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Die Ultras sind besser als ihr Ruf

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Kommentar Von Michael Hörmann
30.08.2018

Der Fall eines FCA-Ultras schlägt Wellen. Die Stadt Augsburg kassierte vor Gericht eine Niederlage.

Es war einer der emotionalsten und zugleich traurigsten Momente im Augsburger Fußballstadion. An einem Samstag Ende September 2015 nahmen mehr als 27.000 Besucher Abschied von zwei jungen FCA-Fans, die wenige Tage zuvor bei einem Autounfall tödlich verunglückt waren.

Es war geschehen auf dem Heimweg von einem Auswärtsspiel. Wer im September 2015 mit im Stadion dabei war, erinnert sich sicherlich noch an die bewegenden Worte der Eltern eines Verstorbenen. Sie erzählten von den Werten, die ihr Sohn in der Ultra-Szene gefunden hatte. In der schweren Zeit der Trauer hätten sich FCA-Fans zudem rührend um die Hinterbliebenen gekümmert.

Nach Urteil in Augsburg: Die Ultras sind besser als ihr Ruf

Die Solidarität der Ultras ging und geht weiter. Ein Fan wurde bei dem Unfall sehr schwer verletzt. Simon, heißt er. Er erlitt schwere Kopfverletzungen. Schritt für Schritt geht es für ihn aufwärts. Bis heute erfährt von seinen Freunden aus der FCA-Kurve jedwede Unterstützung. Auch dieses Beispiel zeigt: Ultramitglieder sind nicht nur auf Krawall, Pyrotechnik und Protest aus. Sie engagieren sich eben auch für soziale Belange.

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Das wird gerne mal vergessen, wenn Teile der Ultra-Szene mit Gewalt in und vor dem Stadion in Verbindung gebracht werden. Hier muss klar gesagt werden: Null Toleranz gegenüber Straftätern. Sie schaden mit ihrem Verhalten dem Fußball und dem Verein, den sie angeblich so lieben.

Den Problemfans geht es in erster Linie um Randale. Wer sich jedoch auf diese Weise abreagiert, darf sich am Ende nicht beschweren, wenn Polizei und Justiz konsequent dagegen vorgehen. Gerichte bestrafen die Täter. Vereine können zudem ein Stadionverbot verhängen, was so manchen Ultra wohl noch härter trifft als womöglich eine Bewährungsstrafe.

Die Stadt Augsburg ist allerdings mit ihrem Vorstoß, einen FCA-Ultra 14 Stunden lang am Spieltag vom Stadion fernzuhalten, deutlich übers Ziel hinausgeschossen. In der Fußballsprache könnte man sagen: Die Stadt hat hier ein klassisches Eigentor geschossen.

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