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Augsburg

22.11.2018

Kurze Wertachstraße: Dauerbaustelle nervt Anwohner

Normalerweise lebt Rainer Schönberg gerne in der Kurzen Wertachstraße. Seit Monaten bereitet ihm die Baustelle vor seiner Haustür großen Verdruss. Er und auch andere Nachbarn sind der Meinung, dass die Stadt die Arbeiten hätte besser organisieren können.
Bild: Annette Zoepf

In der Straße nahe dem Plärrer werden seit Juni Leitungen erneuert. Die Bürger können nicht parken und kaum ihre Grundstücke erreichen. Was die Stadt dazu sagt.

Versorgungsleitungen in der Straße zu sanieren ist unumgänglich. Wenn sich die Bauarbeiten aber ein Jahr hinziehen, wie sich das jetzt in der Kurzen Wertachstraße abzeichnet, sind die Anwohner zunehmend genervt und erbost. Sie fragen sich: Hätten die Arbeiten nicht besser organisiert werden können?

Glasfasern werden verlegt 

Nach Erinnerung von Anwohner und Ex-Stadtrat Rainer Schönberg begannen die Arbeiten Anfang Juni. Zunächst seien Wasser-, Strom- und Gasleitungen erneuert worden. Dann wurde im September und Oktober erneut gegraben, um den Kanal zu sanieren. „Das war ungewöhnlich, denn man beginnt mit den tiefsten Leitungen, also dem Kanal“, so Schönberg. Derzeit würden nun die Glasfasern für die Telekommunikation verlegt. Danach könne die Straße eigentlich neu asphaltiert werden. Aber angekündigt sei, dass im März oder April kommenden Jahres die Bürgersteige erneut aufgerissen werden.

Schönberg mutmaßt, man erlebe hier möglicherweise die Kehrseite der Abschaffung der Anliegerbeiträge. Nun nehme die Stadt dafür Fördermittel der Städtebauförderung (ISEK) in Anspruch. Offenbar richteten sich die Bauarbeiten danach, wann welche Zuschüsse gewährt würden, sagt Schönberg.

Ziel nicht ganz erreicht

Das Tiefbauamt stellt die Sache etwas anders dar. Um den Kanal erneuern zu können, hätten die Leitungen für Gas, Wasser und teilweise Strom dort weichen müssen. Los ging es bereits im Februar. Tatsächlich gibt es laut dem Amt für den Kanal Geld aus dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“, aber der Verwaltung liege vor allem daran, die Arbeiten innerhalb einer Bausaison abzuschließen. Das sei nur wegen zusätzlicher Bauleistungen, die notwendig wurden, nicht ganz gelungen.

Nach den Worten von Schönberg haben die Bürger immer wieder Schwierigkeiten, mit dem Auto zu ihrem Grundstück zu fahren. Und natürlich könne die Straße nicht zum Parken genutzt werden. Für großen Unmut unter den Anliegern sorge, dass Parkraumüberwacher hier „rigoros“ gegen Falschparker vorgingen. Man habe versucht, sich mit den Baufirmen zu arrangieren, und vor allem die zunächst hier tätigen Bauarbeiter seien sehr freundlich und bemüht gewesen, den Leuten möglichst wenig Schwierigkeiten zu machen, aber die Politessen interessiere das nicht.

Die gingen offenbar dorthin, wo es am lukrativsten sei. Es seien so fleißig Knöllchen verteilt worden, dass es selbst für die Fahrzeuge der Baufirmen Verwarnungen gegeben habe, so Schönberg. Er würde sich von der Stadt etwas Entgegenkommen erwarten. Parken in benachbarten Straßen sei kaum möglich. Doch ganz in der Nähe stehe ja der Plärrer zur Verfügung. Hier fallen die Parkplätze aber jetzt wegen „Winter Wonderland“ im Spiegelzelt weg. Und im Dezember habe das Rote Kreuz die Erlaubnis, Parkgebühren zu erheben. Wegen der besonderen Situation hätte sich Schönberg gewünscht, dass den Anliegern der Kurzen Wertachstraße kostenloses Parken auf dem Plärrer ermöglicht wird.

Überwacher werden nicht gezielt geschickt

Die Stadt sieht keine Möglichkeit, den Anwohnern die Parkgebühren auf dem Plärrergelände zu erlassen. Damit werde ein Shuttledienst zum Christkindlesmarkt finanziert. Dass die Überwacher gezielt geschickt worden seien, stimme nicht. Sie überwachten die Kurze Wertachstraße zwar regelmäßig. Gehäuft kämen sie nur dann, wenn sie von Bürgern angefordert würden. Im übrigen dürfte sich das Parkproblem demnächst wieder lösen, da die Autos dort bald wieder abgestellt werden können.

Moniert worden war auch die kurzfristige Benachrichtigung vom Beginn der Kanalbauarbeiten am Vorabend. Verantwortlich war dafür laut Stadt der Bauleiter, der terminbedingt nicht früher informieren konnte. „Darauf waren wir schon eingestellt“, winkt Schönberg ab. Wer sich nur vorübergehend oder als Besucher in der Straße aufgehalten habe, konnte aber durchaus Probleme bekommen, morgens noch vom jeweiligen Grundstück wegzufahren. „Die Bauarbeiten begannen um 7.30 Uhr, und kurz darauf konnte vor einer Einfahrt schon ein Riesenloch sein.“

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