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Kommentar
03.05.2021

Die Corona-Krise trifft auch die Suchtkranken

Der Kontaktladen für Suchtkranke am Oberhauser Bahnhof kann wegen Corona nur eingeschränkt genutzt werden.
Foto: Silvio Wyszengrad

Wegen der Pandemie greifen die Hilfsangebote nur eingeschränkt. Wir dürfen die leisen Hilferufe der Suchtkranken aber nicht überhören, kommentiert Fridtjof Atterdal.

Ein Jahr Corona-Krise hinterlässt selbst bei psychisch gesunden Menschen ihre Spuren, das kommt in Gesprächen immer wieder zum Ausdruck. Umso härter trifft sie Menschen mit einer Suchterkrankung, die schon in „normalen“ Zeiten mit Einsamkeit und Isolation zu kämpfen haben. Ihr gewohntes Umfeld ist zu einem großen Teil weggebrochen, etliche Hilfsangebote konnten pandemiebedingt nicht fortgeführt werden.

Die Mitarbeiter der Drogenhilfe leisten großartige Arbeit, indem sie unter den eingeschränkten Verhältnissen Beratungsstellen offen halten und – wo möglich – den Menschen bei ihrem täglichen Leben zur Seite stehen. Denn bei der Drogenhilfe geht es nicht nur um die direkten Auswirkungen der Sucht. Viele „Klienten“ sind alleine gar nicht mehr in der Lage, ohne Hilfe zu überleben. Das sind oft auch die Tragödien, die abseits der Polizeistatistik stattfinden. Auch wenn in diesem Jahr in Augsburg „nur“ elf Menschen aufgrund ihres Drogenkonsums verstorben sind, hat die Pandemie die Arbeit der Drogenhilfe weit zurückgeworfen. Es mag Spekulation sein, welcher Mensch noch leben könnte, wenn seine Entgiftung im Krankenhaus wie geplant stattgefunden hätte. Die Suchtkranken haben nur eine leise Stimme in der Öffentlichkeit. Völlig überhören dürfen wir sie dennoch nicht.

Lesen Sie auch den dazugehören Artikel:

Zahl der Drogentoten steigt nicht - doch Suchtkranke leiden unter den Corona-Maßnahmen


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