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Mordfall Bögerl

18.02.2015

Kripo vernimmt mysteriösen Zeugen aus Augsburg noch einmal

Durchsuchungen wie hier in Heidenheim, DNA-Tests - doch immer noch ist der Mordfall Bögerl ungelöst. Nun hat sich ein rätselhafter Zeuge gemeldet, der früher in Augsburg lebte.
Bild: Stefan Puchner/Archiv (dpa)

Ein Mann behauptet, er kenne die Mörder der Heidenheimer Bankiersgattin Maria Bögerl. Was weiß er wirklich? Die Kripo vernahm den Mann jetzt ein weiteres Mal.

Der Mord an der Bankiersgatttin Maria Bögerl in Heidenheim ist einer der rätselhaftesten Kriminalfälle der vergangenen Jahre. Die zweifache Mutter wurde vor fast fünf Jahren entführt und umgebracht. Bis heute ist unklar, wer hinter der Tat steckt.

Vor kurzem meldete sich nun ein Zeuge, der behauptet, die Mörder zu kennen. Er hatte nach Informationen unserer Redaktion längere Zeit in Augsburg gelebt. Hier läuft derzeit zudem ein Strafverfahren wegen Untreue gegen ihn.

Der Mann sagt, es seien zwei Täter gewesen, die am 12. Mai 2010 die Ehefrau von Thomas Bögerl, dem Vorstandschef der Kreissparkasse Heidenheim, aus dem Wohnhaus der Familie entführten und sie später ermordeten.

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Zunächst hatten die Täter per Telefon Lösegeld gefordert, doch die Übergabe scheiterte. Die an der Autobahn A 7 deponierten 300000 Euro wurden nie abgeholt. Drei Wochen später fand man die Leiche der Frau in einem Waldstück ganz in der Nähe.

Der Zeuge behauptet jetzt: Einer der Täter sei ein eine sogenannte vertrauliche Person der Polizei. Dabei handelt es sich in der Regel um Personen aus dem Kriminellenmilieu, welche die Ermittler mit Informationen versorgen. Zudem, so seine Darstellung, sei die Polizei damals gewarnt gewesen.

Stimmt das? Und was weiß der Mann tatsächlich? Der mysteriöse Zeuge wurde jetzt von den Ermittlern ein zweites Mal vernommen. Die Kriminalpolizei in München habe am Dienstag mit dem Mann gesprochen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen am Mittwoch. Zu den Inhalten machte er keine Angaben. 

Die Aussagen des Zeugen würden nun abgeklärt und überprüft. Dies könne einige Tage bis Wochen in Anspruch nehmen. Der Mann war zuvor schon einmal in Baden-Württemberg vernommen worden. 

Spricht man mit Ermittlern in Augsburg, die den Mann kennen, ist allerdings viel Skepsis zu spüren. Der Mann sei, so die Einschätzung, doch eher ein notorischer Betrüger. Und seine Glaubwürdigkeit sei dementsprechend.

Polizei geht davon aus, dass Täter aus der Nähe von Heidenheim stammen

Bei der Kripo geht man bisher davon aus, dass der oder die Täter im Mordfall Bögerl aus der Nähe von Heidenheim stammen. Ein Erpresser hatte sich damals am Telefon mit „Schmid“ gemeldet, sprach schwäbischen Dialekt und verwendete die Formulierung „machen Sie keine Sperenzchen“.

Der Fall Bögerl ist besonders tragisch. Im Zuge der Ermittlungen geriet auch Ehemann Thomas Bögerl zeitweise in Verdacht – zu Unrecht. Er nahm sich im Juli 2011 das Leben.

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