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Bordell-Konzept

21.06.2017

Kommentar: Eingestampfter Entwurf

Das Bordell-Konzept der Stadt wird eingestampft.
Bild: Annette Zoepf

Die Stadt hat den Entwurf für ein Bordellstrukturkonzept eingestampft und wird faktisch so weitermachen wie bisher. Mit einem Unterschied.

Das war es mit dem groß angekündigten Bordellstrukturkonzept, auf das die Verantwortlichen der Stadt seit drei Jahren regelmäßig hingewiesen haben. Die Stadt hat den Entwurf eingestampft und wird faktisch so weitermachen wie bisher mit dem Unterschied, dass der Stadtrat sich noch klar hinter das Vorgehen stellt.

Wie rechtssicher das neue Vorgehen ist, wird man sehen, wenn Klagen kommen. Im Hinterkopf muss man haben, dass in den vergangenen drei Jahren etliche Bauanträge auf Umnutzung zu einem Bordell verhindert wurden, indem Bebauungspläne nachträglich geändert wurden, und zwar auch mit dem Hinweis auf das kommende Strukturkonzept. Das Vorgehen der Stadt, die Thematik rein übers Baurecht in den Griff bekommen zu wollen, ist pragmatisch, bleibt aber hinter dem umfassenden Ansatz eines Konzepts zurück.

Möglicherweise ist aus dem Thema inzwischen aber auch etwas die Luft raus. In jüngster Vergangenheit war die Zahl an Ansiedlungswünschen nicht mehr so hoch, teils berichten Bordellbetreiber über Preiseinbrüche. Woran das liegt, ist unklar. Vielleicht haben die großen Bordelle, die es früher so nicht gab, etwas ihren Reiz des Neuen verloren, vielleicht ist manche in Frage kommende Gewerbehalle im Zuge des Flüchtlingszuzugs anderweitig vermietet worden. Beklagen muss man es jedenfalls nicht: Prostitution hat es schon immer gegeben und muss in geregeltem Rahmen stattfinden können, aber das Rotlichtgewerbe ist und bleibt eine Halbwelt.

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