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Wohnen in Augsburg: Brennpunkte sind eine Herausforderung

Kommentar Von Jörg Heinzle
18.07.2021

Wer es sich leisten kann, der nimmt offensichtlich lieber höhere Mieten in Kauf, als – einfach formuliert – den Nachbarn mit Hartz IV. Man mag das bedauerlich finden, doch die Politik muss es ernst nehmen.

Der Ansatz ist der richtige. Weil man soziale Brennpunkte vermeiden will, gibt es bei Neubauprojekten keine klassischen „Sozialbauten“ mehr. Es wird darauf geachtet, dass in den neuen Wohnanlagen der städtischen Wohnbaugruppe unterschiedliche soziale Schichten möglichst gut gemischt eine neue Heimat finden. In der Realität aber geht dieser Plan nicht ganz so gut auf – wie jetzt unter anderem ein Projekt auf dem Reese-Areal zeigt. Wer es sich leisten kann, der nimmt offensichtlich lieber höhere Mieten in Kauf, als – einfach formuliert – den Nachbarn oder die Nachbarin mit Hartz IV. Man mag das bedauerlich finden, man kann Vorurteile beklagen. Aber es ist nun einmal eine Tatsache, die man ernst nehmen muss.

Die Stadt muss das das Thema Ungleichheit anpacken

Denn manche Stadtteile und Wohnlagen in Augsburg genießen nun einmal nicht den besten Ruf. Ob zu Recht oder zu Unrecht, darüber kann man sicher lange diskutieren. Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, dass es Stadtteile gibt, die deutlich stärker von sozialen Problemen betroffen sind als andere. Auch die Kriminalität ist entsprechend ungleich verteilt, das zeigen die Statistiken immer wieder. Und zuletzt war das auch bei den Corona-Infektionszahlen der Fall. Man muss diese Themen der Ungleichheit noch mehr als bisher anpacken, wenn man soziale Brennpunkte verhindern will. Für die Stadt ist dieses Thema eine große, aber auch ganz entscheidende Herausforderung.

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