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Augsburg

05.09.2019

Kinder, Verkehr, Baustellen: Welcher Lärm stört die Augsburger?

Die Stadt Augsburg startet eine Bürgerumfrage. Sie will wissen, von welchem Lärm sich die Augsburger gestört fühlen.
Bild: Malzahn BdH (Symbol)

Plus Die Stadt Augsburg startet eine Bürgerbefragung zum Thema Lärm. Sie will wissen, welche Geräusche die Menschen am meisten stören - nicht zum ersten Mal.

Spielende Kinder, der Rasenmäher in der Nachbarschaft oder betrunkene Jugendliche, die abends durch die Stadt ziehen. In Augsburg gibt es viele Lärmquellen, über die sich die Menschen aufregen, sich beschweren oder von denen sie sogar krank werden.

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Welche genau das sind, das will die Stadt jetzt von ihren Bürgern wissen. Vom 20. September bis 8. November findet eine Bürgerumfrage zum Thema Lärm statt. Der Fragebogen kann online ausgefüllt oder beim Umweltamt der Stadt Augsburg abgegeben oder eingeschickt werden.

Bereits 2016 führte die Stadt Augsburg eine anonyme Befragung unter den Bürgern durch. Mit dem Ergebnis: Die größte Belastung für die Menschen in Augsburg ist der Lärm von Autos, Motorrädern und Bussen auf der Straße - und zwar an konkreten Stellen in der Stadt. Besonders laut ist es zum Beispiel am Klinkerberg, an der Hans-Böckler-Straße und der Haunstetter Straße. Die Anwohner hoffen vor allem auf zwei Maßnahmen, die Verbesserungen bringen sollen: Geschwindigkeitsbegrenzungen und Flüsterasphalt.

An der B17 ist es in Augsburg am lautesten, im Haunstetter Wald am leisesten

Die Stadt Augsburg misst im gesamten Stadtgebiet ganz genau, welche Lautstärken die Menschen aushalten müssen. Dazu hat sie eine interaktive Lärmkarte erstellt. Dort ist genau nachzulesen, wie laut es an welchen Stellen in der Stadt ist und welche Dezibel dort festgestellt wurden. Das ist die Einheit, in der Geräusche gemessen werden.

Besonders viel Lärm gibt es im Stadtgebiet zum Beispiel entlang der B17 mit bis zu 80 Dezibel und am Augsburger Flughafen. Auf dem Abschnitt der A8, der durch das Gebiet der Stadt führt, erreichen die Werte sogar einen Spitzenwert von über 80 Dezibel. Besonders leise ist es dafür im Haunstetter Wald mit unter 35 Dezibel, genauso wie am Anhauser Weiher und am Wellenburger Wald.

Die üblichen Geräusche, die man aus der Umwelt kennt, bewegen sich in der Regel zwischen 20 Dezibel und 120 Dezibel. Das fängt bei leisem Blätterrascheln an und geht in etwa bis zu einem Rockkonzert oder Flugzeugtriebwerk. Alles, was darunter liegt, nehmen Menschen als Ruhe und Stille wahr. Alle Geräusche, die darüber liegen, übersteigen die Schmerzschwelle des Gehörs und können langfristige Schäden anrichten.

 

Grundsätzlich kann der Mensch überhaupt etwas hören, indem das Gehör Schallwellen aufnimmt und das Gehirn diese Reize umwandelt. Laut Definition des Umweltbundesamtes sagt Lärm aber etwas darüber aus, wie wir das Geräusch empfinden. Schall wird dann zu Lärm, wenn er das menschliche Gehör stört, belästigt oder sogar schädigt.

Lärm kann das Gehör und den Körper dauerhaft schädigen

Laut Umweltbundesamt hat Lärm unterschiedliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Das reicht von kurzzeitiger Beeinträchtigung des Hörvermögens bis hin zur Schwerhörigkeit. Auch dauerhafte Ohrgeräusche wie Tinitus-Beschwerden können auftreten.

Doch nicht nur das Gehör leidet darunter. Nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes hat Lärm auch Auswirkungen auf den gesamten menschlichen Körper, er beeinflusst also nicht nur das subjektive Wohlbefinden und die Lebensqualität, sondern kann dauerhaft krank machen. Er kann zum Beispiel den Blutdruck, die Herzfrequenz und den Kreislauf verändern. Der Körper kann Stresshormone ausschütten. Auch mögliche Langzeitfolgen, ausgelöst durch chronische Lärmbelästigung, sind dem Umweltbundesamt bekannt, das regelmäßig Studien und Laboruntersuchungen zu dem Einfluss akustischer Umweltfaktoren durchführt. Dazu können Arterienverkalkung, Herzkrankheiten und Herzinfarkt zählen.

Nicht nur Menschen können durch Lärm geschädigt werden - auch Wildtiere sind betroffen. Lärm kann Untersuchungen des Umweltbundesamtes zur Folge auch Einfluss auf die Ortung von Beutetieren, auf die Paarung sowie auf die Aufzucht des Nachwuchses haben.

In Augsburg gibt es verschiedenen Anlaufstellen, wo man sich beschweren kann

In Augsburg gibt es verschiedene Anlaufstellen, wo man sich als Bürger beschweren kann. Zum einen gibt es ein Beschwerdetelefon direkt bei der Stadt. Grundsätzlich hängt es aber auch von der Art des Lärms ab.

Bei Verkehrslärm kommt es darauf an, wo die Straße verläuft und wer zuständig ist. Das kann die Autobahndirektion, das Staatliche Bauamt, das Landratsamt oder die Gemeinde sein. Bei laut vorbeifahrenden Zügen sind die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt zuständig, um Beschwerden anzunehmen. Bei Gewerbegebieten, Sportveranstaltungen oder in der Nachbarschaft ist das jeweilige Landratsamt, die Stadt oder die Gemeinde die richtige Anlaufstelle. Das Gleiche gilt bei Lärmbelästigungen von Gaststätten, Diskotheken und Veranstaltungen. Auch bei Lärmproblemen am Arbeitsplatz gibt es einen Ansprechpartner, bei dem sich Betroffene beschweren können: das Gewerbeaufsichtsamt.

Lesen Sie hier: Spielende Kinder im Garten - Was Nachbarn akzeptieren müssen

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