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Westendorf

13.03.2018

Kino: Ein Dorf hängt Augsburg ab

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Es heißt Cineplex Meitingen, steht in Westendorf: In Sichtweite der B2 eröffnet am Samstag das neue Großkino der Betreiberfamilie Rusch.  
Bild: Marcus Merk

An der B 2 nach Donauwörth heißt es ab Samstag: „Film ab“. Dort entstand als Ersatz für das alte „Cinderella“ für acht Millionen Euro ein Freizeittempel, der jedes Jahr mindestens 150000 Menschen anlocken soll

Seit am Montag der Kran anrückte und den Schriftzug hoch oben an der Fassade anbrachte, ist es nicht mehr zu übersehen: In der Region gibt es ein neues Kino. Am kommenden Samstag öffnet das Meitinger Cineplex erstmals für Publikum seine Pforten und der kleine Ort Westendorf wird das große Augsburg in der deutschen Kinorangliste meilenweit abhängen... Doch dazu später mehr.

Zunächst die Fakten zu dem acht-Millionen-Euro-Projekt in Sichtweite der B2: Bauherren des neuen Freizeittempels sind Werner Rusch und seine Familie, die in der Region etliche Kinos betreiben, auch in Aichach und Königsbrunn. Das neue Projekt in Meitingen liegt in Händen von Alexander Rusch. Der 35-Jährige erklärt, warum der Bau länger dauerte als geplant. Zunächst hatte es Probleme mit dem Grundwasser gegeben. Hinzu kam, dass die Hochbaufirma dreieinhalb Monate länger brauchte als vorgesehen. Schließlich hätte es noch mehrere kleinere Verzögerungen gegeben. „Bei einem Kinobau ist vieles nicht von der Stange“, sagt Rusch.

An heutigen Mittwoch aber ist für die Betreiber nun ein entscheidender Tag – es ist die letzte vielen Baubesprechungen anberaumt. Am Samstag, 17. März, sollen die Besucher alle sieben Kinosäle mit insgesamt 800 Sitzplätzen besichtigen und dort auch schon Filme sehen können. Rusch verrät außerdem, was die Gäste am Eröffnungstag erwartet: „Die ersten 500 Besucher erhalten einen Stoffrucksack gefüllt mit Gutscheinen und Geschenken.“ Außerdem werde es für alle einen Sektempfang und eine Party geben, ehe die Filme anlaufen.

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Das große neue Kino im Gewerbegebiet wird mit allem ausgerüstet werden, was modernste Kinos bieten: Von Laserprojektion über 3-D bis hin zu Technik für Tagungen. Eine Besonderheit sind die Motion-Seats-Sessel, die sich mit dem Film mitbewegen. Dabei wird der Zuschauer aber nicht wild durchgeschüttelt. Vielmehr geht es dabei um feine Bewegungen.

Für Kinder wird es einen Indoor-Spielplatz geben, der sich über zwei Etagen erstreckt und mit einer großen Rutsche vom Ober- ins Erdgeschoss ausgestattet ist. Motto: Wer erst tobt, kann danach ruhig sitzen.

Das Cineplex löst das alte Cinderella-Kino beim Meitinger Freibad ab. Die Familie Rusch und die Fans haben bereits Abschied genommen. In dem 1992 gebauten Lichtspielhaus mit vier Sälen lief am Samstag der letzte Film. Am Sonntag strömten Hunderte Menschen herbei, um ausrangierte Stühle für einen guten Zweck zu ergattern.

Rund 45000 Besucher zählte das alte Kino pro Jahr, im neuen sollen es mehr als drei Mal so viel werden. Mit mindestens 150000 Besuchern kalkulieren die Ruschs in Meitingen –´wobei das nicht ganz richtig ist.

Denn eigentlich liegt das neue Kino auf dem Gebiet der an Meitingen angrenzenden 1600-Seelen-Gemeinde Westendorf. Das „Kinodorf“ im Augsburger Land kommt damit auf einen Schnitt von einem Kinoplatz für zwei Einwohner – an diesen Wert kam Augsburg selbst in seinen besten Zeiten nicht heran.

Die Fuggerstadt schmückte sich Anfang des Jahrzehnts mit Rang eins der Kinoplatz-Tabelle deutscher Großstädte. Damals gab es in Augsburg 21 Plätze je 1000 Einwohner. Doch seit das Großkino Cinestar im Fuggerstadtcenter dicht gemacht hat, reicht es im Städteranking nur noch zu einem Platz im hinteren Mittelfeld. Immerhin: Im Mai soll der Fuggerstadtcenter unter dem Namen „Helio“ wieder eröffnen und auch das Cinestar will einen neuen Anlauf wagen. Dort gibt es neun Säle mit insgesamt 2000 Plätzen – an Westendorfs Zahlen kommen die Augsburger aber natürlich nicht mehr heran.

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