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Finanzen

17.11.2011

Klinikum-Mitarbeiter bekommen 500 Euro Sonderzahlung

Jahrzehntelang machte das Krankenhaus nur Verluste. Heuer ist der erste Gewinn in Sicht. Teile davon fließen an die Belegschaft. Dort hatte die Umstrukturierung für Unruhe gesorgt

Die 5300 Mitarbeiter des Klinikums können sich freuen: Sie werden auf dem Dezember-Lohnzettel eine Sonderzahlung von 500 Euro finden. Das bestätigte Klinikums-Vorstand Alexander Schmidtke im Gespräch mit unserer Zeitung. Das in der Vergangenheit chronisch defizitäre Klinikum wird heuer voraussichtlich erstmals seit 1982 keinen Verlust machen. Schmidtke: „Ohne die Mitarbeiter wäre das nicht möglich gewesen.“

Der Vorstand rechnet mit 250000 Euro Gewinn; die Sonderzahlung und Abschreibungen sind schon berücksichtigt. Stadt und Landkreis Augsburg als Träger müssen 2011 erstmals keinen Defizitausgleich bezahlen. Allerdings fallen Rückzahlungen für Fehlbeträge aus früheren Jahren an. Laut Klinikum mussten die Träger seit 1982 insgesamt 276 Millionen Euro zuschießen. Etwaige Überschüsse in der Zukunft werden also wohl zumindest teilweise für die Schuldentilgung draufgehen. OB Kurt Gribl kündigt an: „Wir wollen dem Klinikum keine Erträge entziehen. Es soll sich selbst tragen.“

Noch ist aber nicht sicher, ob das Großkrankenhaus auch in den nächsten Jahren auf der Gewinnspur sein wird. Das hängt stark davon ab, wie sich die Gesundheitspolitik – etwa Kassenerstattungen – auf Bundesebene entwickeln. Über die Krankenkassen kam in den vergangenen Jahren mehr Geld herein, weil 1000 Patienten mehr als bisher behandelt wurden, so Schmidtke. Dies decke aber Kostensteigerungen nicht. Bis 2009 seien etliche Patienten nach der (teuren) Diagnostik in der Notaufnahme in andere Krankenhäuser weiterverlegt worden, weil sie aufgrund von Organisationsabläufen nicht aufgenommen werden konnten, sagt Schmidtke. Das habe sich geändert.

Klinikum-Mitarbeiter bekommen 500 Euro Sonderzahlung

Die Einrichtung der Intermediate-Care-Station (eine Art abgespeckte Intensivstation) macht mehr „echte“ Intensivbetten frei. Auch hier sorgte der Mangel in der Vergangenheit für Einnahmeausfälle, weil planbare Operationen verlegt werden mussten. Die medizinische Qualität werde unter der Restrukturierung nicht leiden, verspricht Schmidtke.

Auch beim Personal gab es Einschnitte. Es wurden etwa 50 Vollzeitstellen gestrichen. Der Abbau erfolgte vor allem im Technik- und Verwaltungsbereich, sagt Personalratsvorsitzende Hildegard Schwering. So seien befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert oder freie Stellen nicht nachbesetzt worden. Bei der Pflege sei hingegen sogar leicht aufgestockt worden. Insgesamt sieht Schwering die Umstrukturierungen für das Personal positiv. „Es bedeutet mehr Sicherheit.“ Eine Privatisierung, über die wohl auch schon nachgedacht wurde, scheint abgewendet. Auch großflächiger Personalabbau, Auslagerungen oder ein niedrigerer Tarifvertrag während des Umbaus seien politisch nicht gewollt, so Gribl und Landrat Martin Sailer. „Es ist klar, dass der Umbau Belastungen bringen wird, aber man muss beide Seiten im Blick haben“, sagt Schwering.

Heuer bekommen alle Mitarbeiter 500 Euro; vom Arzt bis zur Putzfrau erhält jeder den gleichen Betrag. Schmidtke will so „alle Beschäftigten am Erfolg beteiligen“. Zumindest anfangs war ihm intern teils vorgeworfen worden, bei der Umstrukturierung zu forsch vorzugehen. Nun werden 1,8 Millionen Euro für die Einmalzahlung aufgewendet. 1,1 Millionen kommen aus dem Betriebserlös, der Rest aus Beiträgen der Chefärzte, die sie für die Behandlung von Privatpatienten ans Klinikum abführen. Aus diesen Reserven gab es auch früher Sonderzahlungen, allerdings nicht mehr in den vergangenen Jahren. "Bayern

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