkasse spendete zehn Euro pro Foto. 10.000 Euro kamen zusammen.

Kibo, Erdmännchen und Co.: Welche Tiere wir im Augsburger Zoo lieben
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Nashorn Kibo ist kein kleines Nashornbaby mehr
Bild: Silvio Wyszengrad

Und auch als ich kurz vor dem ersten Heimspiel die Geschäftsstelle des FC Augsburg in der Donauwörther Straße besuchte, habe ich dort eine tierische Begegnung. Ein langjähriges Mitglied ist auf den FCA zugegangen und hat dort angefragt, ob er ihn bei seiner persönlichen Hilfe für den Zoo unterstützen würde. Das hat der Verein gerne gemacht. Nun gibt es dort kleine, von Hand geschnitzte Holzelefanten in den Vereinsfarben Rot-Grün-Weiß samt einem kleinen Vereinslogo gegen eine Spende von mindestens fünf Euro zu kaufen.

Diese vielen verschiedenen Aktionen bringen den Zoo wieder einen Schritt weiter: Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Was noch fehlt, ist die Unterstützung von großen Firmen.

Für die verbliebenen zwei Elefanten im Augsburger Zoo ist eine schnelle Lösung des Problems nur wünschenswert. Wer weiß, wie lange die alte Elefantendame Targa überhaupt noch lebt.

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