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Augsburg

18.04.2019

Krise bei Premium Aerotec: Aiwanger sieht Airbus in der Pflicht

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger war am Donnerstag ein gefragter Mann vor dem Werkstor von Premium Aerotec.
Bild: Annette Zoepf

Beim Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec droht ein massiver Stellenabbau in Augsburg. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nimmt Stellung.

Der mögliche Stellenabbau von bis 1100 Stellen von 3600 Arbeitsplätzen beim Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec in Augsburg ist ein Thema, das bei der bayerischen Staatsregierung sehr ernst genommen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) trat aus diesem Grund seinen Osterurlaub mit Verspätung an. Der Gründonnerstag war ursprünglich nicht mehr als Arbeitstag eingeplant, doch die ungewisse Zukunft des Unternehmens führte Aiwanger am Mittag nach Augsburg.

Stellenabbau bei Premium Aerotec: Aiwanger spricht mit Firmenleitung und Betriebsräten

Eineinhalb Stunden nahm sich der Wirtschaftsminister Zeit, um mit Vertretern der Geschäftsführung und danach mit Betriebsräten über die aktuelle Situation zu sprechen. Anschließend gab Aiwanger vor den Medien Auskunft, wie aus seiner Sicht nun vorgegangen werden soll. Für Schnellschüsse bestehe allerdings keine Notwendigkeit.

Denn frühestens ab dem Jahr 2021 könnte der Stellenabbau bei Premium Aerotec vollzogen werden. Bei den derzeit genannten 1100 Stellen handelt es sich um das schlimmstmögliche Szenario. Aiwanger ist aber froh, dass die Unternehmensführung zeitlich sehr früh auf die anstehenden Probleme hingewiesen habe. Dies lasse nun Spielraum, nach Lösungen zu suchen.

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Premium Aerotec, eine 100-prozentige Airbus-Tochter, begründet den möglichen Stellenabbau mit der weiteren Entwicklung der Auftragslage. Fallen Aufträge in großem Stil weg, wirke sich dies auf die Beschäftigen aus. Aiwanger sieht den Airbus-Konzern in der Pflicht. Für das Werk in Augsburg müsse es neue Arbeitspakete geben. Er selbst werde mit den Airbus-Chefs Gespräche führen, kündige Aiwanger am Donnerstag an. Von Seiten der Staatsregierung könne ebenfalls aktiv etwas getan werden. Aiwanger verwies auf die Karbonstrategie und die Digitalisierung.

Aiwangers Medienauftritt: Es gibt ein Hupkonzert der Mitarbeiter

Zum jetzigen Zeitpunkt über das Ausmaß eines Personalabbaus zu diskutieren, bringe nichts. In einem Punkt legt sich der Wirtschaftsminister fest: „Kommt es zu einem Abbau im Augsburger Werk, muss es andere Möglichkeiten in der Airbus-Familie geben.“ Des weiteren müsse ein Stellenabbau sozialverträglich geschehen.

Zuversichtlich stimme ihn, dass Geschäftsführung und Betriebsrat „an einem Strang ziehen“. Indirekt hatte Aiwanger beim Medienauftritt Kontakt mit Mitarbeitern des Unternehmens. Aus Sicherheitsgründen war der Bereich von Polizei und Wachdienst abgesperrt worden, in dem Aiwanger Interviews gab. Beschäftigte, die mit dem Auto nach Hause wollten, mussten sich mehrere Minuten gedulden. Nicht jedem gefiel dies. Es gab ein Hupkonzert. Wenig später verabschiedete sich der Minister im Fahrzeugkonvoi aus Augsburg.

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Die Diskussion ist geschlossen.

20.04.2019

Die Mitarbeiter sollten sich zügig neue Jobs suchen - umweltschädliche Produkte und Rüstungsbetriebe haben im bald linksgrün regierten Deutschland keine Zukunft.

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/militaer-verteidigung/id_85263444/airbus-chef-enders-kritisiert-deutsche-ruestungspolitik-scharf.html

>> Die Bundesregierung unterminiert mit ihrer restriktiven Exportpolitik nach Ansicht von Airbus-Chef Tom Enders zunehmend die europäische Rüstungszusammenarbeit. Es gebe bei den wichtigsten Partnern Frankreich, Großbritannien und Spanien eine massive Verärgerung über Berlin, sagte Enders auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Reuters-Interview. <<

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20.04.2019

Und dafür ist er nach Augsburg gefahren?
Diese Absonderung hätte er meiner Meinung nach auch in München ablassen können ....
Echt staatsmännisch !!!
Da wird Airbus jetzt aber zittern - die Betroffenen in Augsburg werden wieder Hoffnung schöpfen … :-)

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18.04.2019

Bedauerlicherweise haben wir keinen FJS mehr.

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