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Augsburg

27.04.2009

Kirche behält Weltbild

Der Verkauf der Verlagsgruppe Weltbild ist vorerst vom Tisch. Verkauft wurden lediglich bestimmte Anteile. Von Nicole Prestle

Der Verkauf der Verlagsgruppe Weltbild ist vorerst vom Tisch. Dies gab das Unternehmen gestern Abend nach einer Gesellschafterversammlung bekannt. Verkauft wurden lediglich Anteile am Internetshop bol.com. "Mit dieser finanziellen Stärkung müssen wir nun versuchen, die schwierige wirtschaftliche Situation zu meistern", sagte Weltbild-Aufsichtsratschef Klaus Donaubauer auf AZ-Nachfrage.

Wie berichtet, wollten sich die Besitzer der Verlagsgruppe - 14 Diözesen, darunter auch Augsburg - von Weltbild trennen. Als Interessenten wurden Bertelsmann, Thalia, Hugendubel oder auch Holtzbrinck genannt. Als mögliche Kaufsumme schwebten bis zu 1,5 Milliarden Euro im Raum. Insider gehen davon aus, dass die aktuelle Wirtschaftskrise den Deal verhindert hat. Die Diözesen hätten, so heißt es, wohl nicht den Erlös erzielt, den man sich wünschte. Donaubauer wollte diese Vermutungen gestern nicht kommentieren. "Die Besitzer stehen hinter dem Unternehmen. Das ist unsere wichtigste Aussage", sagt er.

Die Verlagsgruppe wird in den nächsten Monaten restrukturiert. Organisationen, Abläufe und Zuständigkeiten sollen überprüft und neu ausgerichtet werden. In wie weit davon auch Arbeitsplätze betroffen sein könnten, dazu wollte sich Donaubauer gestern nicht äußern. In Augsburg gibt es 1900 Arbeitsplätze. Bestätigt ist seit längerem, dass die Zahl der Mitarbeiter in der Produktion von 41 auf 15 heruntergefahren wird.

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"Die Arbeitsplätze und die Rechte der Mitarbeiter müssen gesichert werden. Die Bischöfe stehen hier in besonderer Verantwortung", sagte gestern Verdi-Chef Helmut Schwering in einer ersten Stellungnahme. Der Weltbild-Betriebsrat war am Abend nicht zu erreichen.

Die Verlagsgruppe Weltbild befindet sich seit über 50 Jahren in kirchlicher Verantwortung. Der Umsatz lag zuletzt bei 1,9 Milliarden Euro. Insider glauben, dass der Verlag den Diözesen zu schnell gewachsen ist. Zudem gab es vermehrt Kritik aus Kirchenkreisen an Verkaufsschlagern aus dem Bereich Erotik und Esoterik.

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