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Skandalös am Augsburger Bahnhof sind nicht die Kosten

Kommentar Von Michael Hörmann
30.10.2019

Der Bund der Steuerzahler kritisiert immense Kostensteigerungen – auch in Augsburg. Was am Hauptbahnhof wirklich skandalös ist.

Der Augsburger Hauptbahnhof steht wieder im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes. Das teuerste Einzelprojekt in der Geschichte der Stadt steuert auf womöglich bis zu 300 Millionen Euro zu. Näheres weiß man wohl erst, wenn der umgebaute Bahnhof im Sommer 2023 fertiggestellt ist. Dann wird auch erst zu beurteilen sein, wie gut dieser Betrag angelegt ist. Die Akzeptanz für die Modernisierung des Bahnhofs ist bislang jedenfalls noch immer gegeben.

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Die Diskussion ist geschlossen.

05.11.2019

Frage mich, was ausser den exorbitant gestiegenen Kosten an diesem Projekt noch skandalöser sein kann?
Mir ist nicht bekannt, dass auch nur eine bauliche Maßnahme der öffentlichen Auftraggeber (= offene Hand), jemals auch nur annähernd an die dafür geplanten Kosten herangekommen wäre. Mir auch nicht bekannt, dass dafür jemals jemand zur Verantwortung herangezogen wird oder wurde? Ganz abgesehen davon stellt sich immer die Frage, ob bestimmte Projekte Sinn machen bzw. notwendig sind. Aber wer keine Verantwortung zu tragen hat, kann Steuergelder ruhigen Gewissens zum Fenster rauswerfen.

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30.10.2019

https://gruene-augsburg.de/meta-navigation/top/suche/

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19.07.2009
Grüne fordern klare Entscheidungen in der Verkehrspolitik
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Die Mobilitätsdrehscheibe muss so schnell wie möglich umgesetzt werden. Die Grüne Fraktion warnt davor, in der nun wieder kontrovers aufflammenden Diskussion dieses wichtige Ziel aus dem Auge zu verlieren. Mit der Mobilitätsdrehscheibe kann die Stadt einen enormen Beitrag leisten zum Klimaschutz und zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Mobilität. Bei allem Streit ums Detail sollten wir die großen Ziele nicht zerreden.
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Wo ist denn nun der enorme Beitrag zum Klimaschutz?

Das wird ein Luxus-Umsteigepunkt ohne relevante Auswirkung, ob Menschen in Augsburg das Auto oder den ÖPNV benutzen. Ja man kann sich das "leisten", nur sollte man endlich ehrlich einräumen, dass eine Linie 5 ohne Bahnhofsumbau mehr für den Klimaschutz gebracht hätte, als dieser nun wohl unsinnige Tunnel ohne die Linie 5.

Dann baut ordentlich Parkplätze an der Uni-Klinik und vielleicht auch zusätzliche Spuren auf der Bgm.-Ackermann-Straße. Dieser katastrophal unpünktliche 32er mit langsamer Schaukelfahrt durch die Hessenbachstraße ist kein attraktives Angebot!


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31.10.2019

Der Tunnel alleine leistet keinen großartigen Beitrag zum Klimaschutz. Das stimmt. Er eröffnet aber einfaches Umsteigen vom Regional- zum Stadtverkehr. Daher ist er ein Baustein eines Gesamtkonzepts (u.a. S-Bahn-Takt in der Region, neue Straßenbahnlinien, Maßnahmen zur Verringerung des Autoverkehrs in der Innenstadt), das in der Summe durchaus zum Klimaschutz beiträgt, weil es den Anteil der umweltfreundlichen Verkehrsarten ausbauen hilft.

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30.10.2019

Die Stadtwerke haben sich bei der Trassenführung ja auch einen ganz schönen Zickzackkurs geleistet. Hätte man gleich die von der Bürgeraktion favorisierte Linienführung am östlichen Wertachufer akzeptiert, die auch objektiv besser ist, und beim Bürgerdialog "Go West" eine klare Mehrheit fand, anstelle zwischenzeitlich die Hessenbachtrasse zu verfolgen, dann läge man im Zeitplan.

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30.10.2019

Wobei ich die Linie 5 immer noch für fragwürdig halte, weil sie die Wohngebiete nur streift, anstatt die Fläche zu versorgen.
Damit eine Tram 5 genug Fahrgäste hat, wird der AVV die Linien 32 und 35 in diesem Stadtviertel streichen oder den Betrieb stark reduzieren müssen. Einen Parallelbetrieb Bus und Tram mit einem wünschenswert engmaschigen Netz wird es wohl nicht geben, in Zukunft dafür aber weite Wege zu den drei bzw. vier Haltestellen an der Ackermannstraße.

Das läuft auf etwas ähnliches raus wie in Hochzoll, wo für die Tram 6 sämtliche Direktverbindungen mit dem Bus zum Kö zerstückelt wurden, also sich der Service sogar verschlechtert hat. Die Straßenbahn ist gut, wo sie ihre Stärken ausspielen kann, wie z.B. in Haunstetten aber nicht das Allheilmittel für Augsburger Verkehrsprobleme.


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30.10.2019

@ Gerold R.: Den 35er sehe ich nicht durch die Tram gefährdet. Die Linie 5 ist sicher nicht die dringlichste gebrauchte Linie, die Anbindung von Kö'brunn, Haunstetten Süd und Hochzoll Süd wäre wichtiger.

Nach Aussagen der swa soll es auch nach dem Bau der Linie 5 Busse geben, die die Quartiere erschließen, z.B. entlang der Hessenbachstraße.

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30.10.2019

>> Hätte man gleich die von der Bürgeraktion favorisierte Linienführung am östlichen Wertachufer akzeptiert, die auch objektiv besser ist <<

Unfug...

Die Trasse Holzbachstraße ist länger, sie ist daher teurer, hat für den Autoverkehr massive Nachteile und erfordert deutlich mehr Flächenversiegelung, da die bisherige Haltestelle Luitpoldbrücke nicht mit verwendet werden kann.

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31.10.2019

Dass der Autoverkehr durch den Trassenneubau beeinträchtigt wird, ist richtig. Aber man investiert ja in Bus und Bahn, damit weniger Menschen das Auto nutzen. Wenn wir von gleich viel Autoverkehr wie vorher ausgehen, dann wäre die ganze Maßnahme zweifelhaft.
@ Peter P.: Die Trassenführung östlich der Wertach erschließt sehr viel größere Wohngebiete, die bislang noch keinen Straßenbahnanschluss in einem 300-Meter-Radius hatten: Schuberthof, Lessinghof und Teile des Stadtjägerviertels (bis hin zum Fugger-Gymnasium) bekommen so eine nahe Tramhaltestelle.

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