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Großraum Augsburg

23.07.2014

Künftig gibt es weniger Krankenwagen

In Zukunft soll es weniger Krankenwagen geben.
Bild: Florian Ankner, Symbolfoto

Patienten müssen demnächst mit längeren Wartzeiten rechnen. Experten haben empfohlen, Fahrzeuge zu reduzieren. Die Politik vor Ort hat Bedenken, kann aber nichts ändern.

Patienten im Großraum Augsburg müssen damit rechnen, dass sie künftig länger auf einen Krankenwagen warten. Die Zahl der Krankenwagen wird ab April kommenden Jahres deutlich reduziert. Die Rettungsdienste in der Region sehen das kritisch. Gegen die geplante Reduzierung gab es Protest. Denn schon jetzt gibt es für Kranke mitunter stundenlange Wartezeiten.

Längere Wartezeiten als große Belastung

Die Krankenwagen sind nicht für Notfälle gedacht. Die Fahrzeuge werden eingesetzt, um meist bettlägerige Patienten von einem Ort zum anderen zu transportieren, etwa von einem Pflegeheim in eine Klinik oder von einem Krankenhaus in ein anderes. Medizinisch kommt es dabei, anders als bei Rettungseinsätzen, nicht auf jede Minute an. Für Patienten kann eine lange Wartezeit dennoch eine große Belastung sein, etwa wenn sie in der Notaufnahme des Klinikums auf dem Flur auf eine Verlegung ins Klinikum-Süd in Haunstetten warten müssen. Viele Krankentransporte werden von der Leitstelle bei der Augsburger Berufsfeuerwehr koordiniert. Deren Sprecher Friedhelm Bechtel bestätigte voriges Jahr auf Anfrage unserer Zeitung, dass es Wartezeiten gibt. „Die Kapazitäten sind begrenzt, was zu Spitzenzeiten tatsächlich zu längeren Wartezeiten führt“, sagt Bechtel.

Dazu kommt noch: Die Leitstelle ist dazu verpflichtet, die Transporte wirtschaftlich abzuwickeln. Leerfahrten sollen vermieden werden; deshalb kann es sein, dass ein Patient schneller an die Reihe kommt, weil gerade ein Krankenwagen in seiner Nähe ist. Bei einem anderen kann sich die Wartezeit dagegen dadurch noch weiter verlängern. Über zu wenig Arbeit haben sich auch die Rettungsdienste im Raum Augsburg bisher nicht beklagt. „Unsere Krankentransporter sind den ganzen Tag draußen. Nach Schichtbeginn sieht man die Kollegen nicht mehr“, sagte Robert Müller, Wachleiter bei den Maltesern, im Herbst.

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Die kritischen Stimmen konnten an der Entscheidung nicht ändern: Die Reduzierung ist trotzdem beschlossene Sache. In Stadt und Kreis Augsburg wird die Kapazität bei Krankentransporten von bisher 798 Wochenstunden auf zukünftig 693 Wochenstunden zurückgefahren. Im Kreis Aichach-Friedberg gibt es einen Rückgang von 202 auf 162 Wochenstunden. Das hat der Rettungszweckverband, in dem Stadt- und Kreisräte sitzen, am Montagnachmittag so entschieden. Die Mitglieder des Zweckverbands hatten allerdings auch keine andere Wahl. Die Zahlen basieren auf einer vom Innenministerium in Auftrag gegebenen Studie, die von der Uni München erstellt wurde. Mehrfach hatte Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) dort nachgehakt. Doch die Experten bleiben hartnäckig bei ihrer Einschätzung.

Aktuelle Wartezeiten: bis zu einer Stunde

Rund ein Drittel aller Krankentransporte in der Region wickelt der private Anbieter MKT/Bäuerle ab.

Dessen Chef Jan Quak sagt, die Krankentransporte seien bis jetzt gut ausgelastet gewesen. Die Wartezeit bewege sich derzeit im Schnitt zwischen einer halben Stunde und einer Stunde. Künftig könnte sich die Situation leicht verschlechtern. Mit dramatisch längeren Wartezeiten rechnet er aber nicht.

Anders als bei Krankentransporten gibt es in der Notfallversorgung sogar Verbesserungen. Zusätzliche Rettungswagen sollen unter anderem in Gersthofen, Diedorf, Friedberg und im Augsburger Stadtteil Bärenkeller postiert werden. Dort waren die Retter öfter nicht in der vorgeschriebenen Zeit von bis zu zwölf Minuten vor Ort.

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