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Augsburg

12.11.2019

Kripo vermutet Verzweiflungstat: Mutter tötet Sohn und sich selbst

Die Augsburger Kripo ermittelt nach einer mutmaßlichen Verzweiflungstat: Eine Frau hat offenbar ihren pflegebedürftigen Sohn und sich selbst getötet.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Eine Frau hat in Augsburg offenbar ihren Sohn und sich selbst getötet. Die Ermittler vermuten Überforderung.

Die Verzweiflung der Frau muss groß gewesen sein, davon sind die Ermittler der Augsburger Kriminalpolizei überzeugt. Nur so lässt sich für sie erklären, weshalb eine 57-jährige Frau wohl ihren zwölfjährigen Sohn und sich selbst umgebracht hat. Die Verzweiflungstat, wie es ein Polizeisprecher nennt, spielte sich den Ermittlungen der Kripo zufolge in der Nacht zum Montag in einer Wohnung am Kappeneck in der Jakobervorstadt ab.

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Entdeckt wurden die Leichen von Pflegekräften, die am Montagmorgen gegen 8.15 Uhr zu der Mutter und ihrem Sohn kommen wollten. Wie die Polizei mitteilt, war der zwölfjährige Junge schwerstbehindert und musste gepflegt werden. Die Frau, die mit dem Sohn offenbar alleine in der Wohnung lebte, wurde dabei von einem ambulanten Pflegedienst unterstützt. Die Mitarbeiterinnen des Dienstes kamen am Montag wie jeden Tag zu der Wohnung, für die sie auch einen Schlüssel hatten. Dort fanden sie Mutter und Sohn leblos vor.

Tat in Augsburg: Polizei vermutet eine Überforderung

Erste Ermittlungen haben ergeben, dass die Tat in der Nacht zuvor passiert ist. Es gebe keine Hinweise darauf, dass eine weitere Person etwas mit dem Tod von Mutter und Sohn zu tun haben könnte, sagt ein Polizeisprecher. Die Ermittler gehen davon aus, dass die 57-Jährige zunächst ihr schwerstbehindertes Kind tötete – und anschließend sich selbst. Als Grund für die Tat nehmen die Ermittler eine „persönliche Überforderung“ der 57-Jährigen mit der Pflegebedürftigkeit ihres Sohnes an. (jöh)

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14.11.2019

Ich kannte diese Mutter und ihren Sohn und diese Frau war sicher nicht mit der Pflege ihres Kindes überfordert. Gefordert - ja, und sicher hätten ihr viele Menschen das Leben etwas leichter machen können. Auch ich weiß nicht, was letztlich der Auslöser für diese Tat war, aber diese Frau war eine wahre Löwenmutter. Und diese Berichterstattung wird ihr einfach nicht gerecht!

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13.11.2019

Noch sind viele Fragen offen. Aber es scheint, als sei diese Tragödie ein weiterer Anlass, um über Mitmenschlichkeit, Solidarität und Empathie neu nachzudenken.

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