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Präsentation

15.10.2019

Künstliche Intelligenz soll Allergikern helfen

Die Professoren Claudia Traidl-Hoffmann und Jens O. Brunner sind hier mit verschiedenen Pollenproben zu sehen.

Augsburger Forscher stellen eine lernende Maschine vor, die Pollen schneller und besser erkennen kann. So soll ein neues Frühwarnsystem entstehen

Künstliche Intelligenz (KI) soll im Zentrum der insgesamt mit zwei Milliarden Euro ausgestatteten „Hightech-Agenda“ stehen, die Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kürzlich im Landtag auf den Weg gebracht hat. Auch in Augsburg wird zu diesem Megathema geforscht.

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Die Forschung, die damit angestoßen werden soll, sei aber kein Selbstzweck, betonte Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) bei einem Pressetermin in München: „Für uns muss der Mensch bei neuer Technik immer im Mittelpunkt stehen.“ Der Einsatz künstlicher Intelligenz müsse also immer einen Mehrwert für die Menschen in Bayern bringen – und in kritischen Bereichen auch ethischen Leitlinien folgen: „Wir müssen definieren, was wir machen wollen. Und auch, was wir nicht machen wollen“, fordert Sibler.

Wie ein sinnvoller Einsatz künstlicher Intelligenz im Bereich Gesundheit aussehen kann, zeigte dem Minister unter anderem die Umweltmedizin-Professorin Claudia Traidl-Hoffmann vom Augsburger Forschungsverbund „Unika-t“: Ein Team unter ihrer Leitung erforscht dort den Einsatz von KI zum besseren Schutz von Allergikern: „Wir wollen mit einem digitalen Netzwerk die Menschen besser und präziser über Pollenflug informieren“, erklärte Traidl-Hoffmann.

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Schon heute überwachen acht Stationen in ganz Bayern mit einer sogenannten Aerosolmessung die Pollen-Belastung in der Luft. Aktuelle Daten aus diesen Messungen für Augsburg sind auf der Internet-Seite des Forschungsverbundes „Unika-t“ (www.unika-t.de) abrufbar. Um Allergikern künftig noch besser helfen zu können, soll nun ein Frühwarnsystem entstehen, das möglichst schnell und präzise Prognosen erstellt, erklärte Traidl-Hoffmann: „Dafür müssen wir aber ganz genau wissen, wann und wo wie viele Pollen fliegen.“ Dies sei nicht ganz einfach, da die Pollenflug-Konzentration starken zeitlichen und sehr kleinräumigen Schwankungen unterworfen sei. Hier kommt nun die künstliche Intelligenz ins Spiel: Die Technik soll die Pollenart und deren Konzentration in der Luft schneller und besser erkennen und diese Informationen dann automatisch und je nach Allergie personalisiert digital an Betroffene weitergeben. „Bei einigen Pollenarten funktioniert die KI-Erkennung schon sehr gut“, erklärte Dr. Jan Schoenfelder, der an dem Projekt beteiligt ist. „Bei manchen anderen Arten müssen wir allerdings noch eine bessere Erkennbarkeit schaffen.“ Die Technik verbessere sich aber als lernende Maschine ständig selbst.

Auf mittlere Sicht sollen zudem auch allergene Pilzsporen in das Warnsystem eingebunden werden. „Umwelterkrankungen kommen wie ein Tsunami auf uns zu“, warnt Traidl-Hoffmann. Der Klimawandel stelle zudem ständig neue Herausforderungen an die Gesundheit. Die neue Technik könne dabei helfen, diese Probleme besser in den Griff zu bekommen, ist die Wissenschaftlerin überzeugt: „Wir nutzen künstliche Intelligenz, um nachhaltige Gesundheit zu schaffen.“

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