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Augsburg

27.04.2015

Kinder angesprochen? Polizei prüft Meldungen in Augsburg

In Augsburg soll ein Unbekannter am Sonntag versucht haben, ein Kind anzulocken. Die Polizei prüft den Fall - während die Gerüchteküche in den sozialen Netzwerken brodelt.
Bild: Manuel Wenzel (Symbolbild)

In Augsburg sollen in zwei Fällen Kinder aus Autos heraus angesprochen worden sein. Die Polizei prüft die Fälle - während die Gerüchteküche in den sozialen Netzwerken brodelt.

Ein schwarzer Mercedes mit Kölner Kennzeichen. Die Anzeige einer Mutter aus Haunstetten, dass ihr Kind angesprochen worden sei. Eine ähnliche Meldung aus Augsburg-Oberhausen. Dazu die Fahndung nach zwei in Regensburg geflohenen Sexualstraftätern: Für die Polizei in Augsburg sind es schwierige Ermittlungen in einem Umfeld, in dem sich Wahrheit, Gerüchte und Angst miteinander vermengen.

Klar ist, dass am Sonntag eine Mutter bei der Polizei Anzeige erstattet hat. Ihr Kind habe berichtet, dass es von zwei Unbekannten angesprochen worden sei, die ihr angeblich ein Meerschweinchen zeigen wollten. "Das Ganze ist der Meldung zufolge in der Inninger Straße passiert", berichtet Thomas Seitz vom Polizeipräsidium Schwaben Nord. "Wir sind dieser Anzeige natürlich nachgegangen."

Viele Meldungen in den sozialen Netzwerken

Zugleich beschäftigen sich die Beamten mit einer Meldung, nach der vergangene Woche in Augsburg-Oberhausen eine Schülerin aus einem Fahrzeug heraus angesprochen worden sei. 

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"Im Rahmen der Ermittlungen haben sich bisher allerdings keinerlei konkreten Hinweise auf bestimmte Fahrzeuge oder Personen ergeben", so Seitz am Montagnachmittag.

Für die Beamten sind die Ermittlungen so schwierig, weil es nicht nur die beiden Anzeigen gibt. Gleichzeitig prasseln auf die Ermittler ungezählte Meldungen aus den sozialen Netzwerken herein. Vor allem bei Facebook und Whatsapp verbreiten Nutzer eine wilde Mischung aus Gerüchten und Wahrheiten, was die angeblichen Kontaktversuche in Augsburg betrifft.

Eltern sollten grundsätzlich vorsichtig sein

Die angezeigten Vorfälle in Haunstetten und Oberhausen werden in den Facebook- und Whatsapp-Meldungen vermischt mit der Nachricht, dass vor zehn Tagen in Regensburg zwei Sexualstraftäter aus einer Psychiatrie entflohen waren. Wo sie sich aufhalten, ist unklar. Daneben warnen Nutzer in den Sozialen Netzwerken vor einem Mercedes mit Kölner Kennzeichen, mit dem mögliche Verdächtige unterwegs seien.

Was an den Meldungen wahr ist, was nur Gerüchte und "stille Post", das müssen die Ermittler nun abklären. "Insbesondere im Falle der entwichenen Sexualstraftäter aus Regensburg bestehen keine Erkenntnisse, wonach die Flüchtigen im Zusammenhang mit einem verdächtigen Ansprechen von Kindern in Augsburg stehen", sagt Seitz. "Auch führen die Ermittlungen der dortigen Kripo zu deren Aufenthalt nicht in den Augsburger Raum."

Die Ermittlungen der Polizei gehen weiter. Dabei bitten die Fahnder um Unterstützung.  "Eltern sollten grundsätzlich vorsichtig sein, ihre Kinder entsprechend sensibilisieren und bei verdächtigen Vorfällen sofort die Polizei informieren", sagt der Polizeisprecher. Die Polizei rät aber auch, gerade in diesen sensiblen Fällen verantwortungsvoll zu handeln. "Insbesondere sollten bundesweit bestehende Informationen zu ähnlichen Fällen nicht ungeprüft weitergeleitet werden. Damit werden Zusammenhänge hergestellt, die wiederum zu Gerüchten führen und besorgte Eltern verunsichern." bo

Update 14.50 Uhr: Details zu dem Vorfall in Oberhausen, der Anzeige aus Haunstetten und dem Ermittlungsstand der Polizei ergänzt. 

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