05.03.2016

Kreativ und spannend

Alma begeisterte im Parktheater in Augsburg.
Bild: Zwang-Eriksson

Alma interpretiert Volksmusik neu

So romantisch, so bezaubernd kann österreichische Volksmusik sein, wenn sie in die richtigen Hände gerät. Was das österreichisch-südtirolerische Quintett Alma auf die Bühne des bedauerlicherweise nicht gut besuchten Parktheaters brachte, war ergreifend. Was für eine großartige Musik sie hören ließen, welch zauberhafte Bilder sie entfalteten. Da war ein verhaltener Jodler, der vom Wind nach Wien getragen wurde, wo er zum Walzer erblühte. Oder das alte Lied aus dem Vinschgau, das Lebensweisheiten einer alten Frau transportierte. Ein Tanzstück galt den Elfen und Trollen, ein dänischer Walzer schönen Erinnerungen. Das selbst aus einer Lebensmittelvergiftung in Marokko ein wundervolles Stück werden kann, ließ einen staunen.

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Mit den Wurzeln in der österreichischen Volksmusik, die mehrfach in Jodlern aufblitzten, rissen Julia Lacherstorfer, Evelyn Mair und Matteo Haitzmann (Geige, Gesang), Marie-Theres Stickler (Steirische Harmonika, Gesang) und Marlene Lacherstorfer (Kontrabass, Gesang) Grenzen nieder. Wenn finnische Musiken und britische Gepflogenheiten Einzug hielten in den volksmusikalischen Kosmos von Alma, zeigte sich die Globalisierung von ihrer schönsten Seite: kreativ und spannend.

Doch gefielen nicht nur die komplex arrangierten Stücke allein, sondern auch die Leichtigkeit und Virtuosität des Quintetts. Ein wahrer Genuss, dem Spiel zu lauschen, dessen Ausdruckskraft grenzenlos schien. Trost und Trauer, Traum und Tanz gaben sich die Hand beim mystisch angehauchten Stelldichein dieser Weltmusik.

Ans Tanzen war eigentlich nicht zu denken. Allzu gewichtig und intensiv agierte diese seit 2011 bestehende Formation. Dass dennoch manch einer aus dem Publikum das volkstümliche Tanzbein schwang, war der überbordenden Spielfreude der Musiker zu verdanken. Ein Funke, der jeden Zuhörer erfasste.

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