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Augsburg

27.05.2015

Können sich bald auch in Bayern Mensch und Tier ein Grab teilen?

Menschen und Tiere werden bisher auf unterschiedlichen Firedhöfen bestattet - das könnte sich ändern.
Bild: Mks Emi (dpa)

In Bayern sieht das Bestattungsgesetz bislang keine Möglichkeit, Menschen und Tiere gemeinsam zu bestatten. Doch für die Stadt Augsburg ist der Gedanke durchaus attraktiv.

Menschen und ihre Haustiere müssen sich nach dem Tod nicht mehr trennen. Zumindest hat die Deutsche Friedhofsgesellschaft dies auf zwei Friedhöfen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen erlaubt. In Bayern ist dies momentan noch nicht möglich, doch scheint es durchaus eine attraktive Möglichkeit zu sein. Es habe einen Wandel in der Bestattungskultur gegeben, erklärt Helmut Riedl, der Fachbereichsleiter Friedhofswesen in Augsburg.

In den letzten Jahren gehe der Trend immer häufiger zur Urnen-Bestattung. Daher ergeben sich viele Lücken in den Grabreihen auf Augsburger Friedhöfen. "Das Haustier ist der liebste Freund des Menschen. Eine gemeinsame Bestattung könnte Friedhöfe attraktiver machen", sagt Helmut Riedl. Die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier ist trotzdem noch keine Überlegung in Augsburg. "Hinsichtlich der freien Flächen auf Friedhöfen, wäre es aber eine Überlegung wert", sagt Riedl.

Bestattungsgesetz in Bayern: Keine gemeinsame Bestattung erlaubt

Trotzdem: "Momentan ist die Bestattung von Mensch und Tier einheitlich in Bayern nicht möglich", so Riedl. Das Bestattungsgesetz wird auf Länderebene geregelt. In Bayern gilt beispielsweise Sargzwang bei der Beerdigung von Menschen. Auf dem Tierfriedhof in Haunstetten werden Tiere aber ohne Särge zur letzten Ruhe gebettet. "Hier wären einige Punkte noch zu bedenken", erklärt Riedl. So muss man sich die Frage stellen, ob die Tiere im menschlichen Sarg bestattet werden, oder ihre eigene Urne bekommen. Riedl geht auch davon aus, dass das Gesundheitsamt sich mit diesem Thema auseinandersetzen muss, da auch hygienische Gründe mitspielen.

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Auch die Stadt München weist auf die gesetzlichen Bestimmungen des Bestattungsgesetzes in Bayern hin. "Menschen und Tiere an einem Friedhof zu bestatten, wirft somit in ganz Bayern rechtliche Fragen auf – zugleich aber auch ethische Fragen", sagt Katrin Zettler, die Pressesprecherin des Referats für Gesundheit und Umwelt in München.

Gemeinsamen Bestattung für Augsburg durchaus interessant

Diese Fragen werden vermutlich am 2. und 3. Juli beim Treffen des Arbeitskreises Bestattungswesen des Bayerischen Städtetags in Regensburg besprochen. Zettler gibt an, dass die Städtischen Friedhöfe München das Thema für die nächste Sitzung anmelden werden, um sich mit anderen Städten auszutauschen.

Helmut Riedl ist Mitglied im Arbeitskreis Bestattungswesen und findet die Debatte über die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier durchaus interessant für die Stadt Augsburg. Allerdings liegt noch ein langer Weg vor der Änderung des Bestattungsgesetzes. Eine Einigung beim Treffen des Arbeitskreises kann aber der erste Schritt für eine gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier sein.

Immer mehr Menschen wünschen sich eine Bestattung der etwas anderen Art. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt.
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Kuriose Bestattungen
Bild: dpa
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