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Ecke-Galerie

10.02.2015

Kunst, die sich nicht aufdrängt

Klare Formen, klare Farben sind Kennzeichen der Schmuckkunst des Berliner Goldschmieds Carl Dau.
Bild: Anne Wall

Der Berliner Carl Dau liebt klare Formen und schlichte Eleganz. Beides spiegelt sich in seinen Wand- und Schmuckobjekten wider – manches sogar doppelt

Ruhe. Nicht für die Ohren, nein – Ruhe für die Augen. Es ist die Suche danach, aus der Künstler Carl Dau die Inspiration zu seinen Objekten zieht. So sind seine Werke das Gegenteil von Reizüberflutung: Klare Formen, klare Farben. Nichts, das sich aufdrängt.

Der Berliner Dau kommt vom Industriedesign, ist aber auch Goldschmied und Schmuckdesigner. Diese Vita spiegelt sich in seiner Kunst wider: Vor einigen Jahren ließ er das kleine Format der Ketten, Anhänger und Ringe hinter sich, um große Wandobjekte zu kreieren. Auch dies war nur eine Zwischenstation, denn vor einiger Zeit kehrte Carl Dau zum Schmuck zurück. Nun jedoch ist es Schmuck, der ausgestellt und getragen werden kann.

Wie das funktioniert? Jedes seiner großen Objekte lässt Dau in seiner Werkstatt auch in Miniatur fertigen. Danach montiert er sie auf Trägerplatten – so, dass sie wieder abgenommen und als Ketten und Broschen „ausgeführt“ werden können. Wer möchte, hat sein Kunstwerk damit stets bei sich. Ein reizvolles Konzept.

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Was die Arbeiten so faszinierend macht, ist ihre Schlichtheit. Kreise und Quadrate sind die sich stetig wiederholenden Grundformen. Dau ordnet sie mal gleichmäßig an, kombiniert mal unterschiedliche Größen, mal unterschiedliche Farben. Das Grundmaterial ist meist Edelstahl, das in verschiedenen Farben lackiert oder mit Gold und Silber kombiniert wird. Dass die einzelnen Teile maschinell gefertigt werden, will Dau nicht verheimlichen, sondern sichtbar machen. Es ist diese Präzision im Großen und im Kleinen, die ihn fasziniert.

In der aktuellen Ausstellung der Ecke-Galerie sind die verschiedenen Leidenschaften des Carl Dau zu sehen: die großen Wandobjekte und die kleinen, aber auch klassische Schmuckstücke wie Ohrringe und Broschen. Der Schmuck ist seriell gefertigt und hat doch das Potenzial zum Individuellen, weil sich vor allem durch Farben und Materialien auf die Wünsche der Käufer eingehen lässt.

„Konkrete Kunst“, so nennt Dau seine Arbeiten. Für ihn sind sie „der reine Ausdruck von harmonischem Maß und Gesetz“. Eine Kunst, die den Geist des Betrachters nicht zu irrwitzigen Inspirationen hinreißt, sondern ihm schlicht und klar gegenüber steht. Ruhe für die Augen eben...

Zu sehen sind die Arbeiten von Carl Dau bis 28. Februar in der Ecke-Galerie am Elias-Holl-Platz. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, Samstag von 11 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung.

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