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19.02.2018

Kickboxen, das ist für ihn der absolute Kick

Topfit ist Ilker Albayrak, auch mit seinen 50 Jahren. Deshalb überlegt er jetzt, ob er seine bereits beendete Karriere als Kickboxen doch wieder fortsetzt.
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Topfit ist Ilker Albayrak, auch mit seinen 50 Jahren. Deshalb überlegt er jetzt, ob er seine bereits beendete Karriere als Kickboxen doch wieder fortsetzt.

Kampfsport Weltmeister Ilker Albayrak zog sich vor drei Jahren in die Trainertätigkeit zurück. Doch wenn er seine Jungs im Ring coacht, dann würde er am liebsten selbst antreten. Tut er es?

Königsbrunn/ Schwabmünchen Kickboxen ist ein knallharter Sport. Das erfuhr Julian Schuler gleich bei der Kickbox-Gala in Königsbrunn bei seinem ersten Kampf, und zwar schmerzlich. Sein Trainer, Ilker Albayrak aus Mittelneufnach, sieht aber deshalb keinen Grund zur Resignation. Und: Der 50-Jährige, der sogar schon Weltmeister war und seine Karriere beendet hatte, denkt jetzt über ein kurzes Wiederaufleben nach.

Zum ersten Mal zu einem Kickboxkampf in den Rings steigen, das ist schon eine ganz besondere Erfahrung, die Julian Schuler in Königsbrunn machte. Der 19-Jährige trainiert seit gut zwei Jahren bei Ilker Albayrak sowohl in Schwabmünchen als auch in Thannhausen. Er fühlte sich gut vorbereitet und fit. Trotz aller Warnungen und guten Hinweise durch seinen erfahrenen Trainer – viel von dem, was er gelernt hatte, war im Ring plötzlich weg: Die Agilität, die Schnelligkeit, die gute Deckung. Auf ihn prasselte sofort ein Hagel an Schlägen ein, den er so schnell gar nicht verarbeiten konnte. Bums, schon lag er am Boden und wurde angezählt.

Die ersten beiden Runden gingen klar an seinen Gegner aus Günzburg. In der dritten fand Schuler dann ein wenig zu sich selbst, bestimmte sogar über weite Strecken den Kampf und gewann sie. Trotzdem, die Niederlage war perfekt. Aufarbeitung war angesagt: „Im Ring verlierst du schon mal 50 Prozent deiner Kondition durch die Anspannung und das Drumherum. Wenn du dann nicht ausreichend Reserven hast, gehst du unter“, erklärt Albayrak und meint weiter: „Julian hatte eine Blockade im Kopf, die sich zu spät löste. Er konnte sich auf seinen Gegner, der im Straßenschlägerstil kämpfte, nicht einstellen.“

Albayrak weiß ganz genau, wovon er spricht, denn der gebürtige Türke, der seit 42 Jahren in den Stauden lebt, steht als Kickboxer schon 36 Jahre im Ring, holte viele Titel bis hinauf zum Weltmeister und ist seit vielen Jahren Trainer gleich in mehreren Sportarten (Thai Boxen, Power Dumble, Kickboxen, Crossfit...). 14 Stunden unterrichtet der Mittelneufnacher Woche für Woche, macht immer voll mit und absolviert zusätzlich noch drei Trainingseinheiten für sich, ist als fit wie der sprichwörtliche Turnschuh.

Das Kickboxen, das war fast schon immer seine große Liebe: „Mit 14 fuhr ich fast täglich mit dem Mofa von Mittelneufnach nach Mindelheim ins Training. Von da an wusste ich: Das ist mein Sport.“ Warum? Ihm gefallen die Härte, die vielen Schlagmöglichkeiten, die Kämpfe und das Training, die bis an die Substanz gehen.

Vor drei Jahren beendete der Weltmeister seine aktive Karriere, widmet sich fast ganz dem Training anderer. „Wenn ich Kurse gebe, sind die Schüler meine Kunden. Wenn ich Kickboxer unterrichte, sind sie Familie“, sagt er und fügt hinzu: „Ich sage immer, wenn sie in den Trainingsraum kommen: Wenn die Tür zu ist, gehört ihr mir.“

15 bis 18 Kämpfer hat er jedes Mal im Training, sogar ein Mädchen ist darunter. Daraus entwickelte sich so mancher erfolgreiche Athlet. Sein größtes Talent ist derzeit der 21-jährige Radenko Krstic (88 Kilogramm), der am Samstag in Ulm um die deutsche Meisterschaft K1 kämpft, eine Kombination aus Thai- und Kickboxen mit noch mehr Schlagfreiheiten.

„Wenn ich nicht mehr trainieren und mich um meine Athleten kümmern würde, dann würde ich sicherlich krank oder hätte zumindest ein schlechtes Gewissen. Ich brauche diesen Sport. Er hat mich geprägt und ich würde heute wieder alles genauso machen“, betont Albayrak.

Jahrzehnte absolvierte er, auch als Profi, massenhaft Kämpfe. Wie viele, das weiß er nicht mehr. Vor drei Jahren machte er damit Schluss. Doch jetzt juckt es ihn doch wieder: „Ich habe das Angebot erhalten, bei der Masters-Weltmeisterschaft im Herbst in Jamaika zu kämpfen. Das reizt mich. Aber dann beginnt wieder die ganze Schinderei der monatelangen extrem harten Trainingsvorbereitung. Mal sehen, ob ich mich dazu durchringe.“

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