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Augsburg

22.02.2018

Köche stehen für Bedürftige am Herd

Es ist angerichtet: Christian Schwarz (rechts) und Sohn David liefern das Essen an die Wärmestube, das die ehrenamtlichen Köche der Pfarrei Christkönig in der Hammerschmiede für die Wärmestube zubereitet haben. Gilbert Völk vom dortigen Küchenteam nimmt Töpfe und Schüsseln in Empfang.
Bild: Annette Zoepf

Seit 25 Jahren haben die Freiwilligen aus der Gemeinde Christkönig Freude daran, helfen zu können. Auf dem Speiseplan für die Wärmestube steht, was sie selbst gerne essen oder zubereiten.

Wenn um 13 Uhr die Gäste in der Wärmestube eintreffen, sind die Lieferanten meist schon wieder weg. Dann haben die guten Geister von Christkönig in der Hammerschmiede angeliefert, was ihre Köche daheim gezaubert haben. Die kostbare Fracht wird am Zielort in den dortigen Dampfgarer umgefüllt, das Kochgeschirr gespült und vor dem Rücktransport nach Ursprungshaushalt sortiert. Im Anschluss kann sich die aus 70 bis 100 Bedürftigen bestehende Gesellschaft die Speisen und den Kuchen schmecken lassen.

25 Jahre ist es nun her, dass erstmals ein Menü aus der Hammerschmiede auf Reisen zur Wärmestube in die Innenstadt ging. Als Motivation, diese Tradition beizubehalten, nennen Helga und Wolfgang Pfaller „die Freude darüber, jemandem helfen zu können“. Der einzige Unterschied zu den Anfängen sei, dass die Christköniglichen Köche kontinuierlich „mehr geworden sind“. Mittlerweile beteiligen sich 40 Kochende, drei feste Fahrer sowie je zwei Aushilfsköchinnen und -fahrer an der Gemeinschaftsaktion. Nicht nur Pfarrer Manfred Krumm ist stolz auf die Ausdauer seiner Truppe, die die Zutaten spendet.

Keine Erklärungsnot

Die Frauen beziehungsweise Mütter kennen sich laut Wolfgang Pfaller teilweise vom Kindergarten oder der Ministrantengruppe. Wie er sagt, muss sich auch niemand erklären, wenn er einmal nicht mehr mitmachen will. Denn sein Motto lautet: „Niemand muss allein die Welt retten.“ Und deshalb steht es jedem frei, das Engagement aufzukündigen, wenn er etwa zeitlich nicht mehr kann. Es gebe aber auch den Fall, dass ein Schwiegersohn die Stelle übernimmt, die durch Ausscheiden einer Mitstreiterin aus Altersgründen unbesetzt wäre.

Den Köchen und Köchinnen ist es freigestellt, was sie für das Essen in der Wärmestube zubereiten wollen. Auch wenn Helga Pfarrer mit ihrem Mann den Lieferservice übernimmt, so weiß sie, dass man kocht, was sich beispielsweise die Kinder immer wünschen. In ihrem Fall wäre das „Saures Leberle“ mit Bratkartoffeln. Nach Auskunft der Hausfrau und Aushilfsmesnerin von Christkönig kann es aber auch ein Gericht sein, das man selbst gerne isst oder zubereitet. Das könnte der Schweinebraten mit Knödeln oder Chili con Carne sein. Jubiläumstermin war Sonntag, 18. Februar. Etwa eine Stunde brauchen die Transporteure, um sämtliche Haushalte anzufahren und die Töpfe und Pfannen mit den Speisen einzusammeln. Jede der drei Gruppen sei einmal im Vierteljahr dran. Weil das Kopfsteinpflaster Auf dem Kreuz den Inhalt durchschüttelt, haben die Pfallers mittlerweile ihre Route geändert und fahren über den Asphalt der Blauen Kappe. Wenn die Topfdeckel zur hüpfen beginnen, könnte die Fracht verschüttet werden.

Hinzu kommen Spenden

„Das soziale Engagement“, so die Erfahrung der Pfallers, „spricht unsere Leute an.“ Das Ehepaar Sztucki kocht und backt, dass sie den meisten Platz im Auto belegen. Hinzu kommen aber auch Spenden der ortsansässigen Metzgerei Schuster aus der benachbarten Firnhaberau oder wenn an Feiertagen – sei es Weihnachten oder Ostern – auch etwas mehr für die eigene Festtafel vorbereitet wird.

Das Einzugsgebiet erstreckt sich im Moment über Hammerschmiede, die Firnhaberau und Lechhausen. Ein Grund für die Ausbreitung über die Robert-Bosch-Straße nach Osten sei ein Umzug gewesen.

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