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Augsburg

21.01.2020

Künstliche Intelligenz: Wie viele Forscher bekommt Augsburg?

Nicht jeder Mensch hat den gleichen Humor. Dieser Roboter an der Uni Augsburg lernt, über welche Scherze sein jeweiliges Gegenüber am meisten lacht und sucht die passenden Witze heraus.

Vom Autofahren bis zur medizinischen Diagnose: KI wird immer wichtiger. Bayerns Hochschulen konkurrieren gerade um neue Professoren-Stellen.

Roboter, die einen Menschen zum Lachen bringen, weil sie seinen Humor erkennen und die passenden Witze erzählen. Intelligente Maschinen, die Musik und Licht in Wohnungen steuern, die Ärzten helfen, Krebs zu erkennen oder Betrugsfälle in der Versicherungsbranche aufzudecken. In vielen Lebensbereichen spielt „Künstliche Intelligenz“ (KI) eine immer größere Rolle. Mehr Forscher sind gefragt. Die bayerischen Hochschulen konkurrieren gerade in einem großen Wettbewerb um neue Professoren-Stellen für die KI-Forschung. Was ist für Augsburg drin?

Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) nennt das große Ziel: „Wir bauen den Freistaat zu einem führenden KI-District aus“, sagt er. Alles muss nun aber recht schnell gehen. Zum Jahreswechsel fiel der Startschuss für den neuen KI-Wettbewerb. 50 Professuren sind zu vergeben. Universitäten und Hochschulen in ganz Bayern können sich um diese Stellen bewerben. Dafür haben sie aber nur bis Ende Februar Zeit.

Die Konkurrenz im KI-Wettbewerb ist groß

Die Konkurrenz ist groß. An der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Augsburg (früher Fachhochschule) steht man schon in den Startlöchern. Präsident Gordon Thomas Rohrmair kündigt an, „wir werden mit der Universität Augsburg gemeinsam einen Antrag stellen“. Ziel müsse sein, in Augsburg ein Zentrum für Künstliche Intelligenz zu entwickeln.

Einen möglichen KI-Schwerpunkt an der Hochschule sieht Rohrmair im Bereich der Software für klassische Künstliche Intelligenz, wie man sie beispielsweise für die Steuerung von Industrieanlagen oder für die Gestensteuerung von Autos braucht. Als anderen Schwerpunkt kann er sich den Bereich Data Science vorstellen, also beispielsweise das Thema, mithilfe großer Datenmengen Kundenverhalten zu analysieren.

Aus Sicht des Hochschulpräsidenten würden sich diese KI-Schwerpunkte gut mit zwei Bereichen an der Universität verbinden lassen – mit Wirtschaftsmathematik und angewandter Informatik. Rohrmair hofft, dass dafür sechs neue KI-Professuren für die Hochschule bewilligt werden. Er sagt, ein detailliertes Zukunftskonzept für die weitere Entwicklung der Hochschule liege im Wissenschaftsministerium vor. „Wir haben mit unserem Programm schon vorgedacht, unser Antrag im KI-Wettbewerb wird eine Auskopplung sein.“

Gespräche mit mehreren Hochschulen laufen

Und wie weit ist man an der Universität Augsburg mit der Bewerbung, die bis Ende Februar fertig sein muss? Vizepräsident Malte Peter sagt: „Der Zeitdruck ist immens hoch, aber es ist eine Richtung, in die wir schon länger steuern“.

Geplant seien jetzt Treffen mit mehreren Universitäten und Hochschulen im Umkreis, um die Möglichkeiten für gemeinsame Anträge auszuloten – darunter auch mit der Hochschule Augsburg. Intern wird an der Uni nun detailliert geprüft, welche Bereiche man in Sachen Künstliche Intelligenz nach vorne bringen will. Peter zufolge steht noch nicht genau fest, wie viele KI–Professuren die Universität beantragen wird. „Wir hoffen, dass wir mehr als ein oder zwei bekommen.“

KI ist wachsender Schwerpunkt an der Uni Augsburg

Laut Professor Peter ist Künstliche Intelligenz aktuell ein stark wachsender Schwerpunkt an der Universität. Derzeit gibt es an der Fakultät für Angewandte Informatik 19 Professoren für Informatik, davon beschäftigen sich sieben, also mehr als ein Drittel, mit KI. Darüber hinaus forschen etliche Wissenschaftler anderer Fächer im Bereich Künstliche Intelligenz, etwa Mathematiker, Wirtschaftsingenieure und Betriebswirtschaftler, aber auch Soziologen und Kommunikationswissenschaftler.

Beispiel: Ein internationales Forschungsprojekt, das von der EU mit über vier Millionen Euro gefördert wird, entwickelt gerade digitale Technologien, um ältere Menschen am Arbeitsplatz und zu Hause zu unterstützen. Mithilfe eines digitalen Assistenzsystems sollen sie auch im Alter in der Lage bleiben, produktiv am Arbeitsleben teilzunehmen und ihre Freizeit mit hoher Lebensqualität zu verbringen. Beteiligt an dem internationalen KI-Projekt ist der Augsburger Informatik-Professor Björn Schuller.

50 weitere Professuren sind schon vergeben

Bleibt die Frage: Wie viele neue Professuren für Künstliche Intelligenz werden die Augsburger Hochschulen vom Wissenschaftsministerium im laufenden Wettbewerb zugeteilt bekommen? Minister Sibler sagt, es soll ein enges KI-Forschungsnetz über ganz Bayern gespannt werden. Augsburg zählt bislang aber nicht zu den wichtigen Knoten in diesem neuen Netz. Laut Sibler ist das KI-Zentrum in München vorgesehen, als Knotenpunkte werden Würzburg, Erlangen-Nürnberg und Ingolstadt genannt. Für die dortigen Unis sind weitere 50 neue KI-Professuren bereits fest vorgesehen.

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