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Augsburg

11.07.2018

Kirchensanierungen kommen teuer

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Dem Evangelisten Lukas ist das charmante Ensemble am Rande der Firnhaberau geweiht. Die größte von mehreren dringend notwendigen Maßnahmen ist nach Auskunft von Pfarrer Hans Borchardt die Neueindeckung des Kirchendaches.
Bild: Annette Zoepf

Viele Augsburger Sakralbauten aus dem vergangenen Jahrhundert müssen umfangreich saniert werden.

Dem Erhalt der christlichen Andenken widmen katholische und evangelische Kirche größte Aufmerksamkeit. Diözese und Diakonie investieren in nächster Zeit allein 6,5 Millionen Euro und noch mehr in den Erhalt ihrer in die Jahre gekommener Gotteshäuser.

Christkönig/Hammerschmiede Seit dreieinhalb Jahren übt sich die katholische Gemeinde Christkönig in der Hammerschmiede schon in Geduld: Das Weihnachtsfest konnten sie im Jahr 2014 noch in ihrer Kirche feiern – dann musste sie geschlossen werden. Der Grund: Bei Standsicherheitsprüfungen war festgestellt worden, dass das Kirchendach, vor allem wenn Schnee darauf liegt, nicht mehr tragfähig genug ist. Und auch die Hitze im Sommer würde das Ihre dazu beitragen, dass sich womöglich Verleimungen im Dach lösen konnten.

Zur Feier der Gottesdienste zog die Gemeinde in das Pfarrheim Edith Stein um. Zurückkehren konnte sie knapp ein Jahr später, nachdem im Inneren der Kirche ein Gerüst aufgestellt worden war. Das steht noch immer. Aber es tut sich was: In den vergangenen Wochen, so Pfarrer Manfred Krumm, hat die Gemeinde die Baugenehmigung für die Sanierung ihres Kirchendachs erhalten, die Arbeiten konnten ausgeschrieben werden, und es sind auch schon erste Angebote von Firmen, die die Sanierung durchführen, eingegangen.

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Auch hat das Bauamt der Diözese Augsburg schon erste Verträge für die Sanierung mit Firmen geschlossen. Pfarrer Krumm geht davon aus, dass im Sommer mit den Arbeiten begonnen werden kann. „Endlich ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen“, sagt er. Die Kosten für das Projekt werden auf 1,5 Millionen Euro geschätzt. Die Kirche Christkönig ist inzwischen 54 Jahre alt.

St. Anton/Antonsviertel. Auch bei der Antonskirche, die im Jahr 1927 eingeweiht wurde, ist eine große Dachsanierung im Gange. Die Baukosten dürften sich auf rund 2,5 Millionen Euro belaufen. Das Problem, so beschreibt es Pfarrer Joachim Pollithy: Das Kirchendach liegt auf der Kirchenkuppel auf; diese Last ist für die Kuppel zu groß. Wenn etwa große Schneelast dazukomme, könne sich die Situation gefährlich zuspitzen.

Im September 2016 wurde mit der Sanierung des Daches begonnen. Mit einer zusätzlichen Stahlkonstruktion, die eingebaut wird, soll verhindert werden, dass das Gewicht des Dachs nicht mehr allein auf die Kuppel drückt, sondern auf die Außenmauern abgeleitet wird. Erneuert wird auch die Entwässerung. Bei der bisher innen liegenden Dachrinne konnte es immer mal passieren, dass Wasser überläuft. „Dann weinen unsere Apostel“, so Pfarrer Pollithy. Die Entwässerung soll künftig über geschlossene Rohre geschehen. Aus Sicherheitsgründen feiert die Gemeinde St. Anton ihre Gottesdienste unter der Woche in der Kapelle des gegenüberliegenden St. Albertusheims. Nur am Dienstagabend und am Sonntag wird in der Antonskirche Gottesdienst gefeiert. Im Frühjahr 2019, so ist es geplant, soll diese Sanierung beendet sein.

Heilig Geist/Hochzoll-Nord. Auf der Zielgeraden ist die Außensanierung der Kirche Heilig Geist in Hochzoll. Wenn alles gut läuft, dann wird bis zum Sommer dieses Jahres das ganze Gerüst an der Kirche abgebaut sein. Jetzt steht es nur noch an der Seite der Sakristei. Rund 1,5 Millionen Euro wurden für die Renovierung der Fassade und des Kirchendachs aufgewendet. Der von Architekt Thomas Wechs erbaute und im Jahr 1955 eingeweihte Kirchenbau war in die Jahre gekommen. Vor der Außenrenovierung von Heilig Geist stand die Innenrenovierung an, die 2014 abgeschlossen werden konnte.

Herz Jesu/Pfersee Seit Kurzem ist die Herz-Jesu-Kirche in Pfersee aus Sicherheitsgründen geschlossen. Es hat sich – zum Glück nicht während einer Liturgie – ein etwa faustgroßes Stuckteil von der Kirchendecke gelöst und ist herabgefallen. Vom 10. bis 13. Juli wird eine Fachfirma die Kirchendecke von Herz Jesu untersuchen, um das Ausmaß des Schadens festzustellen. Erst dann weiß man laut Pfarrer Franz Götz, wie umfassend die Sanierungsarbeiten ausfallen, mit welchen Kosten zu rechnen ist und ob die Kirche weiter gesperrt bleiben muss.

St. Lukas-Kirche/Firnhaberau Derzeit laufen bei der St. Lukas-Kirche drei Sanierungsmaßnahmen: Weitgehend abgeschlossen ist die Fertigstellung des Innenraums von St. Lukas. In diesem Zusammenhang soll im Herbst auch die Renovierung des Sakristeibereichs erfolgen. Die größte Maßnahme wird, so Pfarrer Hans Borchardt, die Neueindeckung des Kirchendachs sein. „Die Nasen der Ziegel, mit denen sie auf den Latten festgehalten sind, sind zum Teil so verwittert, dass eine Windböe Teile des Kirchendachs abheben könnte“, so der Pfarrer. Mit Gesamtkosten von rund 180000 Euro wird gerechnet. Schließlich soll auch ein ordentlicher Glockenstuhl in den Kirchturm eingebaut werden. Von den derzeit vier Glocken sind zwei abgeschaltet. Der Grund: Risse im tragenden Material – die Stahlträger der Glocken wurden in den 60er-Jahren direkt in die Wand eingelassen. Die geschätzten Kosten: 50000 Euro.

St. Anna/Innenstadt Lange haben die Bauarbeiten in den beiden Höfen von St. Anna, im Lutherhof und im Leuthof, gedauert. Immer wieder, so Pfarrer Thomas Hegner, habe es Überraschungen und Unterbrechungen gegeben. In den kommenden Monaten werden die Arbeiten in den beiden Höfen zu Ende gebracht. „Die Gemeinde und ihre Gäste dürfen sich über zwei besondere Orte freuen“, so Hegner. Der Lutherhof sei als ein zugänglicher, aber stiller Ort gedacht, der zum Verweilen einlädt. Der Leuthof werde durch ein zweites, am historischen Vorbild orientiertes Tor zumindest tagsüber zum halböffentlichen Raum in der Stadt werden. Die Wiedereröffnung der beiden Höfe soll Ende Oktober gefeiert werden.

St. Jakob/Innenstadt „In der Genehmigungsphase“, so Friedrich Benning, Pfarrer von St. Jakob in der Innenstadt, ist eine Dach- und Putzsanierung, für die rund 17 000 Euro veranschlagt werden. Saniert werden soll der Putz der St. Jakobskirche außen – es haben sich mit den Jahren Risse gebildet. Ein größeres Projekt steht mit der Dachsanierung der beiden Wohnhäuser an, die mit der St. Jakobs-Kirche ein Ensemble bilden. Bei einem Starkregen vor einiger Zeit ist das Wasser über- und die Treppen hinunter ins Innere gelaufen.

St. Thomas/Kriegshaber Hier steht in den kommenden zwei Jahren eine Fassaden- und Turmsanierung an, die sich auf circa 680000 Euro belaufen wird. Der frei stehende Turm, wie die Kirche auch von Architekt Olaf Andreas Gulbransson entworfen, bröckelt, er ist mit einem Sicherheitsnetz umspannt. Es drohen Bauteile herabzufallen. Auch die Nord- und Ostfassade der Kirche, die 1961 gebaut wurde, muss saniert werden. "Kommentar

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